Titel: Cobb, über Verfertigung des Papieres zu Papiertapeten.
Autor: Cobb, Thomas
Fundstelle: 1830, Band 38, Nr. XLI. (S. 126–127)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj038/ar038041

XLI. Verbesserungen in Verfertigung des Papieres zu Papiertapeten zur Bekleidung der Wände, und in den hierzu nöthigen Apparaten, worauf Thom. Cobb in Colthorpe House bei Bradbury, Oxfordshire, sich am 15. Sept. 1829 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions. Julius. 1830. S. 32.

Dieses Patent umfaßt mehrere Gegenstände in Hinsicht auf Verfertigung der Papiertapeten.

Erstens wird hier ein Verfahren angegeben, wie man gefärbtes Papier während der Verfertigung desselben mit erhabenen Verzierungen ausstatten kann, indem man den Zeug durch Walzen oder Platten laufen läßt, wovon wenigstens eine mit dem gewünschten Muster gravirt ist. Die Farbe wird dem Zeuge zugesezt, ehe er in die Walzen kommt, und das Papier erhält folglich bloß Eine Farbe.

Das zweite Verfahren hat gleichfalls den Zwek, dem Papiere erhabene Verzierungen, jedoch erst nach Verfertigung desselben, zu geben. Auch hier werden Platten und Walzen angewendet, nur mit dem Unterschiede, daß eine oder mehrere derselben gehizt werden, so daß das Papier dadurch einen Glanz wie Seide oder andere Artikel erhält.

Das dritte dient zur Vereinigung zweier Stüke Papier mittelst eines Apparates, der alsogleich beschrieben werden soll, wodurch das Papier ein festeres Ansehen gewinnt, und zugleich dauerhafter wird, wenn man es an die Wände anklebt. Die beiden Papierlagen können entweder von derselben Farbe, oder die eine kann weiß, die andere gefärbt seyn. Die obere oder die äußere Seite kann auf eine oder auf die andere der oben angegebenen Weisen erhaben verziert seyn, oder sie können beide, nachdem sie zusammengefügt worden sind, auf diese Weise erhaben verziert werden.

Das vierte Verfahren dient zur Vereinigung des Papieres mit |127| Seide, Baumwolle oder mit irgend einem anderen Stoffe, wodurch leztere Stoffe ein weit schöneres und kostbareres Ansehen erhalten. Diese Stoffe werden auf einer Seite mit irgend einer klebrigen Masse überzogen, und nachdem sie gehörig auf dem Papiere ausgebreitet wurden, wie vorher durch die Walzen getrieben. Man empfiehlt das Papier vorher durch Walzen mit Furchen an ihrem Umfange laufen zu lassen, wodurch es dann leichter das Gepräge der gravirten Walze aufnimmt, und folglich auch der Seide ein schärferes Gepräge gibt.

Der fünfte und lezte Gegenstand des Patentes ist die oben erwähnte Maschine zum Auseinanderkleben der Papierblätter. In dieser Maschine wird das weiße Papier, welches die untere Seite bilden soll, um eine mit einem Gewichte gehörig beschwerte Walze gewunden, damit es sich nicht so leicht abrollen kann, und läuft dann aufwärts durch zwei mit Plüsche bekleidete Walzen, wovon die eine in einen sich drehenden Pinsel verwandelt werden kann. Leztere dreht sich in einem mit Kleister gefüllten Gefäße, und bedekt das Papier, wenn er mit demselben in Berührung kommt, gleichförmig mit einer Kleisterlage. Das Papier läuft dann nach aufwärts fort, bis es auf eine große Trommel oder Aufwindewalze gelangt, wo es das andere Papier trifft, mit welchem es zusammengepappt werden soll, und welches von der gegenüber stehenden Seite der Maschine durch Leitungswalzen herbeigeführt wird. Da Alles gehörig mit Gewichten versehen ist, wird das Papier ausgebreitet erhalten, und drükt gleichförmig an das mit Kleister versehene Papier auf der Trommel, auf welcher es in jeder erforderlichen Länge aufgewunden wird.

Der Patent-Träger nimmt die erhabene Verzierung an Papiertapeten als seine Erfindung in Anspruch, und beschränkt sich nicht bloß auf die hier angegebene Weise, das Papier zusammenzupappen, sondern nimmt jede andere bekannte Methode zu diesem Ende in Anspruch.

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