Titel: Brown, Verbesserungen an Taschenuhren.
Autor: Brown, Isaac
Fundstelle: 1830, Band 38, Nr. XCVI . (S. 362–376)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj038/ar038096

XCVI. Verbesserungen an Taschenuhren, worauf Isaac Brown, Uhrmacher in Gloucester Street, Clerkenwell, Middlesex, sich am 23. Sept. 1829 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts, N. 23., und dem Repertory of Patent-Inventions, N. 64.

Mit Abbildungen auf Tab. VII.151)

Die Verbesserungen des Patent-Trägers sind: 1) eine Methode, das Uhrwerk einer Taschenuhr oder eines Chronometers ohne Uhrschlüssel, bloß durch eine Verbindung des Ringes, welcher das Uhrglas hält, (besel of the case) mit dem gehenden Federhause (Cylinder) (going barrel) oder mit der gehenden Schneke (going fusee) aufzuziehen. 2) gewisse Weisen, diese Uhren oder Chronometer mit einem Weker zu verbinden, um lezteren zu jeder beliebigen Zeit laut werden zu lassen. 3) eine Vorrichtung, wodurch ein Uhrgehäuse ein niedlicheres Ansehen erhält, indem dadurch das Knöchelgefüge wegfallt, mittelst dessen es gewöhnlich geöffnet wird.

1) Aufziehen ohne Schlüssel. Wenn die Taschenuhr, welche aufgezogen werden soll, eine sogenannte gehende Schneke hat; so ist meine Verbesserung an derselben, wie in Fig. 3., wo eine Taschenuhr mit einer sogenannten gehenden Schneke und mit meiner Erfindung an derselben dargestellt ist: das Zifferblatt ist abgenommen, damit man das neue Werk sehen kann. a ist das Rad des Federhauses, oder Cylinders (barrel ratchet), welches die Federkraft der unterhalt. Es ist großer als gewöhnlich, um mehr Kraft zu gewinnen. b der Sperrkegel, der in das Rad des Federhauses eingreift, und den Rükgang desselben verhindert. c ist die Feder des |363| Sperrkegels. dd ist der Aufzieher, der mit den Zähnen des Rades des Federhauses correspondirt. Er besteht aus einem kreisförmigen Ringe, mit einem inneren kreisförmigen Zahnrade a.

Der Aufzieher ist gewöhnlich aus Stahl, ungefähr halb so dik, als der Raum zwischen der Säulenplatte und dem Zifferblatte; er kann aber auch aus Messing, oder aus irgend einem harten dauerhaften Metalle seyn. Der Aufzieher ist in den Ring des Gehäuses, welcher das Glas hält, (in den sogenannten Besel152)) eingelassen, und wenn dieser gehörig an dem Gehäuse angebracht ist, muß der Aufzieher gerade noch von der Säulenplatte frei stehen;153) er ist an dem Besel mittelst Schrauben und Stifte befestigt, oder kann, wie es am bequemsten ist,154) eingekittet werden. Die Viereke, eee, sind kleine Zapfen, zur Stüzung des Zifferblattes, um dasselbe in gehöriger Entfernung von der Säulenplatte zu halten.155) Die kleinen Kreise in der Nähe obiger Viereke stellen die Löcher zur Aufnahme der Füße des Zifferblattes vor: leztere können auf die gewöhnliche Weise mit stiften befestigt werden, oder das Zifferblatt kann auch mit Schrauben, die durch die Vorderseite desselben laufen, aufgeschraubt werden. Die Verbindung des Besels und die Form des Gehäuses sieht man deutlicher in Fig. 31., wo ich einen Durchschnitt desselben zur besseren Einsicht dargestellt habe.

In dieser Figur ist aa der Besel, unten mit einem hervorstehenden Rande, oo, dessen äußere Kante schief in Form eines Schwalbenschwanzes zugedreht ist, und in die Furche des Gehäuses, ii,156) paßt. Der Besel ist hier als aus der Furche des Gehäuses ausgehoben dargestellt, damit man ihn deutlicher sieht.

Um zu verhüten, daß der Besel nicht aus seinem Lager aufsteigt, wenn die Uhr geschlossen ist, sind drei oder mehr Schrauben angebracht, wie man bei p sieht: sie laufen in gleichen Abständen durch |364| das Gehäuse. Die Spizen derselben kommen gegen die schiefe Kante oder den Schwalbenschweif des unten hervorragenden Randes des Besels, und hindern das Aufsteigen desselben, während zu gleicher Zeit dem Besel freie Umdrehung gestattet ist.

Ich bediene mich zuweilen dreier stählerner Zäpfchen, g, g, g, Fig. 5., die an der Platte angeschraubt werden, und über den Ach zieher so hervorragen, daß derselbe sich frei und leicht bewegen kann.157) b, Fig. 31. ist das Rad des Federhauses; cc, der Aufzieher; d die Platte des Gehewerkes (movement plate); e, der Boden des Gehäuses; g, das Glas. Wenn man nun Fig. 3. untersucht, so wird es klar werden, daß, wenn der Besel des Gehäuses, hh, (an welchem der Aufzieher befestigt ist) von der Rechten zur Linken im Kreise umher bewegt wird, die Zähne des Aufziehers in die Zähne des Rades, a, eingreifen werden, welches auf dem vierekigen Theile der Spindel oder des Zapfens befestigt ist, und dadurch auch diesen lezteren drehen, und so die Hauptfeder aufziehen werden.

