Titel: Analyse der Rinde des Buchsbaumes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 37, Nr. LIX./Miszelle 55 (S. 235)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj037/mi037059_55

Analyse der Rinde des Buchsbaumes.

Hr. Fauré zu Bordeaux hat die Rinde des Buchsbaumes einer chemischen: Analyse unterworfen (sie ist in dem Journ. d. Pharm. Julius, S. 428–435 in extenso mitgetheilt) und gefunden, daß sie ein eigenes Pflanzenalkali, einen eigenen Stoff Buxine, enthält, welcher Stoff sich auch, nur in verschiedener Menge, in den übrigen Theilen des Vuchses findet, und denselben ihren bitteren Geschmak gibt. Die Buxine ist in der Masse röthlich, gepulvert gelblich roth: nur mittelst thierischer Kohle und wiederholter Auflösungen wird sie beinahe weiß. Sie ist geruchlos, äußerst bitter, aber nicht scharf. Die Stäubchen, welche sich beim Pulvern verflüchtigen, erregen Nießen. Sie ist in heißem Wasser weit auflösbarer, als in kaltem. Aether löst nur wenig davon auf, Alkohol im Gegentheil sehr viel. Alkalien lösen sie nicht auf. Sie macht den Veilchensaft stark grün, und färbt das von Säuren geröthete Tournesol-Papier blau. Salpetersäure verwandelt sie in Bitterstoff, ohne Sauerklee-Säure mit derselben zu bilden. Buxine neutralisirt die Säuren, und bildet mit denselben unkrystallisirbare Salze, die sich in Wasser und Alkohol leicht auflösen lassen. Wenn man sie mittelst Zusazes einer Säure in Wasser auflöst, wird sie durch Alkalien aus demselben niedergeschlagen. Potasche, Soda und Ammonium schlagen sie in Form einer weißen Gallerte (Buxine-Hydrat) nieder. 100 Theile reine Buxine, in Alkohol aufgelöst, forderten 11,2 Schwefelsäure von 66° zur Sättigung. Eine junge Rinde gibt ungefähr 5 Gran Buxine (im Großen das Pfund zu 16 Unzen 62 Gran.

Hr. Fauré fand in der Asche der Rinde schwefelsaure Potasche und schwefelsauren Kalk; basisch kohlensauren Kalk und solche Bittererde, phosporsauren Kalk, Kieselerde und Eisenoxyd. Im Holze fand er Stärkmehl. Das Resultat dieser Analyse gibt in 1000 Theilen dieser Rinde:

Chlorophyll 6
Eigenen röthlichen Stoff 3
Wachs 14
Fetten stikstoffhaltigen Stoff 11
Harz 40
Extractivstoff 141
Aepfelsaure Buxine 11
Gummi 44
Holzfaserstoff 678
Asche aus den oben angegebenen Bestandtheilen 52
––––––
1000
Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: