Titel: Buchanan, über Maschinen zum Kardätschen der Baumwolle etc.
Autor: Buchanan, Archibald
Fundstelle: 1830, Band 38, Nr. LI. (S. 163–171)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj038/ar038051

LI. Verbesserung an den Maschinen, die man bisher in Spinnmühlen zum Kardätschen der Baumwolle und anderer Wolle brauchte, wodurch die oberen Kardätschen regelmäßig mittelst Maschinerie, ohne alle Handarbeit gereinigt werden, und worauf Archibald Buchanan, auf den Calvine Baumwollenwerken, und Mitglied des Hauses Jak. Tinslay und Comp., sich am 23. März 1824 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions. Septemb. 1830. S. 129.74)

Mit Abbildung auf Tab. IV.

Damit diese Verbesserung deutlich verstanden wird, will ich zuerst eine Maschine beschreiben, deren man sich in Spinnmühlen zum Kardätschen der Baumwolle und anderer Wolle bedient, die nicht neu ist, und auf welche ich keine Ansprüche mache, und dann meine Verbesserung erklären, welche aus einer Verbindung gewisser Theile entsteht, die bei den gewöhnlichen Kardätschenmaschinen zur Reinigung der oberen Kardätschen ohne alle Hülfe mit der Hand angewendet werden kann. Ich muß indessen bemerken, daß, obschon ich an der Maschine, welche ich zuerst beschreibe, nichts für neu erkläre, diese Maschine in ihrem Baue in verschiedener Hinsicht von den gegenwärtig gebräuchlichen abweicht, und daß, obschon meine Verbesserung für jede Kardätschenmaschine taugt, ich diejenige, welche ich jezt beschreibe, für die brauchbarste halte.

Dieselben Theile sind in allen Figuren mit denselben Buchstaben bezeichnet, und was jezt folgt, findet sich in Fig. 1. im Profilaufrisse, rechter Hand, und in Fig. 3. im Grundrisse. Das Gestell aus Gußeisen ist AAA. aa sind die festen und lokeren Rollen auf |164| dem Ende der hinteren Achse b, welche von dem Mühlenwerke mittelst eines Laufriemens getrieben werden, und die Maschine in Gang oder in Ruhe versezen, wie man es haben will. b ist die hintere Achse, welche alle anderen Theile der Kardätschenmaschine zu beiden Seiten in Bewegung sezt. Ihre Geschwindigkeit ist ungefähr fünf und achtzig Umdrehungen in Einer Minute, wornach sich die respectiven Geschwindigkeiten aller übrigen Theile nach den bekannten Rechnungsregeln in der Mechanik berechnen lassen, cc sind zwei abgestuzt kegelförmige Räder von gleichem Durchmesser und gleicher Anzahl Zähne, welche die Seitenachse, d, in Bewegung sezen. dd , die Seitenachse, welche die Speisungswalzen, j, treibt, und die Abgabewalzen, W. ee sind Lager mit Köpfen, in welchen sich die Seitenachse, d, dreht, f Cupolirbüchse auf der Seite der Achse dd , welche, der Bequemlichkeit wegen, aus zwei Stüken gebaut wurde, g, eine Schraube ohne Ende (Wurm oder Spirale) auf der Seite der Achse, d, welche die Speisungswalzen j treibt. h eine Rolle oder Flöthe Baumwolle, welche kardätscht werden soll, wie sie von der Vorbereitungsmaschine (pitching Machine) herkommt. iiii kleine eiserne Achsen, die mit Holz bekleidet, und auf ungefähr drei Zoll im Durchmesser abgedreht sind, auf welchen die Rolle oder Flöthe Baumwolle ruht. Auf der ersteren derselben befinden sich vier Bänder, um die Rolle Baumwolle auf die Speisungswalze j zu leiten. Diese Bänder laufen über eine andere Walze von demselben Durchmesser zurük (siehe Fig. 2.). jjjj sind die Speisungswalzen. k ist ein Vorsprung von Holz, welcher die Rolle Baumwolle in ihrer Lage erhält, und sie hindert seitwärts auf der einen oder auf der anderen Seite abzuweichen. llll sind Zapfenräder, welche den drei Walzen, iii, die die Baumwolle bei h in Bewegung sezen, von den Speisungswalzen j her Bewegung mittheilen. m ist ein Schraubenrad, das auf dem Ende der Speisungswalze, j aufgezogen ist. n, o, p sind der Hebel, die Kette und das Gewicht, wodurch die oberen Speisungswalzen niedergehalten werden. (Man sehe auch k, wovon später die Rede seyn wird.) qq die Achse und der Umfang des Hauptcylinders, der ungefähr 42 Zoll im Durchmesser hält. Auf diesem cylindrischen Umfange sind Blattkardätschen befestigt, welche, während sie im Kreise herumlaufen, die Baumwolle von den Speisungswalzen unter die oberen Kardätschen von N. 1 bis 20. inclusive führen, und dieselbe auf den vorderen oder Doffercylinder, y, abgeben. yy die Achse und der Umfang des Doffercylinders, welcher ungefähr 12 Zoll im Durchmesser hält. Auf seinem Umfange sind Band- oder Spiral-Kardätschen zur Aufnahme der Baumwolle von dem Hauptcylinder q befestigt. sss ist der Kamm mit seinen Armen, und das Gegengewicht des Abnehmers, der sich |165| auf seinem Mittelpunkte x schwingt. u u sind die Stellschrauben, welche die Wirkung der beiden Cylinder auf einander an ihrem Berührungspunkte reguliren: eine Schraube zieht rechts, die andere links, um die Cylinder desto leichter stellen zu können. vv, der Triebstok und das Rad, welche von der Seitenachse, d, den Abgabewalzen, ww, Bewegung mittheilen. ww, die Abgabeachse und die oberen Walzen. x, die Rolle auf der Abgabeachse, welche dem Doffercylinder y mittelst des Laufbandes und der Rolle, y, Bewegung ertheilt. zzz ist ein Stük gekrümmtes Eisenblech, welches mittelst Angelgewinde mit einem Streife Gußeisen verbunden ist, der quer an dem Gestelle vorne an der oberen Kardätsche, N. 1., hinläuft, und als Hüter dient, damit nichts zwischen die Cylinder fällt, und die Kardätschen verdirbt.

Folgendes kommt in Fig. 2. vor, im Aufrisse linker Hand, und auch im Grundrisse Fig. 3. P ist eine Rolle von 12 Zoll im Durchmesser, welche den großen Cylinder q bewegt, mittelst des Laufriemens cc. D ist die Rolle an dem großen Cylinder, welche die von dem Laufriemen, cc, mitgetheilte Bewegung aufnimmt. E eine andere Rolle an den Armen der Rolle D zum Treiben der Kurbel, welche den Kamm bewegt. F Rolle auf der Kurbelachse, welche die Bewegung von E mittelst des Laufriemens LL aufnimmt. CC abgestuzt kegelförmige Räder mit gleicher Anzahl von Zähnen, welche den Leitungswalzen, HH, von der Abgabeachse, ww , her Bewegung mittheilen. I, die Kanne, welche die gekardätschte Baumwollenrolle aufnimmt, nachdem sie zwischen den Abgabewalzen, HH , nach der linken Hand der Maschine hingeleitet wurde. k eine Rolle, die auf ihrer Achse loker läuft, und die Kette des Gewichtes, p, wodurch die oberen Speisungswalzen (siehe obige n, o, p) nieder gehalten werden. TTT, N. 1 bis 20., sind die oberen Kardätschen, deren jede sich auf Angelwinden dreht, damit sie sich frei und schnell umdrehen kann, so daß, die Seite, auf welcher die Kardätsche befestigt ist, der Einwirkung des unten zu beschriebenen Mechanismus ausgesezt wird, durch welchen sie „regelmäßig ausgestrichen und rein erhalten werden,“ und damit sie ferner noch, nachdem sie ausgestrichen und gereinigt wurden, in ihre arbeitende Lage leicht zurükgebracht werden können.