Wenn meine Vorrichtung aber zum Aufziehen einer Uhr mit einer Schneke gebraucht wird, so gibt dieß einen wesentlichen Unterschied, wie aus Fig. 4. deutlich erhellen wird.

In diesem Falle ist aa der Aufzieher mit einwärts gekehrte Zähnen des Rades. b ist das aufziehende Rad, welches sich auf einem kleinen hohlen Cylinder dreht, der sich aus einer Stahlplatte erhebt, die in die Säulenplatte der Taschenuhr eingelassen, und mit drei Schrauben befestigt ist, so daß dieser Cylinder über die Platte um nicht mehr als um die Dike des Bodens des Aufzieherades emporragt. Fig. 5. stellt die Stahlplatte mit ihrem Cylinder im Perspective dar. Fig. 6. zeigt das Aufzieherad mit seinem Sperrkegel und mit seiner Feder einzeln und abgenommen, und Fig. 7. dasselbe im Durchschnitte.

Man wird nun bei Vergleichung von Fig. 4. wahrnehmen, daß der vierekige Theil der Schneke durch den Cylinder kommt, um welchen sich das Aufzieherad dreht, und so viel über denselben emporragt, als nöthig ist, um das Sperrrad des Aufzieherades, c, aufzunehmen, welches auf dem vierekigen Theile aufgesezt ist, und daselbst mittelst eines durch das Ende durchlaufenden Stiftes festgehalten wird.

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Ich muß hier bemerken, daß das Sperrrad des Aufzieherades von dem Aufzieherade vollkommen frei ist, so daß, wenn der Sperrkegel des Aufzieherades beseitigt oder aus den Zähnen des Sperrrades, c, ausgehoben ist, der Schneke nach jeder Richtung freie Bewegung gestattet wird. Es ist nun offenbar, daß, wenn der Besel der Taschenuhr, an welcher der Aufzieher angebracht ist, von der Rechten zur linken herumgedreht wird, die Zähne des Aufziehers, die in das Aufzieherad eingreifen, dasselbe veranlassen werden sich um den Cylinder zu drehen. Der Sperrkegel des Aufzieherades wird nun in das Sperrrad desselben fallen, so daß dieses auch zugleich mit herumgeführt werden wird, und da lezteres auf dem vierekigen Theile der Schneke fest sizt, wird es die Hauptfeder der Taschenuhr aufwinden.

Wenn die Uhr auf diese Weise aufgezogen ist, so wird sie nicht ehe gehen können, als bis der Sperrkegel des Aufzieherades b aus dem Sperrrade desselben c ausgehoben wird. Ich hebe daher denselben auf folgende Weise aus. dd sind zwei stählerne Klammerchen, von welchen eines in Fig. 3. von der Seite dargestellt ist. Sie sind auf der Platte aufgeschraubt, und stehen über das Aufzieherad in einer schiefen Richtung hervor, wie man in Fig. 4. sieht, so daß ihre Spizen von dem Sperrkegel des Aufzieherades frei bleiben. Die Vorsprünge der Spizen dieser Klämmerchen liegen leicht auf dem Boden des Aufzieherades auf, und verhüten das Aufsteigen desselben von dem Cylinder. Es ragt ferner von der Spize des Sperrkegels eine zarte kreisförmige Feder hervor, deren Ende von dem Mittelpunkte weiter absteht, als der Sperrkegel oder die Sperrkegelfeder (wie man in Fig. 6. sieht); diese zarte Feder wird also während des Auswindens, so wie sie vor einem oder dem anderen Klämmerchen vorüberzieht, einwärts gebogen; wenn aber der Besel in entgegengesezter Richtung gedreht, wird, von der Rechten zur linken, so greift der Vorsprung eines jeden dieser Klämmerchen innerhalb der besagten Feder ein, und hebt den Sperrkegel aus dem Sperrrade des Aufzieherades aus, und wenn die Spize des Klämmerchens mit der Spize oder mit dem Ende des Sperrkegels in Berührung kommt, so geht er in dieser Richtung nicht mehr weiter. Ich bringe auch in kleiner Entfernung von dem Sperrkegel einen Stift in dem Aufzieherade an, um zu verhindern, daß es nicht zu hoch gehoben wird.

Man sieht aus Fig. 6., daß die kleine, von dem Sperrkegel hervorspringende, Feder in der Nähe der Spize des Sperrkegels etwas breiter wird, so daß, wenn der Vorsprung des Klammerchens vor dieser Erweiterung vorübergezogen ist, er nicht so leicht wieder zurük kann: dieß geschieht vorzüglich darum, um den Aufzieher gegen eine rükgängige Bewegung zu sichern, wenn die Uhr in der Tasche getragen wird. Ich ziehe aber ein Hammerwerk vor, so wie es gewöhnlich an den meisten |366| Taschenuhren mit Hemmwerk angebracht ist, und das sich an irgend einem bequemen Theile anbringen läßt.158)

g in Fig. 4. zeigt ein solches Hemmwerk: die Spize des Armes greift in die Zahne des Aufziehers, wodurch der Besel gehindert wird sich während des Tragens der Uhr zu drehen.

