Titel: Neues Verfahren gelbe Seide weiß zu machen, ohne sie zu entschälen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 37, Nr. XLII./Miszelle 28 (S. 155–156)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj037/mi037023_28

Neues Verfahren gelbe Seide weiß zu machen, ohne sie zu entschälen.

Hr. Ozanam hat in der Bibliothéque physico-econom. Jäner, 1830. p. 5. (Bulletin d. Scienc. technol. Mars, S. 226) folgendes Verfahren mitgetheilt, um gelbe Seide ohne Entschälung weiß zu machen.

„Seidenfabriken, vorzüglich Bandfabriken“ (und auch Dünntuchfabriken) „brauchen oft rohe weiße Seide, d.h. nicht gesottene Seide, um dieselbe entweder so, wie sie ist, zu verarbeiten, oder kalt zu färben. Weiße rohe Seide gilt 3 bis 4 Franken mehr im Pfunde, als gelbe, und, wenn sie sehr gesucht wird/um 6 bis 8 Franken mehr. Man hat verschiedene Mittel versucht, die gelbe Seide zu entfärben, ohne ihr die Schale zu nehmen, und ihr Gewicht zu sehr zu verringern; |156| allein die meisten dieser Mittel sind zu kostbar. Das einfachste und wohlfeilste ist dieses. Man lasse Chlor in einer gewissen Menge kalten Wassers sich entwikeln, so viel man nämlich zu der Menge Seide, die man entfärben will, nothwendig hat: d. h, 4 Liter auf Ein Pfund oder 46 Unzen Seide. Zwei Liter dieses flüssigen Chlors werden mit 10 Liter lauem Wasser gemengt. Man zieht die Seide schnell durch diese Mischung durch, bis endlich das Chlor seinen Geruch verloren hat; nimmt sie heraus, und gibt sie in ein zweites Bad, das aus 12 Liter Wasser und 2 Liter flüssigen Chlors besteht; zieht sie schnell durch, wie das erste Mal; wäscht sie hierauf in fließendem Wasser, windet sie aus, gibt sie auf eine Stunde in eine Kufe aus weißem Holze, die mit flüssiger schwefeliger Säure gefüllt ist, wäscht sie sodann in fließendem Wasser und windet sie aus.“

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