Titel: Wohlthätige Reform im Bibliothekwesen in Frankreich.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 37, Nr. CXXVIII./Miszelle 29 (S. 474)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj037/mi037123_29

Wohlthätige Reform im Bibliothekwesen in Frankreich.

Es heißt, daß die öffentlichen Bibliotheken zu Paris künftig während des größten Theiles des Tages und des Abends eröffnet bleiben werden, damit auch diejenigen dieselben benüzen können, die in der Mitte des Tages gehindert sind Bibliotheken zu besuchen. (Galignani. N. 4807.) (Es ist merkwürdig, daß, während unter Vater Maximilian-Joseph unsterblichen Andenkens die Hofbibliothek zu München täglich dem Publicum geöffnet war, dieselbe unter einem allerdurchlauchtigsten Nachfolger nur drei Mal in der Woche mehr dem lesenden Publicum offen steht. Unmöglich kann Ludwig dieses wissen, denn er würde es nicht zugeben können. Die Hofbibliothek zu Wien (und was sagt man den Wienern nicht Alles nach!) die Hofbibliothek zu Wien ist täglich, im Winter von 9 bis 12 Uhr, und Nachmittags von 2 bis 4 Uhr, im Sommer von 8 bis 12 Uhr und von 2 bis 6 Uhr offen. Soll man zu München weniger lesen dürfen, als zu Wien? „Es gibt Bibliothekäre“ sagte Denis, ein geborner Bayer, und einst Vorstand der Bibliothek zu Wien, „es gibt Bibliothekäre, die da glauben, die Bibliothek sey um ihrentwillen, nicht des Publicums wegen da. Solche saubere Herren sollte man mit Ketten an die Bibliotheken anschmieden, wie die Alten die Bücher in ihren Bibliotheken an den Schränken anketteten, damit sie lernten zu jeder Stunde zum öffentlichen Dienste da zu seyn.“)

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