Titel: Oesterreichische Eisenbahn.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 37, Nr. CXXVIII./Miszelle 5 (S. 469)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj037/mi037123_5

Oesterreichische Eisenbahn.

Die Eisenbahn, welche die Donau mit der Moldau verbindet, und Ende Mays 1829 angefangen wurde, wurde eröffnet. Sie ist 80,400 franz. Fuß lang. Einige 60 Personen haben diese Streke in 1 1/2 Stunden durchfahren, so daß auf die französische Meile 17 2/5 Minuten kommen. Die Fracht wird dadurch um 40 p. C. wohlfeiler. Man wird sie bald bis Linz ausgedehnt haben. (Galignan. N. 4794. (Auf dieser Eisenbahn wird beinahe nur Salz und Holz gefahren. Bayern, das mehr als jedes andere Land auf Erden zu einer Eisenbahn geeignet ist; Bayern, das eine Billiard-Ebene von Dachau (zehn Stunden von Augsburg) bis Passau) hinab besizt; Bayern, das Handelsstädte, wie Augsburg und Nürnberg nährt und den Westen Europa's mit dem Osten verbindet; Bayern, das Land in Deutschland, in welchem zuerst, schon vor 20 Jahren, über Eisenbahnen so viel geschrieben wurde; Bayern, das eine eigene Akademie besizt, hat bei seinen vielen Capitalien in der Staatskasse und im Volke, vorzüglich unter den Brauern,330) noch zur Stunde keine Spanne Eisenbahn: es radelt sein Salz, sein Getreide, sein Holz, seine Transito-Güter auf elenden Karren von Wagen, die nicht viel besser sind, als die portugiesischen. Auch in Hängebrüken mußte es sich von seinen Nachbarn den Vorsprung abgewinnen lassen, von Nachbarn, über welche es in Cultur voraus zu seyn wähnt.)

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Ein Brauer aus einem Städtchen von kaum 3000 Einwohnern erbot sich neulich bei dem Kaufe eines Brauhauses auf der Stelle 68,000 fl. baar zu erlegen. Eine solche Zahlung à vista ist doch keine Kleinigkeit für einen Privaten, der kein Banquier ist.

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