Nachdem ich nun den Bau einer Baumwollen-Kardätschenmaschine beschrieben habe, deren ich mich selbst bediene, und die ich für die Anbringung meiner Verbesserung am besten geeignet finde, worauf ich aber kein Patent-Recht gründe; so will ich fortfahren meine Verbesserung und die Anwendung derselben auf die besagte Maschine zu beschreiben, wodurch die Anwendung derselben auf jede Kardätschenmaschine überhaupt deutlicher werden wird. In sofern die einzelnen |166| Theile der nun zu beschreibenden Maschine nicht neu sind, nehme ich sie nicht als mein Patent-Recht in Anspruch, sondern nur die Zusammenstellung aller dieser Theile, wie sie hier unten beschrieben ist, zur Erreichung des im Eingange angegebenen Zwekes.

Da ich die Theile der bereits beschriebenen Maschine mit Buchstaben bezeichnete, mit Ausnahme der oberen Kardätschen T, die ich von 1 bis 20 inclusive numerirte, so habe ich, um Verwirrung zu vermeiden, zur Bezeichnung derjenigen Theile, welche ich jezt beschreiben werde, und auf deren Zusammenstellung und Anwendung ich mein Patent-Recht gründe, von der Zahl 21 an, Zahlen gewählt.

21, 21 sind abgestuzt kegelförmige Räder mit gleicher Anzahl Zähne, welche von der hinteren Achse, b, aus dem Schraubenrade 27 Bewegung mittheilen. 22 ist eine Achse oder Spindel, welcher diese Bewegung mitgetheilt wird, und auf welcher die Schraube 23 befestigt ist. 23 ist die Schraube (der Wurm oder die Spirale), die in das Rad 27 eingreift, und dasselbe bewegt. 24 ist das obere Lager, in welchem die Achse 22 sich dreht. Der untere Theil dieser Achse dreht sich in einem Stiefel zur Aufnahme desselben auf dem Knopfe der Achse b. Der obere Theil des abgestuzt kegelförmigen Rades 21 auf der Achse 22 muß vollkommen genau zugedreht seyn, und das Rad dreht sich loker auf einem Halsbande in der Nähe des Bodens der Achse. 25 ist ein Reibungswäscher, der auf einem vierekigen Stüke auf der Spindel 22 aufgepaßt ist, und der auch auf seiner Vorderseite genau abgedreht ist. 26 das Niet, welches auf den Reibungswäscher 25 niedergeschraubt wird. Zwischen dem Rade 21 und dem Wäscher 25 ist ein Stük Leder angebracht, oder irgend ein weicher elastischer Körper. Der Wäscher wird mittelst des Nietes, 26, auf der Achse niedergeschraubt, bis die durch das Leder oder durch den elastischen Körper hervorgebrachte Reibung hinreicht, um die Achse und die Maschine, auf welche diese einwirkt, zu treiben. Wenn aber die Halbmesserstange (radius bar) oder irgend ein Theil der Maschine, auf welche eingewirkt und die weiter unten beschrieben wird, irgend eine Unterbrechung erleidet, so wird die genau abgedrehte und vollkommen glatte Fläche des Wäschers und des Rades, indem sie sich längs dem Leder oder dem elastischen Körper hinschiebt, jenem Theile der Maschine, welcher der Gefahr der Sperrung ausgesezt ist, ohne allen Nachtheil Stillstand gewähren. Diese Vorrichtung kann daher als bloße Sicherheitsmaßregel betrachtet werden, und ist nicht durchaus unerläßlich. 27 ist ein Schraubenrad mit 96 Zähnen, das auf dem Ende her Kurbelachse 28 angebracht ist, und von der Schraube oder von dem Wurme 23 getrieben wird. 28 ist die Kurbelachse, die quer über die Maschine läuft, um die Radiusstangen 33 in Bewegung zu sezen, oder umzukehren. |167| 29, 29 sind die Kurbelstifte: einer derselben ist in dem Schraubenrade 27 befestigt, und der andere ist ein kreisförmiges Stük aus Gußeisen, das auf dem anderen Ende der Achse ruht. Diese Stifte sind ungefähr vier und einen halben Zoll von dem Mittelpunkte der Achse 28 gestellt, und können diesem Mittelpunkte genähert oder weiter davon entfernt werden, je, nachdem der Bereich der Halbmesserstangen dadurch gestellt werden soll. 30 30 sind Zahnstökestangen, welche den Halbmesserstangen, 33, Bewegung mittheilen. 31, 31 sind Räder, welche an den Halbmesserstangen befestigt sind, sechs Zoll im Durchmesser halten, und acht und vierzig Zähne führen. Diese Räder erhalten ihre Bewegung von den Zahnstöken auf den Zahnstokstangen 30, und theilen den Halbmesserstangen eine hin und her laufende Bewegung längs dem ganzen Bogen der oberen Kardätschen mit, von dem Punkte an, wo der Doffercylinder ausgebürstet wird, bis zu jenem, wo die Bürste durch Nadeln gereinigt wird. 32, 32 sind Kloben, mit Rollen oder Walzen, welche auf den Rüken der hinteren Achse drüken, um die Zähne des Zahnstokes gehörig in die Zähne der Räder eingreifen zu lassen, auf welche sie wirken. Diese Kloben sind an den Bürsten des Hauptcylinders angepaßt; bleiben aber loker, damit man die Rollen oder Walzen nach den verschiedenen Winkeln der Zahnstokstangen richten kann, während sie sich um die Mittelpunkte der Kurbelachse drehen. 33, 33 sind die Halbmesserstangen, unten mit Gegengewichten, um sich im Gleichgewichte zu halten, wenn sie auf den äußersten Punkten der Bahn ihrer Bewegung sind. 34, 34, Aufsäze an den Halbmesserstangen, die nach Belieben beweglich sind. 36, 36 Arme, welche auf den beweglichen Aufsäzen befestigt sind, und welche die sich drehenden Bürsten führen, die die oberen Kardätschen reinigen. 37 die sich drehende Bürste (siehe Fig. 1 und 3.) 38: Rolle von 6 Zoll im Durchmesser, welche an dem Ende der Achse oder Spindel der Bürste befestigt ist. 39, der Laufriemen, welcher die Bürste treibt. 40, 40 Rollen von 6 Zoll im Durchmesser, welche an den Enden des Hauptcylinders der Achse befestigt sind. Die Rollen 40 treiben mittelst des gekreuzten Laufriemens 39 die Rolle 38, und folglich auch die Bürste 37 in der zur Reinigung der oberen Kardätschen erforderlichen Richtung. Mittelst des oben beschriebenen Apparates wird jede halbe Umdrehung der Kurbel 29 die Halbmesserstangen 33 und die sich drehende Bürste 37 von dem Doffercylinder y bis zu den obersten Kardätschen hin und her bewegen, so daß alle aufwärts gekehrten Kardätschen gebürstet und gereinigt werden, bis die Bürste das entgegengesezte Ende des Bogens erreicht, wo sie sich selbst an den Nadeln, H, reinigt. Während der Pause, die entsteht, wenn das Bürstenrad in Berührung mit dem Doffercylinder kommt, |168| und die Kurbelstifte, nachdem sie vor dem Mittelpunkte vorübergingen, den Halbmesserstangen die schwächste Bewegung mittheilen, wird dieser Cylinder gleichfalls gebürstet und gereinigt, und während einer ähnlichen Pause an dem entgegengesezten Ende bleibt Zeit genug, die Bürste selbst von allem Baumwollenunrathe zu reinigen, indem man ihre Borsten durch einen beweglichen mit Nadeln besezten Rahmen laufen läßt.

Fig. 3. ist ein Grundriß einer solchen Maschine, der jeden Theil derselben im Vogelperspective zeigt. Buchstaben und Zahlen sind hier dieselben, und bezeichnen die bereits beschriebenen Gegenstände.