Ich richte nicht immer den Aufzieher so ein, daß sich derselbe während des Aufziehens nach einer und derselben Richtung dreht, sondern ich befolge zuweilen folgenden Plan, der einfacher und wohlfeiler ist, als der so eben beschriebene. aa, Fig. 9. ist eine Zahnstokvorrichtung zum Aufziehen, welche sich um einen Schraubenzapfen oder um eine Stüze bei g dreht. In der Nähe der äußeren Kante dieser Vorrichtung, bei h, sind zwei Stifte, und ein kurzer aus dem Besel hervorstehender Arm bei n kommt zwischen diese beiden Stifte zu liegen, so daß, wenn man den Besel dreht, sich diese Vorrichtung auf ihrer Stüze vorwärts und rükwärts bewegt. Der Umfang dieser Bewegung wird durch die Länge des Aufziehezahnstokes, b, bestimmt. Dieß kann auch durch einen zweiten, bei i aus dem Besel hervorstehenden. Arm geschehen, und durch die zwei Aufhälter oder Stifte, p, q, die in die Platte eingelassen sind. Wenn der Aufziehezahnstok in der in der Zeichnung dargestellten Lage sich befindet, mit seinem hinteren Ende gegen den Rahmen ruhend, wie bei s, so bildet er ein vollkommenes Segment von dem Drehezapfen oder Stüzpunkte bei g aus, und ist mittelst zweier Arme, uu, mit dem Rahmen verbunden. Ein Ende eines jeden dieser Arme ist mit dem Zahnstoke, das andere mit dem Rahmen mittelst Schraubendrehezapfen verbunden, auf welchen sie sich leicht drehen: die Arme stehen in etwas schiefen Richtungen gegen die Stüze bei g.

Es ist nun offenbar, daß, wenn der Besel des Gehäuses von der Rechten zur Linken bewegt wird, er den Aufziehezahnstok sammt seinem Rahmen in derselben Richtung mit sich ziehen muß, und daß die Zahne des Zahnstokes, die in die Zähne des Sperrrades des Aufzieherades, c, eingreifen (welches auf dem vierekigen Theile der Schneke befestigt ist), dieses Sperrrad um so viele Zähne herumführen werden, als Zähne im Zahnstoke in Thätigkeit gesezt wurden; wenn aber der Rahmen wieder zurükgedreht wird, und die geneigte Seite der Zähne des Zahnstokes gegen die geneigte Seite der Zähne des Sperrrades kommt, wird der Zahnstok in die Höhe getrieben, und wieder zurüklaufen, ohne has Sperrrad zu treiben.

An dem Zahnstokrahmen ist eine feine Feder bei x angeschraubt, dem |367| Spize gegen das Ende des einen der Arme drükt, der etwas über, den Schraubenzapfen hervorragt. Diese Feder soll den Zahnstok in seine Ruhe bei s zurükführen, nachdem er über das Sperrrad hinausgezogen ist. Auf diese Weise kann durch eine abwechselnde Bewegung des Besels hin und her, vorwärts und rükwärts, die Uhr aufgezogen werden, worauf der Besel zurük bewegt werden muß, bis der Arm i dicht an den Hälter p kommt, wo dann der Zahnstok von dem Sperrrade ganz frei werden und die Uhr gehen lassen wird.

Um den Zahnstok desto leichter aus dem Sperrrade aufsteigen zu lassen, wenn der Besel auf diese Weise zu seinem Hälter p zurükgeführt ist, bringe man einen Stift in das Ende des Zahnstokes bei o, der in eine Segmentfurche in der Platte bei d hervorragt, welche Furche bedeutend breiter als der Stift, und so lang ist, daß der Stift in dem Zahnstoke gegen das Ende etwas früher ansteht, als der Arm i des Besels den Hälter p erreicht. Auf diese Weise wird der Zahnstok aus den Zahnen des Sperrrades geworfen, und wird in dieselben einfallen, wann die Uhr aufgezogen ist. Es muß aber auch hier ein Hämmerwerk von derselben Art angebracht werden, wie das bei g in Fig. 4. dargestellte, damit der Besel sich nicht bewegen kann, wenn die Uhr in der Tasche getragen wird.

Ich wende auch folgende Methode zum Aufziehen einer Taschenuhr mit einer Schneke an, die vielleicht noch einfacher ist, als irgend eine der vorhergehenden. Man wird sie aus Fig. 32. begreifen. aa ist der Aufzieher, der an dem Besel befestigt ist, wie in Fig. 4. b ist das Aufzieherad, das an der Spindel der Schneke befestigt ist. c ist ein Zwischenrad, welches sich um einen Drehezapfen dreht, der in den Arm oder Hebel d eingeschraubt ist, welcher seinen Stüzpunkt in e hat, Das Ende dieses Armes kann etwas über die Außenseite des Gehäuses hervorstehen, oder mit einem Schieber an der Kante des Gehäuses verbunden seyn, so daß, wenn man das Ende des Hebels oder Schiebers bewegt, das Zahnrad mit dem Aufzieherade in oder außer Umtrieb gesezt werden kann: nach der Lage des Stüzpunktes des Hebels wird es jedoch immer mit dem Aufzieher, aa, in Wirkung bleiben. Nenn die Uhr aufgezogen werden soll, wird das Rad c in Umtrieb mit dem Aufzieherade b gebracht, und wenn dann der Besel gedreht wird, wird die Uhr aufgezogen werden. Hierauf wird das Zwischenrad wieder außer Umtrieb gebracht, indem man den Schieber in entgegengesezter Richtung bewegt.

