Titel: Gesellschaft zum Graben Artesischer-Brunnen zu Odessa.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 37, Nr. LXXXI./Miszelle 7 (S. 316–317)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj037/mi037081_7

Gesellschaft zum Graben Artesischer-Brunnen zu Odessa.

Ein Franzose, Hr. de Chatillon, hat, nach dem Globe, 23. März 1830, zu Odessa eine Gesellschaft zusammengebracht, die 15,000 Rubeln zu Bohrversuchen auf Artesische Brunnen vorschoß. Wir wünschen dieser Gesellschaft herzliches Glük Auf! Jedes Land ist glüklich zu preisen, in welchem man nur den Millionten-Theil |317| desjenigen Geldes dazu verwendet den Schoß der allgütigen Mutter Erde zu öffnen, welches man an Pagoden, Minarets, Kirchtürme, deren Spizen den vierten Theil des Jahres über in Nebel gehüllt sind, und mit welchen wir buchstäblich mit der Stange im Nebel herumfahren, seit Jahrtausenden verschwendet hat. Indessen scheint Odessa mit seinen Umgebungen, so viel wir dieselben aus Berichten von Geologen kennen, nicht sehr geeignet, glükliche Erfolge zu versprechen. Es ist eine delicate Sache mit diesen Versuchen, indem es Leute gibt, die versuchen durch Bohren in der Erde eben so viel zu gewinnen, als andere dadurch gewannen, daß sie uns mit Stangen in dem Nebel herumfahren, Thürme und Minarets etc. erbauen lehrten. Wo man nicht so treue Freunde seines Vaterlandes findet, als Würtemberg an Hrn. Bruckmann gefunden hat (für welches Land wir nach seiner Geologie schon vor einigen Jahren viele Erwartungen für das Gedeihen artesischer Brunnen hegten (Siehe Polyt. Journ. B. XXXVII. S. 115.), empfehlen wir höchste Vorsicht, damit nicht die beste Sache durch Mißbrauch in zu frühen Verfall geräth.

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