Nun zur weiteren Erläuterung der Supplementar-Figuren, um die Sache noch deutlicher zu machen. 41 ist eine Walze aus zwei zusammengefügten Holzstüken, mit einer ungefähr 3/8 Zoll im Durchmesser haltenden eisernen Stange im Mittelpunkte, welche zugleich als Achse und als Drehezapfen dient. Nachdem diese Walze gehörig abgedreht, und Nadeln in einer Messingplatte von ungefähr einem halben Zoll Breite eingesezt, und zu größerer Befestigung mit etwas weichem Schlaglothe an ihrem Ende eingelöthet wurden, wird die Platte an der Vorderseite der Walze angeschraubt. (Siehe Fig. 4.). 42 ein hölzerner Knecht von der Breite eines Zolles, der in die Walze eingefügt ist, und über die Wurzel der Nadeln auf der oberen Seite hervorragt, wodurch es also dem kupfernen Streifer möglich wird, sich unter den Knecht zu begeben, wenn er die Bürste reinigt. Fig. 5, 6, 7 sind Durchschnitte des Nadelrahmens oder Kammes in natürlicher Größe, mit dem kupfernen Streifer, dem Hebel und den Gegengewichten. 43, der kupferne Streifer zum Auspuzen der Nadeln. 44, Gegengewicht des Nadelrahmens. 45 Gegengewicht des kupfernen Streifers. 46 der Hebel, welcher, wenn die Halbmesserstange auf ihn wirkt, die Nadeln öffnet, wie man in Fig. 5. sieht. 47 ein Fänger mit einem gebogenen Ende, welcher mit dem Arme in Berührung kommt, der den Nadelrahmen stüzt, und verhütet, daß die Nadeln nicht durch die Bürste übergekehrt werden. Fig. 5. zeigt die Lage der respectiven Theile, wenn die Bürste sich durch die Nadeln dreht: der Schmuz und Staub und Baumwollenmist (die Klümpchen) sammelt sich vorne vor dem kupfernen Streifer. Fig. 6. zeigt die respectiven Lagen, wenn die Unreinigkeiten zum Theile aus den Nadeln ausgestreift sind, und Fig. 7. stellt den Nadelrahmen, den kupfernen Streifer und übrigen Apparat in der Ruhe dar, nachdem aller Baumwollenunrath aus den Nadeln ausgestreift ist: dieser Baumwollenmist fällt in eine eiserne Büchse, 49, hinter dem Rahmen. Diese Durchschnitte zeigen, daß das Gegengewicht 45 den kupfernen Streifer 43 in allen dargestellten Lagen dicht an die Nadeln hält, so wie auch daß das Uebergewicht des Gegengewichtes, 44, an |169| der Achse des Nadelrahmens die Nadeln in die Lage herabbringt, welche in Fig. 7. dargestellt ist. In den Figg. 1 und 2. sind 48, 48 Arme, welche den Nadelrahmen stüzen. 49 ist das eiserne Beken, welches die ausgestreiften Abfälle aufnimmt. 50, 50 sind Zapfen, welche die Beten 49 tragen. Diese Zapfen bilden zugleich ein Lager für die Gerätschaften, welche man beim Streifen, Schleifen und Bürsten des Hauptcylinders braucht, um denselben von der Baumwolle zu reinigen; beim Schleifen der Kardätschen und beim Poliren mit der Bürste. Wenn man die Beken 49 wegnimmt, so kann ein Theil der hinteren Eisenblechfütterung herabgelassen werden, wodurch man Raum zum Zugange zu den Blätterkardätschen des Hauptcylinders erhält. Die Weise, wie die oberen Kardätschen aufgeschlagen, und wieder in ihre arbeitende Stellung zurükgeführt werden, ist folgende. 51, 51 etc. sind Stifte, deren obere Enden die Gewinde bilden, um welche sich die oberen Kardätschen drehen. Die Körper dieser Stifte sind vierekig, wo sie durch die oberen, und rundlich, wo sie durch die unteren Vorsprünge des Gestelles laufen. Der runde Theil ist geschraubt, und mittelst Niete über und unter den Vorsprüngen kann der vordere Theil der oberen Kardätschen näher oder entfernter von dem Cylinder gestellt werden. 