Man wird begreifen, daß die Besel dieser lezten zwei Aufzieher in die Furche oder in das Bett auf dieselbe Weise eingeschraubt werden, wie es oben bereits beschrieben wurde. Ich muß auch bemerken, daß ich die Gangräder in der Zeichnung Fig. 3, 4, 9. bloß deßwegen aufführte, |368| um die Lage der Räder zu zeigen, indem ich nicht im Sinne habe, irgend eine Veränderung weder in der Größe noch in der Zahl der gewöhnlich gebrauchten Theile vorzunehmen.159)

Um jedoch die Taschenuhr mit einer gehenden Schneke (going fusee) so flach zu machen, als möglich, nehme ich das beständige Sperrrad und die Gehefeder (going spring) zwischen dem großen Rade und dem Messing der Schneke (fusee brass) oder dem Spiralfederhause (spiral barrel), wo sie sonst immer hingesezt werden) heraus, und bringe sie an die untere Seite des großen Rades. Der Plan, den ich hierbei befolgte, ist folgender, und erhellt aus der Zeichnung. Fig. 10. ist die untere Seite des großen Rades. ee ist die Vertiefung oder die kreisförmige Höhlung zur Aufnahme des beständigen Sperrrades: sie ist tief genug, um zu verhindern, daß die Zähne des Sperrrades nicht über die Oberfläche des Rades emporsteigen, wie man aus dem Durchschnitte dieses Rades in Fig. 14. sieht. Das Sperrrad dreht sich um eine Röhre, die, wie gewöhnlich, aus dem Rade ausgedreht ist. Innerhalb dieser Vertiefung ist eine Furche b zur Aufnahme der Gehe- oder Hauptfeder, Fig. 11., deren eines Ende mittelst eines Stiftes in dem großen Rade befestigt ist, und das andere in dem beständigen Sperrrade. Fig. 12. ist das beständige Sperrrad, (perpetual ratchet), mit seinen Sperrkegeln und Federn, dessen Zähne an der unteren Seite emporsteigen, und nicht, wie gewöhnlich, an der Kante. Fig. 15. zeigt dasselbe im Durchschnitte. Fig. 13. ist das Sperrrad der Schneke. Fig. 16. ein Durchschnitt desselben.

Die Schneke ist auf folgende Weise zusammengesezt. Erstlich wird das große Rad auf die Schneke gebracht; zunächst kommt die beständige Feder in ihre Furche b; hierauf wird das beständige Sperrrad aufgesezt, und zulezt endlich das Sperrrad der Schneke, welches mittelst eines Stiftes an der Spindel der Schneke befestigt ist, damit das beständige Sperrrad nicht zu fest angehalten wird.

Die Weise, nach welcher der Federvorfall (spring detant) auf die beständige Feder wirkt, (Fig. 17. zeigt den Federvorfall von der Seite) ist durch Fig. 18. dargestellt, wo man diejenige Seite der Platte sieht, die dem Zifferblatte zugekehrt ist. Die Schneke sieht man durch die Vertiefung für das dritte Rad. a, ist das große Rad. b, das beständige Sperrrad mit seinen Sperrkegeln und Federn. c, das Sperrrad der Spindel. Der Federvorfall ist in eine Furche in der Platte |369| bei d eingelassen, so daß der Haken der Feder leicht auf den Zähnen des beständigen Sperrrades aufliegt. Hieraus erhellt offenbar, daß der Federvorfall das beständige Sperrrad in Einer Richtung laufen lassen wird, nicht aber in der anderen, indem der Haken die Zahne fassen, und so den Rükgang des Rades hindern wird. Auf diese Weise gewinne ich so viel Höhe in der Schneke, als die Dike des beständigen Sperrrades beträgt.160)

Ich will hier die Weise erklären, nach welcher meine Uhren, die man ohne Schlüssel aufziehen kann, zusammengesezt und zerlegt werden: sie ist folgende. Nachdem das Gehewerk der Uhr (the movements) auf die gewöhnliche Weise zusammengesezt wurde, befestige ich dasselbe in dem Gehäuse mittelst Schrauben oder auf eine andere Weise, worauf ich (wenn die Uhr eine Schnekenuhr ist) die kleine Stahlplatte mit ihrem Cylinder anschraube, durch welchen der vierekige Theil der Schnekenspindel kommt. Hierauf seze ich das Aufzieherad auf den Cylinder, und befestige es an seiner Stelle mittelst seiner zwei Zapfen; zunächst befestige ich mittelst eines Stiftes das Aufziehesperrrad an die Spindel der Schneke, und zulezt seze ich den Besel mit seinem Aufzieher auf, der auf die oben beschriebene Weise gegen das Aufsteigen aus seiner Furche gesichert ist. Endlich wird das Zifferblatt mit seinen Zeigern aufgesezt, und das Glas in den Besel eingeschnappt.

