Titel: Eine gute Anstreicherfarbe zum Anstreichen des Holzes und des Eisens.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 37, Nr. XLII./Miszelle 19 (S. 152)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj037/mi037023_19

Eine gute Anstreicherfarbe zum Anstreichen des Holzes und des Eisens.

Die Bibliothéque physico-économique, Jan. 1830, und aus dieser der März 1830. S. 217. empfiehlt folgende Anstreicherfarbe zum Anstreichen des Holzes, welche Hr. Dr. Pany zu Bath versuchte, und nach 18 Jahren noch so haltbar und gut fand, als an dem Tage, wo dieselbe aufgetragen wurde. Wir übergehen die Einleitung, in welcher über die Ursachen der Zerstörung des Holzes, des Rostes des Eisens und über die bisherigen Mängel der gewöhnlichen Farben, mit welchen man Eisen und Holz überstreicht. Und die sich in ein paar Jahren wie Mehl von demselben abreiben lassen, gerechte Klage geführt wird, da sie nichts Neues enthält.

Die von Hrn. Dr. Pany empfohlene Farbe oder Tünche (Anstrich) besteht aus Folgendem: Man schmilzt in einem eisernen Topfe oder Kessel 12 Unzen (24 Loth) Pech, und sezt demselben, wenn es geflossen ist, 8 Unzen Stangenschwefel zu. Nachdem auch dieser mit dem Harze geschmolzen ist, gießt man 10 Liter (Ein Liter ist = 0,7 Wiener Maß) Wallsischthran zu, und unterhält unter dieser Mischung eine mäßige Wärme. Man trägt nun nach und nach 194 Gramm (1 Gramm ist 1, 2 Gran) klein gespäneltes Wachs in dieselbe ein, rührt fleißig um, und sezt, sobald Alles gehörig geflossen ist, so viel fein gepülverten, rothen oder gelben und mit etwas Oehl gemengten, Ocher oder andere Farbe zu, als nöthig ist, und der Anstrich ist fertig. Derselbe wird nun so warm und dünn, als möglich, aufgetragen. Nachdem die erste Lage troken geworden ist, trägt man die zweite auf. Dieser Anstrich schüzt das Holz Jahrhunderte lang. Die Masse, welche übrig bleibt, wird hart bei dem Erkalten, und kann wieder geschmolzen werden, wenn man derselben bedarf.

Diese Masse scheint auf dem Holze, auch wenn sie kalt geworden ist, fettig, wird aber nach wenigen Tagen so fest, daß man sie nicht abreiben kann. Wenn das Holz sehr der Nässe ausgesezt ist, wird eine dritte Schichte, die man auf die zwei ersteren auftragt, nicht überflüssig. Es versteht sich von selbst, daß diese Farbe im Freien und mit aller Vorsicht gekocht werden muß.

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