Titel: Ueber Rosenessenz.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 37, Nr. CIX./Miszelle 15 (S. 404–405)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj037/mi037109_15

Ueber Rosenessenz.

Das Journal de Pharmacie, Juill. 1830. S. 448., liefert eine Notiz über Rosenessenz, die bekanntlich von den Arabern (besonders von jenen in Marocco, die gern auf Rosenblättern schlafen) und von den Persern bereitet wird. Oberst Polier beschäftigte sich selbst mit der Bereitung der Rosenessenz (Vergl. Asiatic Researches, 1801. S. 332.) und erhielt, was merkwürdig ist, in Ostindien weniger von diesem kostbaren Präparate, als Hoffmann und Homberg in Deutschland erhielten: es muß ein sehr gutes Jahr seyn, und sehr sorgfältig gearbeitet werden, wenn man aus einem Zentner Rosen, in ihren Kelchen destillirt, kaum drei volle Quentchen erhalten will. Im J. 1787 erhielt der Oberst auf 11 Morgen mit Rosen bestellten Landes (Acres) nur ungefähr 8 Unzen. Die Farbe der Rosenessenz, des Ather, ist kein Kennzeichen der Reinheit, noch weniger der Güte oder des Landes: sie ist, nach Polier, bald schön schmaragdgrün, bald glänzend gelb, zuweilen rosenfarb, und dieß zwar öfters von denselben Rosen in einem und demselben Jahre bei durchaus gleichem Verfahren, so wie bei Rosen, die zu verschiedenen Zeiten gesammelt wurden. In Indien sezt man gewöhnlich geraspeltes Santalholz den Rosen zu, welche man destillirt: dieses Holz enthält viel flüchtiges Oehl, welches leicht bei der Destillation empor steigt, und sich mit der Essenz oder mit dem Rosenwasser mengt, und den Geruch desselben annimmt. Diese Verfälschung läßt sich entdeken, indem das flüchtige Santalöhl bei der gewöhnlichen Kälte nicht gerinnt (was jedoch nach Einigen der Fall seyn |405| soll) und den Geruch weniger lang behält. Zu Kaschmir verfälscht man den Ather nicht mit Santal, man destillirt aber eine andere aromatische Pflanze damit, die demselben eine dunkelgrüne durchscheinende Farbe gibt. Auch dieser Ather stokt nicht in der Kälte.

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