Wenn die Uhr wieder in Stüke zerlegt werden soll, nehme ich zuerst das Glas heraus, indem ich einen kleinen Drath durch ein Loch in die Höhe schiebe, das durch den Besel gegen die Kante des Glases gebohrt wurde, wie man bei o in Fig. 29. sieht. Hierdurch wird das Glas herausgeworfen. Hierauf nehme ich die Zeiger, und dann das Zifferblatt ab etc.

Damit das Gehäuse gleichförmig und nett ausfällt, indem kein Gefüge an dem schiebbaren Besel ist, beseitige ich das äußere Gefüge des Bodens des' Gehäuses, indem ich eine Vorrichtung anbringe, die ich Knöchelfeder (spring knuckle) nennen will, die man von außen nicht sieht.

Diese Vorrichtung ist in Fig. 19. dargestellt. a, ist der Boden des Gehäuses, welcher die Knöchelfeder enthält. bb, ist die Feder, welche halbkreisförmig nach der Größe des Gehäuses gemacht ist. Gegen die Enden hin ist sie etwas dik, wo sie an dem Boden des Gehäuses entweder mittelst Schrauben, oder auf eine andere Weise befestigt ist. Der andere Theil der Feder ist etwas dünn, bis er in die Nähe |370| des Knöchels kommt, so daß er bei einem sehr kleinen Druke nachgibt. Der Knöchel steht höher als die Feder, und wird in solcher Höhe verfertigt, wie es die Dike des Gehäuses fordert: er ist aus dichtem Stahle, welcher Federharte besizt. Fig. 20. zeigt die Knöchelfeder im Perspektive. c ist der Zapfen, der auf dem Boden des Gehäuses aufgeschraubt ist, und etwas über die Feder vorsteht: er soll verhüten, daß das Gehäuse nicht zu weit geöffnet wird, und die Feder keine Gewalt erleidet. Fig. 21. zeigt diesen Zapfen von der Seite. dd ist das Gefüge oder der Knöchel des Gehäuses.

Meine Erfindung besteht ferner in einer neuen mechanischen Vorrichtung und Verbindung von Werken, die sich überall anwenden läßt, wo ein Weker gesperrt oder losgelassen, oder auch ein Schlagwerk an einer Stokuhr, das ganze und Viertelstunden schlägt, gestellt werden soll.

Fig. 22. stellt dasjenige vor, was man gewöhnlich das Zifferblatt oder Zeigerwerk (dial-work) an einer Uhr nennt, an welcher meine Erfindung angebracht ist. Zuerst das, was den Weker betrifft, a ist die Wekerschneke, deren hintere Spindel durch beide Platten des Gehewerkes oder der Uhr durchläuft. Die vordere Spindel kommt durch den Mittelpunkt des Zifferblattes des Wekers, a, Fig. 29., und führt den Wekerzeiger. An dem Ende der hinteren Spindel ist ein gerändelter Kopf oder ein gerändeltes Niet, welches dicht an die Platte kommt, und so die Schneke an dem Aufsteigen aus ihrer Stelle hindert, zugleich aber auch zur Stellung des Wekerzeigers dient. Es ist offenbar, daß die Zeiger des Wekers auf jeden beliebigen Theil des Zifferblattes desselben mittelst des gerändelten Kopfes gestellt werden kann.161) Dieser leztere ist, zugleich mit der Schneke, in Fig. 23. dargestellt.

Der Nuzen der Kerbe an der Kante der Schneke wird unten erklärt werden: eine Seite der Kerbe steht senkrecht auf den Mittelpunkt, die andere schief. b ist das Wekerrad, von derselben Größe und Nummer, wie das Stundenrad h; die Zähne des Wekerrades greifen in die Zähne des Stundenrades, und ersteres dreht sich folglich in derselben Zeit herum, d.h., in zwölf Stunden. Es ist hier als durchbohrt dargestellt, um die Wirkung des Aushebehebels auf die Schneke des Wekers zu zeigen. Es läuft auf der vorderen Spindel der Wekerschneke, und eine kreisförmige Feder hindert dasselbe, sich zu leicht auf dieser Spindel zu bewegen. Diese Feder drükt gegen die Spindel, wie man in dem abgenommenen Wekerrade sieht: Fig. 24. cc ist der Aushebehebel, dessen gekrümmte Spize auf der Kante der Wekerschneke ruht, und der Schweif liegt dicht an dem Halse des Hängezapfens oder Griffes |371| der Uhr. Eine Feder, d, welche gegen einen kleinen hervorstehenden Arm dieses Hebels drükt, hält denselben in seiner Lage.

Es ist nun offenbar, daß, da das Wekerrad ziemlich fest auf der Spindel der Schneke aufsizt, es die Schneke mit sich umdrehen muß, so daß durch den Gang der Uhr die Kerbe in der Kante der Wekerschneke zu dem gekrümmten Theile des Aushebehebers alle zwölf Stunden herumgeführt werden muß, und sobald die senkrechte Seite der Kerbe vor der gekrümmten Spize des Aushebehebers vorbei ist, wird sie mittelst der Feder, d, in die Kerbe eingetrieben, und der Schweif des Hebels aus dem Halse des Gehänges herausgeworfen; die schiefe Seite der Kerbe wird aber den Hebel wieder in seine vorige Stellung heben.

