Titel: Brot aus Stroh.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 37, Nr. CIX./Miszelle 18 (S. 405)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj037/mi037109_18

Brot aus Stroh.

Während, Dank der Restauration und der Karte, gegenwärtig der 4pfündige Leib Brot 15 1/2 Sous kostet (deren 20 auf den Livre oder Franken pr. 27 kr. gehen), hat, nach Galignani, N. 4777, Hr. Annoot, Apotheker zu Brügge in Flandern, gefunden, daß man aus geschnittenem und gemahlenem Strohe Brot baken kann, und ein Ausschuß von Aerzten fand dieses Brot gut. – Wir wären nun also, im J. 1830 n. Ch. G., in Europa dahin gekommen, daß wir Statt Brot Stroh, Statt Suppe und Fleisch Leimwasser und Knochen, Statt Gold und Silber schwarzgetüpfelte Lumpen haben. Haben wir es nicht weit gebracht? Daß die infame Kaste, die sich in den lezten Generationen der Erziehung des Menschengeschlechtes bemächtigte, den größten Theil der Köpfe des Menschengeschlechtes zu Strohköpfen machte; das mag ihr der Himmel verzeihen: daß sie aber, damit noch nicht zufrieden, nun auch sogar die Magen der Menschen in Strohmagen verwandeln will, das werden ihr die Richter der Unterwelt einst nie vergeben können.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: