Titel: Amalgam zur trockenen Versilberung des Kupfers, von Herrn Stratingh.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 37, Nr. XLII./Miszelle 17 (S. 151–152)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj037/mi037023_17

Amalgam zur trockenen Versilberung des Kupfers, von Herrn Stratingh.

Das Journal des connaiss. usuell. Febr. 1830. S. 83., die Bibl. de Meytink und aus diesen der Bulletin d. Scienc. technol.. März, S. 225. gibt folgende Art, Kupfer mittelst eines trokenen Amalgames zu versilbern. Man gibt in einen steinernen oder gläsernen Mörser Einen Theil sein geraspeltes Zinn oder Staniol und zwei Theile Queksilber. Es wird sich bald ein halbflüssiges, butterartiges Amalgam bilden, welchem man einen Theil Silber zusezt, das aus seiner salpetersauren Auflösung mittelst Kupfer gefällt und sorgfältig gewaschen wurde. Man reibt dieses neuerdings mit dem Amalgame, welches dieses Pulver begierig verschlingt, und verkörpert hierauf 6 bis 8 Theile gepulverte calcinirte Knochen mit lezterem. Wenn man nun dise fest gewordene Mischung mittelst eines feuchten Lappens auf eine glatte Kupferflache reibt, so klebt es schnell an derselben, und gibt eine eben so schöne als feste Plattirung. Wenn das plattirte Stük hierauf mit einem trokenen Tuche gerieben wird, so erhält es einen Silberglanz, der dem schönsten sogenannten chinesischen Kupfer, das man an Geschirren und Kutschen bewundert, in Nichts nachgibt. Die oben vorgeschriebenen Dosen müssen streng beibehalten werden. Diese Plattirung widersteht einer mäßigen Rothglühhize.

Dieses Pulver kann auch auf sogenanntes chinesisches Kupfer und auf Kupferbeschläge angewendet werden: ersteres erhält dadurch einen herrlichen Glanz, wie brunirtes Silber. Das Knochenpulver gibt, außerdem, daß es das Amalgam |152| gehörig zertheilt, durch seine Reibung dem Metalle eine so hohe Politur, daß dieses dadurch außerordentlich zur Aufnahme des Amalgams geneigt wird. Diese Plattirung widersteht der Einwirkung der atmosphärischen Luft etwas weniger, als jene, zu welcher Silberpulver allein genommen wird. Ein kleiner Zusaz von Seife schadet nicht. Wenn man viel oder sehr große Gegenstände zu plattiren hat, ist es gut dieselben mit einer dünnen Schlicht gesättigten salpetersauren Silbers zu überziehen, wodurch eine vorläufige Amalgamation geschieht, und die Wirkung des Pulvers sehr erleichtert wird. (Es wäre sehr zu wünschen, der Gesundheit und des Lebens der Arbeiter willen, daß bei allen Plattirungen das Queksilber wegbliebe.)

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