Die Vorrichtung, das Schlagwerk einer Uhr zu stellen, ist folgende. e in Fig. 22. ist ein Triebstok von derselben Nummer, wie der gewöhnliche. Die Spindel desselben läuft durch beide Platten und hat ein gerändeltes Haupt an seinem Ende, gerade so, wie die Schneke des Wekers. Dieser Triebstok ist mit dem Minutenrade, g, mittelst eines Zwischenrades, f, verbunden, welches irgend eine erforderliche Anzahl von Zähnen eingeschnitten haben kann, indem es bloß dazu bestimmt ist, die Richtung des Triebstokes, e, zu andern. Hieraus erhellt offenbar, daß der Triebstok, e, in derselben Zeit seine Umdrehung vollendet, als der Röhrentriebstok (cannon pinion), d.h. in Einer Stunde.

An dem Triebstoke, e, ist ein Arm mit einem Stifte in der Nähe der Spize angebracht, der unter dem unteren Arme der Gloke eingreift, h aushebt, und dieses so oft hebt,162) als er herum kommt (in der Zeichnung ist es zum Theile gehoben dargestellt). Wenn aber der untere Arm des Glokenaushebers von dem Stifts in dem Atme des Triebstokes e abfallt, wird der obere Arm des Aushebers nach dem Halse des Gehänges oder Griffes der Uhr mittelst einer Feder, k, zurükgeführt die gegen einen kurzen hervorstehenden Arm des Aushebers drükt.

Mittelst des gerändelten Hauptes an dem Ende der Spindel des Triebstokes, e, kann dem Röhrentriebstoke Bewegung mitgetheilt, und auf diese Weise die Uhr auf die Zeit gestellt werden. Um aber jedem Zufalle vorzubeugen, der durch eine Rükbewegung des Minutenzeigers |372| über die Stunde entstehen könnte, mache ich den unteren Am des Glokenaushebers so, wie er in Fig. 25. dargestellt ist, d.h., auf dieselbe Weise, wie die Passirfeder eines Chronometers, wodurch der Stift in dem Arme des Triebstokes e zurük kann, ohne daß der Ausheber bewegt wird.

Das Zifferblatt des Meters ist ein kleines Zifferblatt, von derselben Größe, als jenes des Secundenkreises. Es ist mit dem Wekerrade mittelst einer kleinen Röhre verbunden, welche aus dem Mittelpunkte des Wekerrades hervorsteht, und in den Mittelpunkt des Zifferblattes fest paßt. Das Zifferblatt ist mit den Stunden so) wie das Zifferblatt einer kleinen Taschenuhr, bemahlt (wie Fig. 29. zeigt), und in dem Zifferblatte der Taschenuhr befindet sich eine kreisförmige Oeffnung, durch welche man das Zifferblatt des Wekers sieht, wie a in Fig. 29.163)

Der Wekerzeiger muß in eine solche Lage gestellt werden, daß er genau auf den Mittelpunkt des Gehänges oder Uhrgriffes weiset, wann der Aushebehebel fällt, oder aus dem Gehänge herausgeworfen wird, und wenn XII auf dem Zifferblatts des Wekers in dem Mittelpunkte des Gehänges oder Uhrgriffes steht, muß der Stunden- und Minuten-Zeiger so gestellt werden, daß er in derselben Richtung weiset, d.h. XII Uhr.

Man wird nun sehen, daß, wenn der Minutenzeiger einen Umlauf vollendet hat, und wieder auf das Gehänge weiset, der Stundenzeiger auf I Uhr deuten wird, und dann wird I auf dem Zifferblatte des Wekers nach dem Gehänge zeigen, u.s.f. mit allen übrigen Stunden. Wenn man nun einen Punkt auf dem Zifferblatte der Uhr dem Mittelpunkte des Gehänges oder Uhrgriffes gegenüber bestimmt; so wird er die Stunde des Tages auf dem Zifferblatte des Wekers andeuten; und da der Zeiger des Wekers und das Zifferblatt desselben sich zugleich bewegen, und der Aushebehebel jedes Mal ausgeworfen wird, wann der Zeiger des Wekers nach dem Gehänge oder Uhrgriffe zeigt, so ist offenbar, daß, der Zeiger des Wekers mag auf was immer eine Stunde auf dem Zifferblatte des Wekers gestellt werden, der Aushebehebel aus dem Gehänge genau zu dieser Stunde ausgeworfen werden wird.

Ich bringe auch einen kleinen Schieber an der Kante des Gehäuses an, auf derselben Seite des Gehänges, auf welcher der Aushebehebel sich befindet, so daß, wenn kein Weker gebraucht wird, er dicht unter den Schweif des Hebels hinauf geschoben werden, und den Druk |373| der gekrümmten Spize der Kante der Wekerschneke aufnehmen kann, so daß er im Gange der Uhr kein Hinderniß erzeugt.164)

Ich will nun die Art beschreiben, wie das Weker- und Gloken- oder Schlagwerk mittelst des Aushebehebels und des Glokenaushebers auf einander wirken; muß aber vorher bemerken, daß ich einen Durchschnitt oder eine Seitenansicht des Gloken- und Wekerwerkes zusammen, aber abgenommen und mit der Zeigerplatte, in Fig. 26. gegeben habe. Der Rahmen, aa, welcher das Räderwerk umfaßt, ist kleiner, als die Zeigerplatte, b, damit die Gloke, cc, die Werke bedekt.165) Die Gloke ist auf einen Zapfen, d, aufgeschraubt, welche in dem Mittelpunkte der oberen Platte befestigt ist. Durch die Gloke führen, den Spindeln der Federhäuser gegenüber, zwei Löcher, damit das Werk entweder mittelst eines besonderen Schlüssels, oder durch gerändelte aufgeschraubte Köpfe auf den Spindeln, wie man dieselben in ee sieht, auf gezogen werden kann.

