Titel: Einige Notizen über Sir Robert Peel, den Fabrikanten, Vater des Staats-Secretärs.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 37, Nr. LIX./Miszelle 74 (S. 239–240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj037/mi037059_74

Einige Notizen über Sir Robert Peel, den Fabrikanten, Vater des Staats-Secretärs.

Sir Robert Peel, Baronet, wurde zu Peel's Groß, einem kleinen Gütchen seines Vaters, am 25. April 1750 geboren, und zeigte schon in seiner ersten Jugend viele Thätigkeit und Unternehmungsgeist. Im Jahre 1770 verlegte er sich auf Maschinenwesen, dem Beispiele des berühmten Perükenmachers, Sir Rcb. Arkwright, des Vollenders der Spinnmühlen, folgend, und erwarb sich, als Kattunfabrikant, dadurch ein ungeheures Vermögen. Er zahlte für die gedrukten Kattune, die er verfertigte, jährlich der Staatskasse über 4,000 Pfund |240| (48,000 fl.). Er sorgte menschenfreundlich für das Wohl seiner Arbeiter, zumal der Kinder, die in seiner Fabrik arbeiteten, und brachte im Jahre 1802 die Bill über die Verbesserung des Zustandes der Lehrlinge in's Parlament. In seinen Nebenstunden schrieb er das bekannte Werk: „Nationalschuld die Quelle des National-Wohlstandes,“ (The national Debt productive of national Prosperity), ein Werk, das leider viele Finanzminister zu Narren machte, die in Staasschulden eine Quelle des Wohlstandes zu finden glaubten.

Im Kriege gegen Frankreich war er bis zum Fanatismus patriotisch. Er schenkte 50,000 Pfund (600,000 fl.) zur Bestechung der Generale der Franzosen her, und exercirte, aus den Leuten seiner Fabriken, sechs Compagnien selbst. Uebrigens war er sehr wohlthätig und spendete viel Almosen. Im Parliamente vertrat er den Markt (town) Tamworth (in welchem er eine große Fabrik anlegte) vom Jahre 1790 bis 1818, wo er seinen Plaz zu Gunsten seines zweiten Sohnes, Hrn. Wilh. Yates Peel, aufgab. Sir Robert heirathete erst in einem Alter von 33 Jahren die 15jährige Tochter seines Compagnons, Mr. W. Yates, und vermählte sich, als seine erste Frau ihm 9 Kinder hinterließ, mit 55 Jahren zum zweiten Male mit der jüngsten Tochter des Esqu. Clarke. Als er an seinem acht und siebzigsten Geburtstage im Jahre 1828 seine Kinder und Enkel um sich versammelte, zählte er deren, die gegenwärtig waren, nicht weniger als 50, und gab jedem derselben eine silberne Medaille zum Andenken. Er war rastlos thätig für die Erziehung seiner Kinder und der Kinder seiner Nachbarschaft, und die Entartung seines Sohnes, des Staatssekretäres, auf den er so viel wendete, hat den alten Vater tief gekränkt. (Vergl. Herald und Galignani Messeng. N. 4733.)

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