Titel: Kettentaue an Schiffen durch Erdbeben geschmolzen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 37, Nr. LIX./Miszelle 8 (S. 214–215)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj037/mi037059_8

Kettentaue an Schiffen durch Erdbeben geschmolzen.

Wir haben hiervon bereits in einer Miscelle Notiz gegeben. Das Quarterly Journal of Science, und aus diesem Hr. Gill im technol. et microsc. Repository, Junius, 1830 liefert S. 358 eine umständliche Beschreibung des Erdbebens vom 30. März 1828 in der Bai von Callao, wie es auf dem Schiffe der k. Flotte, Volage beobachtet wurde. Wir wollen hier nur dasjenige ausheben, was sich an den Kettentauen des Schiffes zeigte.

„Die Kettentaue des Schiffes Volage,“ erzählt Capt. Bagnold, „lagen in weichem kothigen Grunde 36 Fuß unter Wasser. Als man den daran befestigten besten Anker in die Höhe zog, fand man das Kettentau desselben, 13 Faden von dem Anker und 25 von dem Schiffe, sehr stark angegriffen. Nachdem der Koth abgewaschen war, fand man die Cylinder der Kette, die aus dem besten geschlagenen Bolzen- oder Glieder-Eisen von 2 Zoll im Durchmesser verfertigt war, auf eine bedeutende Streke theilweise geschmolzen. Das Metall schien in Furchen von 5 bis 4 Zoll Länge und 3/8 Zoll Durchmesser geflossen, und bildete (hier und da an den Enden dieser Furchen, an anderen Stellen in der Mitte derselben) kleine kugelförmige Knöpfe, die, bei dem Scheuern der Kette, auf das Verdek des Schiffes fielen. Das zweite Kettentau war unbeschädigt geblieben. Der Theil der Kette, welcher beschädigt war, wurde bei der Heimkehr, des |215| Schiffes zu Portsmouth für unbrauchbar erklärt, und ist nun im Sail-field der Werfte. Er verdiente, gliederweise, in physikalischen Cabinetten aufbewahrt zu werden.“

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