52, 52 sind Stifte, die in den oberen Vorsprung eingeschraubt sind, wodurch auf dieselbe Weise der Rüken der oberen Kardätschen gehoben oder niedergedrükt wird: es ist nur einer an einer Seite hier gezeichnet, da alle übrigen vollkommen ähnlich sind. Diese Stifte sind in der Zeichnung so deutlich dargestellt, daß jede weitere Beschreibung gänzlich überflüssig ist. 53, 53 ist ein Stük Holz, quer über das Gestell, welches die obere Kardätsche N. 20. trägt, wenn sie zur Reinigung mit der Drehebürste übergeschlagen ist. In Fig. 1. sind 54, 54 die Griffe, mittelst welcher die oberen Kardätschen gehoben werden. 55 ist das Zahnrad von 51 Zähnen oder Räumen, mittelst dessen jede beliebige Anzahl oberer Kardätschen nach und nach übergekehrt, und der Einwirkung der walzenförmigen Drehebürste ausgesezt werden kann. 56, 56, 56, 56 sind Dreieke, welche an die Arme des Zahnrades 55 angeschraubt sind. Diese Spizen heben abwechselnd eine schiebbare Stange, welche an der inneren Seite der Halbmesserstange angebracht ist, wie Fig. 8, 9, 10 und 11. darstellen, wo man überall innere Durchschnitte der Halbmesserstange in ihren verschiedenen Stellungen sieht. In Fig. 8. ist 57 eine kleine Walze von ungefähr anderthalb Zoll Durchmesser, an dem unteren Ende der schiebbaren Stange 58. 58 ist die schiebbare Stange, mit einem hervorstehenden gekrümmten concaven Haupte, welches so vorgerichtet ist, daß es in die Furche 59 paßt. Wenn es über den Scheitel des Dreiekes 56 zieht, hebt es den Griff der oberen Kardätsche, |170| 54, und führt ihn in die Furche 59. Die Bewegung der Halbmesserstange hebt den Griff an das obere Ende der Furche 59, wo die obere Kardätsche, wenn auf sie gewirkt wird, den Mittelpunkt dreht. Der Griff steigt dann nieder durch die Furche 60, und vollendet das Ueberkehren der Kardätsche, welche dann auf der nächst liegenden oberen Kardätsche ruht, bis sie gereinigt ist und zurükgelegt wird. In dieser Lage läuft die Drehebürste zwischen den Zähnen der übergekehrten Kardätsche, wie Fig. 1. zeigt, wo die Operation des Reinigens der oberen Kardätsche N. 9. deutlich dargestellt ist. Die Weise, wie die obere Kardätsche, nachdem sie gereinigt wurde, auf ihren Plaz zurükgeführt wird, wird später beschrieben werden. Nach dem Ueberkehren der Kardätsche, N. 9., welches oben beschrieben wurde, schreitet die Halbmesserstange in Folge der Wirkung der Kurbel fort, bis sie die Kardätsche N. 20. erreicht, die, auf ähnliche Weise, übergekehrt und gereinigt wird. Die Halbmesserstange schreitet dann fort, wie vorher, bis sie zum Nadelrahmen oder Kamme gelangt, wo die Bürste sich selbst reinigt, indem sie sich, wie in Fig. 5., zwischen den Nadeln dreht. Bei ihrer, Rükkehr pakt die Halbmesserstange den Griff derselben oberen Kardätsche, der durch die Furche 60 auf, und durch die Furche 59 niedersteigt, und führt die Kardätsche wieder in ihre Lage zurük, wie man in Fig. 8. sieht. Wenn sie bei ihrer Rükkehr zu der vorderen Walze über die Dreieke 56 geht, kommt der Griff der oberen Kardätsche unter die hervorstehende Muschel oder unter das gekrümmte Haupt der schiebbaren Stange 58, welches dadurch etwas in die in Fig. 10. dargestellte Lage gehoben wird. 61 ist eine kleine Spiralfeder, die an der schiebbaren Stange 58 angebracht ist, welche sie niederbringt, nachdem sie erhöht wurde, wie man in Fig. 9. sieht. 