Titel: Marshall, Verfahren Cocoa-Extract zu bereiten.
Autor: Marshall, John
Fundstelle: 1830, Band 38, Nr. LXVII. (S. 241–242)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj038/ar038067

LXVII. Neues Verfahren Cocoa-Extract zu bereiten, worauf Joh. Marshall, Theehändler in Southhampton-street, Strand, sich am 10. December 1829 ein Patent ertheilen ließ, und welches er Marshall's Cocoa-Extract nennt.

Aus dem London Journal of Science. September. 1830. S. 336.

Dieses Verfahren in Bereitung des Cocoa weicht von dem gewöhnlichen ab; in wiefern aber dieses Product besser ist, als das gewöhnliche, das unter dem Namen Patent-Cocoa in den Kramladen vorkommt, sind wir nicht im Stande zu sagen, indem der gegenwärtige Patent-Träger die besonderen Vortheile bei seinem Verfahren, und auch das Neue, das er bei demselben in Anspruch nimmt, nicht angegeben hat.

Die Bereitungsmethode und die Verhältnisse der Materialien sind folgende: man nimmt ungefähr Ein Pfund Cocoa, entweder Caraccas- oder Trinidad-Nüsse, welche die besseren sind, und nachdem man sie gemahlen hat, mengt man sie mit ungefähr Einem Gallon reinen Wassers. Man kocht es ungefähr eine Stunde lang, und, nachdem das Oehl und der Schaum ganz rein abgenommen wurde, siebt man die Abkochung durch das Drath- oder Roßhaar-Sieb, um jedes Klümpchen und allen fremdartigen Stoff, der in derselben zurükgeblieben seyn mochte, vollkommen zu beseitigen.

Diese Flüssigkeit, die eine starke Cocoa-Abkochung ist, wird nun in einen Teller oder in ein flaches Gefäß gegossen, in ein heißes Wasserbad oder in ein Dampfbad gethan, (nicht über offenes rasches Feuer, damit nicht, obschon die wässerigen Theile schnell verdünsten müssen, das Extract anbrennt,) und beständig umgerührt, wodurch das Gerinnen vermieden wird. Nachdem die Abkochung durch die Hize bis zur Theriakdike verdikt wurde, ist sie hinlänglich abgeraucht, und wenn sie dann gehörig abgekühlt ist, gießt man das Extract in Flaschen, schließt alle Luft sorgfältig aus; auf diese Weise bereitet wird das Extract sich jede beliebige Zeit über gut und brauchbar erhalten lassen.96)

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Das Sonderbare bei diesem Patente ist, daß ein Nicht-Engländer eigentlich gar nicht wissen kann, was der Patent-Träger mit seinem Cocoa-Extract |242| will; ob er Cocoa-Extract oder Kokos-Nuß-Extract meint: denn bei den Engländern, wenn sie nicht wissenschaftlich gebildet sind, ist Kokos und Cacao Cocoa, wie man in Johnson, dem besten Lexikographen der englischen Sprache, sehen kann. Johnson selbst verwechselt Cacao mit Kokosnuß. Bei wissenschaftlich gebildeten Engländern ist heute zu Tage Cacao Chocolate-nut Tree, und die Kokosfrucht Cocoa.

A. d. Ue.

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