Titel: Verbesserung der Weine durch Syrupe und Zuker.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 37, Nr. LIX./Miszelle 38 (S. 223–224)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj037/mi037059_38

Verbesserung der Weine durch Syrupe und Zuker.

Unsere Leser werden sich vielleicht erinnern, daß wir im vorigen October im XXXIV. Bd. S. 79. den Winzern riethen, um den Essig, der im J. 1829 gekeltert |224| wurde, in Wein zu verwandeln, dem Traubenmoste Zuker oder Syrup zuzusezen. Wir wissen, daß dieser wohlgemeinte Rath von gewissen Herren, die sich für Weinkenner halten, mit Hohn als sogenannte Panscherei zurükgewiesen, und auf Burgunder, Bordeaux etc. hingedeutet wurde, „wo keine solche Panscherei gemacht wird.“ Für diese gnädige Herren, so wie für den deutschen Winzer, der besseren Wein keltern will, als er aus seinen Trauben nicht erhalten kann, übersezen wir nun folgende Stelle aus dem Agriculteur manufacturier, Mai 1830. S. 90 und Bulletin d. sc. techn. Avril S. 338.

„Man bedient sich in Burgund sehr häufig zukerhaltiger Körper, um dem Burgunder mehr Stärke und Feinheit zu geben. Rohrzuker, Runkelrübenzuker, Traubenzuker, Syrup wird zu diesem Ende häufig angewendet. Man vermehrt durch diese Zuthat für jeden Fall die Menge des Alkohols (den Geist, die Stärke) im Weine ganz ungemein. Wenn man Syrupe anwendet, so dürfen diese keinen Rebengeschmak haben, und in dieser Hinsicht ist der Erdäpfelsyrup, der öfters einen bitteren Nachgeschmack hat, weniger zu empfehlen. Rothe Weine erlauben die Anwendung gefärbter Syrupe, nicht aber die weißen. Man verkauft bei dieser Behandlung des Mostes Weine, die man kaum um 40 Franken anbringen würde, für 60 Franken.“

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