62, Fig. 1., ist ein Zapfen, der an dem Gegengewichte der Halbmesserstange, 33, angebracht ist, und welcher zu dem gegliederten Hebel, 63, hinaufgebracht wird, wenn die sich drehende Bürste in Berührung mit dem Doffercylinder ist. 63 ist der gegliederte Hebel, der, wenn er mittelst des Zapfens 62 gehoben wird, das Zahnrad 55 um einen Zahn oder Raum weiter treibt, und dadurch veranläßt, daß die oberen Kardätschen in regelmäßiger Aufeinanderfolge übergekehrt werden. 64 ist eine Feder, die an dem Gestelle angebracht ist, und welche in die Kerben fällt, die auf dem Umfange des Rades ss dargestellt sind, welches dadurch während der Umdrehung der Halbmesserstange fest und stillstehend erhalten wird. Auf diese Weise werden, nachdem die oberen Kardätschen 9 und 20 übergekehrt und auf die beschriebene Weise gereinigt wurden, indem das Zahnrad um Einen Zahn gedreht wird, die Dreieke in eine Lage gebracht, in welcher sie auf die oberen Kardätschen, 8 und 19, wirken |171| können: und so geschieht es nach und nach bei allen übrigen oberen Kardätschen. Es werden folglich während jeder Umdrehung der Kurbelachse zwei obere Kardätschen gereinigt, mit Ausnahme zweier oberen Kardätschen für jede Umdrehung des Zahnrades ss , und je nachdem man mehr oder weniger Dreieke auf dem Umfange anbringt, kann eine größere oder geringere Anzahl oberer Kardätschen bei jeder Umdrehung gereinigt werden. In Fig. 2. ist 65 ein gezähnter Arm oder Zahnstok, der an der Halbmesserstange 33 angebracht ist, und 66 66 sind achtzehn Halbräder, die auf der Achse der oberen Kardätschen befestigt sind. Mittelst dieser Halbräder, die mit dem Zahnstoke 65 in Berührung kommen, wenn die obere Kardätsche übergekehrt wird, kommt jede obere Kardätsche (mit Ausnahme von 19 und 20) alsogleich wieder in ihre arbeitende Stellung, sobald sie von der, Drehebürste gereinigt worden ist. Die oberen Kardätschen, 19, 20, welche keine Halbräder haben, und außer dem Bereiche des Zahnstokes gestellt sind, werden alsogleich, nachdem sie gereinigt wurden, durch die Rükkehr der Halbmesserstange in ihre arbeitende Stellung gebracht; und das Aufsteigen des Griffes durch die Furche 59, und das Niedersteigen durch 60 wurde bereits beschrieben. Die noch übrigen Supplementar-Figuren stellen die folgenden Theile vor. Fig. 12. ist ein Durchschnitt des Kopfes des großen Kardätschencylinders, um die Lager der Halbmesserstange und des Zahnrades deutlich zu zeigen: diese ruhen auf diesem Kopfe, und so drükt kein Theil ihres Gewichtes auf die Achse. Fig. 13. zeigt die schiebbare Stange von der Halbmesserstange abgenommen. Fig. 14. stellt die Kante der schiebbaren Stange vor. Fig. 11. ist eine Kantenansicht oder ein Profil der Halbmesserstange 33 in Fig. 1. und des Haupttheiles des Apparates, der daran angebracht oder damit verbunden ist. Fig. 15. ist ein Grundriß einer oberen Kardätsche mit Angelgewinde und Griff in natürlicher Größe. Fig. 16. ist eine Kantenansicht oder ein Profil derselben, gleichfalls in natürlicher Größe. Fig. 17. ist ein horizontaler Grundriß eines Kardätschen-Angelgewindes mit seinem halben Rade in voller Größe. Fig. 18. ist eine Endansicht desselben, gleichfalls in voller Größe mit einem Schraubenstifte für dasselbe Rad. Da alle diese Theile bereits einzeln aufgezählt und beschrieben wurden, so darf hier nur noch erwähnt werden, daß jeder derselben mit denselben Buchstaben oder Ziffern bezeichnet ist.

Wir haben von dieser Maschine bereits Nachricht gegeben. Sie ist aber hier in einem größeren Maßstabe und besser abgebildet, und daher liefern wir sie wieder.

A. d. R.

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