Titel: Cook, Verbesserung in Verfertigung der Walzen oder Cylinder aus Kupfer.
Autor: Cook, Benjamin
Fundstelle: 1830, Band 38, Nr. LX. (S. 208–210)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj038/ar038060

LX. Verbesserung in Verfertigung der Walzen oder Cylinder aus Kupfer oder aus anderem Metalle oder aus Metallcompositionen zum Druken der Calicos, Seiden- und anderer Zeuge, worauf Benj. Cook, Messinggießer zu Birmingham, Warwickshire, sich am 23. April 1829 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts. N. 21. S. 133.

Diese Verbesserung besteht in einem Verfahren, den kupfernen Cylinder oder die äußere Schale einer Drukerwalze auf ihrer Doke |209| oder Achse zu befestigen. Wenn der kupferne Cylinder oder die äußere Oberfläche, auf welcher das Muster gravirt ist, auf eine bleibende Weise auf der stählernen Doke oder Achse befestigt ist, so muß, so oft man ein neues Muster druken will, die Walze aus der Presse ausgehoben, und eine neue dafür eingesezt werden, und wenn man dieses Muster gar nicht mehr braucht, wird die Walze abgedreht, d.h., das Metall wird an der Oberfläche derselben weggenommen, und der Durchmesser der Walze wird folglich verkleinert, wodurch nothwendig bei dem Wiedereinsezen derselben in die Presse viele Mühe und Ungelegenheit entsteht. Um diesem Nachtheile abzuhelfen, hat man kupferne Schalen oder Röhren eingeführt, die an ihrer Oberfläche gravirt sind, und die man nach Belieben von der Doke abziehen kann, so daß andere dafür aufgezogen werden können. Die Weise aber, wie diese Schalen mittelst Schnäbel und Ausschnitte bisher befestigt wurden (vergl. Attwood's Patent VII. Bd. 285 S. X. Bd. 307 S. des London-Journal), war wieder mit bedeutenden Auslagen und Schwierigkeiten verbunden.

„Meine Verbesserung,“ sagt der Patent-Träger, „besteht in der neuen Form, welche ich der Doke oder Achse gebe, auf welcher der Cylinder oder die äußere Schale aus Kupfer oder aus was immer für einem Metalle aufgezogen wird; 2) in der inneren Form oder Gestalt dieser äußeren Schale, und in der Art und Weise, derselben diese Gestalt zu geben.“

„Statt daß ich die Doken oder Achsen meiner verbesserten Drukerwalzen „(im Durchschnitte)“ kreisförmig, d.h. cylindrisch und etwas kegelförmig mache, wie sie bisher verfertigt wurden, mache ich dieselben elliptisch, oder auf irgend eine andere Weise excentrisch, oder cylindrisch-rosenförmig (cylindrically rose-shaped) und etwas verschmälert zulaufend oder kegelförmig, was dadurch geschehen kann, daß ich sie in einer ovalen oder excentrischen Drehebank drechsle, oder auf irgend eine andere bequeme Weise. Nachdem ich walzenförmige Güsse aus Kupfer, Messing, oder aus anderen geeigneten Compositionen von gehöriger Länge und Weite vorgerichtet habe, bohre oder verfertige ich auf irgend eine Weise ein walzenförmiges Loch durch die Achse eines jeden Gusses, und lasse eine kleine Schulter, oder einen nach innen hervorragenden Ring an einem Ende stehen, damit er als Hälter gegen die Doke wirken kann, wenn man den Guß abzieht, d.h., ihn nach der gehörigen Form und Größe zuformt.“

„Ich führe hierauf die Doke in den hohlen Guß ein, der die Schale derselben bilden soll, und bringe sie in eine Ziehebank oder andere brauchbare Maschine, und ziehe die äußere Oberfläche der Schale vollkommen cylindrisch durch Löcher oder Zieheplatten zu der |210| verlangten Größe ab, wodurch die Schale innenwendig nach der elliptischen oder excentrischen Form der Doke gebildet wird. Wenn sir nun auf diese Weise gebildet und genau cylindrisch abgedreht und polirt wurde, so bildet sie meine verbesserte Drukwalze.“

„Diese Doke, auf welcher die kupferne oder metallne Schale, wie oben angegeben ist, gezogen wurde, kann Journale? (journies) auf derselben eingedreht haben, und als arbeitende Achse in der Drukerpresse dienen; wenn sie aber nicht als solche gebraucht wird, müssen alle Achsen und Doken genau dieselbe Figur und Größe haben, wie die ursprüngliche Doke, damit alle äußeren Schalen gemeinschaftlich auf dieselben passen, und die Muster gewechselt werden können. Die Muster, oder Gegenstände, die gedrukt werden sollen, werden auf die äußere polirte Oberfläche der Schalen auf dieselbe Weise gestochen, wie es sonst zum Calico, Seiden- und Zeugdruke zu geschehen pflegt.“

„Mein Patent-Recht besteht in Anwendung der oben beschriebenen elliptischen Doken oder excentrischen Achsen, auf welchen die kupfernen oder metallnen Schalen gebildet und aufgepaßt werden, und in den Mitteln, die innere Seite der Güsse aus Kupfer, Messing etc. auf die oben beschriebene Weise genau zuzupassen.“

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