Titel: Glasfärberei und Töpferei der Alten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 37, Nr. CIX./Miszelle 8 (S. 402–403)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj037/mi037109_8

Glasfärberei und Töpferei der Alten.

Der hochwürdige Hr. W. V. Vernon zeigte in einem Aufsaze, den er vor der Yorkshire Philosoph. Society am 6. April 1830 las, daß die Römer ihr Glas nicht mit Kobalt, sondern mit kohlensaurem Kupfer blau färbten. Die Analyse einiger blauen Glasperlen und Scherben von blauem Glase aus römischen Gräbern, die ihm Hr. Stillingfleet schenkte, überzeugte ihn hiervon. Bekanntlich fand auch Sir Humphry Davy in einer noch ziemlich gut erhaltenen Werkstätte zu Pompeji eine blaue Fritte, in welcher gleichfalls Kupfer, und nicht Kobalt, das Färbematerial gewesen ist. Wahrscheinlich lernten die Römer dieß von den Aegyptern, von deren künstlichen Lapis Lazuli schon Plinius spricht. Hr. Smithson, welcher einige Farben am Grabe des Königes Psammis in Aegypten untersuchte (Annals of Philos. Bd. XXIII. S. 116.), fand in dem blauen Email daselbst nicht Kobalt, sondern Kupfer. Eben dasselbe fand er auch in einer kleinen Isis, die man ihm aus Aegypten brachte. Unsere heutigen Glasmacher und Emailmacher sind nicht im Stande, ein so schönes blaues Glas mit Kupfer zu machen.

Hr. Vernon fand ferner in einem Scherben römischer schwarzer Töpferwaare ein sehr gut erhaltenes Stük Kalkspath eingebettet. Die Römer konnten also ihre schwarze Töpferwaare unmöglich so stark brennen, als man dieselbe heute zu Tage brennt, und die Vermuthung wird immer wahrscheinlicher, daß sie bei |403| derselben den Thon mit Erdharz und Steinöhl ankneteten, und dann im Feuer so zu sagen nur rösteten.

Hr. Vernon erwähnt ferner eines Zink-Oxyd-Krystalles, der durch einen Tiegel auf der Zinkhütte des Hrn. Hitz zu Filisur in Graubündten durchschwizte, und der mineralogisch, physisch und chemisch sich wie ein natürlicher Zink-Oxyd-Krystall aus New-Jersey verhielt. (Vergl. The Philos. Mag. et Annals of Philos. Juni 1830. S. 404.)

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