Titel: Zeitungsstämpel in England.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 37, Nr. XLII./Miszelle 40 (S. 158)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj037/mi037023_40

Zeitungsstämpel in England.

Zu London werden täglich über 400,000 Zeitungsblätter gestämpelt. Hierzu brauchte man 40 Maschinen, wovon jede drei Mann zur Bedienung haben mußte, sechs Arbeiter hatten mit dem Nezen des Papieres zu thun. Manches Blatt blieb, dieser Vorkehrungen ungeachtet, 48 Stunden lang auf dem Stämpelamte liegen. Ein Hr. Boyte hat nun eine Methode gelehrt, den Stämpel troken weit eleganter aufzudruken, und 26,000 Blätter in einer Stunde zu stämpeln.131) Moniteur de l'Ind. Bullet d. Scienc.. März S. 304. (Die Maschine scheint sich also zeither vervollkommnet zu haben. Vgl. Polyt. Journ. XXX. B. S. 416.)

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Unsere deutschen Zeitungsverleger, oder vielmehr die wißbegierigen Zeitungsleser dürfen sich Glük wünschen, daß ihre Zeitungen nicht gestämpelt werden, sonst würden leztere ihren Durst nach Neuigkeiten sehr spät stillen können. So erhalten durch örtliche Postexpeditionsverhältnisse hingehalten die Leser des nördlichen Deutschlands die Allgemeine Zeitung um 24 Stunden später als sie hier für diese Route ausgedrukt seyn kann; indem man es auf dem hiesigen Oberpostamte bis jezt noch nicht dahin bringen konnte, diese Zeitung in dem Zeitraume von 2 Stunden mit der Nürnberger Post zu spediren. Doch scheinen früher einzelne Exemplare an die Zeitungs-Redactionen jener Route abzugehen, wodurch diese die kostspieligen Correspondenznachrichten der Allg. Zeitung gleichzeitlich mit dem Eintreffen der leztern in ihren Blättern ihren Lesern mittheilen können, und so das Lesen der Allg. Zeitung dadurch zum Theile entbehrlich, wenigstens der Debit derselben wesentlich geschmählert wird.

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