Titel: Der Menschenfreund de Boigne, oder Beweis, daß es auch reiche Capitalisten auf dem festen Lande gibt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 37, Nr. CIX./Miszelle 24 (S. 406–407)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj037/mi037109_24
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Der Menschenfreund de Boigne, oder Beweis, daß es auch reiche Capitalisten auf dem festen Lande gibt.

Zu Chambery in dem Lande der Armuth und der Biederkeit, in Savoyen, starb am 21. Junius ein Hr. de Boigne, der seit vielen Jahren daselbst wohnte. Außer einem Vermächtnisse von 300,000 Franken für seinen Bruder, einer Rente von 60,000 Frank, jährlich für seine Wittwe und 200,000 Franken für jeden seiner Enkel bei ihrer Mündigkeit (seinem Sohne hinterließ er zwischen 15–18 Millionen Franken) und reichlichen Legaten an seine Freunde und Diener, vermachte er, für jeden Armen in der Charité, im Waisenhause und im Armenhause jährlich 5 Frank.; der Stadt Chambery 4–500,000 Franken zur Verschönerung, und schenkte noch überdieß während seines Lebens 400,000 Franken zu einem Theater; 500,000 Franken für ein zu erbauendes Irrenhaus; 300,000 Franken für den Armenfond; zu einem Spitale für 60 arme alte Männer 1,200,000 Franken; zu Errichtung einer Lehranstalt 300,000 Franken; zur Vergrößerung der Bibliothek 50,000 Frank.; zur Verschönerung des Rathhauses 60,000 Franken; zu einer neuen Straße 500,000 Franken; zu 30 neuen Betten in Krankenhäusern 200,000 Franken; für Wäsche und Hülfe an Gefangene 24,000 Franken; den Feuerlöschern der Stadt 24,000 Frank.; der Schüzengesellschaft 20,000 Franken; 100,000 Franken zum Unterrichte junger Mädchen in Handarbeiten. Es gibt also auch große Capitalisten und Menschenfreunde auf dem festen Lande, und viele Könige in England starben, ohne die leidende Menschheit so königlich zu bedenken, wie der gute Savoyard de Boigne. Heil der Asche dieses Guten, und Glük seinem Sohne und seinen Enkeln, damit sie einst dem edlen Vater gleichen können! (Galign. N. 4774.)

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