Der Weker besteht aus einem sogenannten gehenden Federhause oder Cylinder (going barrel), mit einem stählernen Rade an einem Ende, das in Zahne eines Sperrrades ausgeschnitten ist um den Hammer zu treiben: an dem anderen Ende ist das große Rad, welches das Räderwerk treibt. Das Räderwerk besteht gewöhnlich aus drei Rädern und vier Triebstöken; ich verfertige aber zuweilen das Wekerwerk mit einem sogenannten Sorgenrade (contrite wheel) am Ende des gehenden Federhauses, welches einen Triebstok mit einer Hemmung (balance) oder mit einem Kronenrade (crown wheel) treibt; wo dieß in Thätigkeit tritt, treibt eine Ruthe (verge) den Hammer, der auf der Spindel der Ruthe befestigt ist.166)

Das Gloken- oder Schlag-Werk hat gleichfalls ein gehendes Federhaus mit derselben Anzahl von Rädern und Triebstöken, nebst einem Schlaghammer mit seiner Feder: alles ist hier so vorgerichtet, wie bei den meisten modernen Schlagwerken. Die beiden Drathschweife, gg, welche durch die Zeigerplatte b hervorstehen, sind, der eine mit dem Wekersperrer, der andere mit dem Stundenregulir-Hebel verbunden, die man am deutlichsten in Fig. 27. sieht, wo a der Stundenregulirungs-Hebel |374| ist, der auf einem Drehezapfen wirkt, welcher in die Platte eingeschraubt ist. b ist der Schweif des Drathes. x ist die Regulirfeder. Leztere ist zunächst an der Stelle, wo sie an dem Hebel aufgeschraubt ist, sehr dünn, und an dem anderen Ende ist ein Haken, der in das Sternrad, e, eingreift, und dasselbe jedes Mal treibt, wo der Hebel von dem Glokenwerk-Ausheber gehoben wird. Man sieht diese Feder von der Seite in Fig. 28.

Aus der Gestalt dieses Hakens ist es klar, daß, wenn der Regulirhebel mittelst seiner Feder, c, zurükgeführt wird, nachdem die Gloke geschlagen hat, der, schief niedersteigende Theil des Hakens, wenn er in Berührung mit den Zahnen des Sternrades kommt, (welches gleichfalls auf der Seite schief abgedacht ist), auf eine schiefe Fläche wirken, und die Feder so heben wird, daß der Haken darüber weggehen wird ohne das Rad zu bewegen, und bereit seyn wird, das Sternrad um eine andere Abtheilung herumzudrehen, sobald der Hebel wieder gehoben wird. Der Hüpfer, d, mit seiner Feder sichert das Sternrad, daß es sich nie um mehr als eine Abtheilung auf ein Mal bewegt.

Das Sternrad, e, ist in zwölf Zähne ausgeschnitten, und auf einem hohlen Cylinder zugleich mit der Schneke der Gloke, g, befestigt: beide stehen in geringer Entfernung von einander. Es dreht sich um einen Drehezapfen, der in den Mittelpunkt der Platte eingeschraubt ist. Der Cylinder ist von solcher Länge, daß er etwas durch die Zeigerplatte hervorsteht, und führt den Zeiger, wie man bei a, Fig. 30. sieht.

Der Haken des Zahnstokes, h, hat einen gekrümmten Schweif, der mit einem kurzen Arme des Regulirhebels in Berührung kommt, wodurch, so oft der Hebel durch den Glokenausheber gehoben wird, der Haken aus dem Zahustoke, i, gehoben wird, und der Zahnstok wieder durch seine Feder, k, zurükgetrieben wird. Der Arm des Zahnstokes fällt gegen die Schneke und regulirt das Schlagen. n ist der Vorfallflügel (gathering pallet), der den Zahnstok aufzieht, wie die Uhr schlägt.

Bei p ist ein Stift in dem Regulirhebel, der durch eine Oeffnung in der Platte hervorragt, und mit einem Stifte in einem der Räder in Berührung kommt, so oft der Hebel gehoben wird, wodurch die Gloke vor dem Schlagen geschüzt wird, bis der Hebel zurükfällt. Der Wekerhammer ist bei v dargestellt, und s ist seine Feder.

Wenn nun die Gloke Viertelstunden schlagen soll, so braucht man nichts mehr, als das Sternrad in 48 Zähne zu schneiden, und die Glokenschneke so zu verfertigen, wie sie bei den meisten modernen Schlagwerken vorkommt, welche Viertelstunden schlagen; ferner den Triebstok, |375| e, in der Taschenuhr, der in Fig. 22. dargestellt ist, mit vier Armen, statt mit Einem, auszustatten, und die Uhr wird bei ihrem Gehen Viertelstunden schlagen. Man kann sie auch ihre Kraft wiederholen, d.h., repetiren machen, wenn man eine Verbindung von dem Zahnstokhaken zu einem Zapfen oder Knopfe an irgend einem bequemen Theile des Untersazes, wie bei b, Fig. 29., anbringt, der mit dem Finger oder auf irgend eine Weise niedergedrükt werden kann, und so den Zahnstokhaken aushebt.

Der Wekersperrer bekommt, wie man bei t, Fig. 27., in punktirten Linien sieht, einen Elbogen; er ist auf einer Spindel befestigt, die mit einem Drehezapfen versehen ist, und wirkt innerhalb der Platten des Gehewerkes: es wird etwas von der Kaste der Platte weggefeilt, damit der Drachschweif, u, durch die Zeigerplatte durch kann. An dem anderen Ende des Sperrers ist ein Stift, der gegen die Kante des Flugrades, o, ruht, das gleichfalls einen Stift in seiner Kante führt, und gleichfalls durch punktirte Linien dargestellt ist. Er wird in dieser Lage mittelst einer feinen Feder, w, erhalten, welche gegen den unteren Arm des Sperrers drükt, so daß der Weker nicht los gehen kann, bis der Stift des Sperrers von der Kante des Rades entfernt wird, welches jedes Mal geschieht, wann der Aushebehebel aus dem Gehänge oder Uhrgriffe ausfällt, wo er in Berührung mit dem Drathschweife, u, des Wekersperrers kommt, und diesen aus dem Flugrade, o, hebt.

Die Weise, wie die Taschenuhr mit dem Weker- und Schlags Werke verbunden wird, ist folgende. Fig. 30. ist ein Untersaz aus Holz oder Metall. Das Wekerwerk und Gloken- oder Schlag-Werk ist rükwärts in den Untersaz ungefähr bis in die Hälfte desselben mit der Zeigerplatte eingelassen, um an der Vorderseite zu weisen, wie man in Fig. 30. sieht. a ist ein kleines Zifferblatt auf der Mitte der Platte, auf welchem die Stunden gemahlen sind, wie man in der Figur sieht. Die Oeffnung an der Vorderseite ist so groß, daß die Taschenuhr mit dem Gehäuse in dieselbe paßt, wenn sie mit Leder oder Felbel ausgefüttert ist. Der Boden des Gehäuses der Taschenuhr wird von der Zeigerplatte mittelst eines ledernen Ringes, b, etwas entfernt gehalten, so daß er den Zeiger nicht berührt.167) Die beiden Drathschweife des Wekersperrers und des Regulirhebels ragen in diese Oeffnung durch die Zeigerplatte über XII hervor, und kommen etwas über das Gehänge oder den Uhrgriff: sie stehen in solcher gleichen Entfernung von einander, daß sie das Gehänge oder den Griff zwischen sich durchlassen. Es ist ferner eine Vertiefung für den Knopf |376| des Gehänges oder Uhrgriffes ausgeschnitten, damit die Uhr immer in derselben Lage gehen muß.

Um nun die Taschenuhr so anzubringen, daß sie die Stunden richtig schlägt, muß der Zeiger in der Richtung 1, 2, 3 u.s.f. auf die Stunde gestellt werden, welche die Uhr zulezt schlug. Es sey nun z.B. die Stunde auf der Uhr halb Ein Uhr; so steht der Zeiger, so wie er in a, Fig. 30. dargestellt ist, richtig. Wenn aber die Stunde auf der Uhr Drei Uhr vorüber ist, so muß der Zeiger auf III gestellt werden, und, wenn die Uhr so angebracht ist, wie Fig. 29. zeigt, so wird die Gloke die Stunden schlagen, wie die Uhr fortgeht.168) Wenn der Weker gebraucht werden soll, so ist nichts anderes nothwendig, als den Zeiger des Wekers auf die Stunde zu stellen, an welcher er nach dem Zifferblatte des Wekers losgehen soll, den Weker in den Untersaz zu sezen, und denselben aufzuziehen.

Die Punkte, auf welche ich mein ausschließliches Recht und Privilegium an den obigen Erfindungen gründe, sind; 1) die neuen Verbindungen des Mechanismus, durch welche der Aufzieheapparat hervorgebracht wird. 2) die Schneke und das Rad des Wekers mit dem Aushebehebel und mit seiner Feder. 3) der Mechanismus für das Schlagwerk, wie er in Fig. 22. dargestellt ist, in Verbindung mit dem Stundenregulirungs-Hebel, wie man bei a in Fig. 27. sieht. 4) der Mechanismus, der mit der gehenden Schneke und mit dem Federausfall, d, Fig. 18., verbunden ist. 5) endlich die Weise, wie der Boden des Gehäuses mittelst einer Knöchelfeder geöffnet wird, wodurch die Hervorragung außen an dem Gehäuse überflüssig wird.

Wir liefern Hrn. Brown's Patent auf Uhren, die man ohne Schlüssel ausziehen kann, etwas später, weil dasselbe in dem Handwerker bereits früher, N. 100. im Julius erschien, und weil wir bereits mehrere, und sogar alte, Vorrichtungen besizen, Uhren ohne Schlüssel aufzuziehen, dergleichen wir eine, auf welche Hr. Berolla sich ein Patent geben ließ, im XXXI. Bd. des polyt. Journ., S. 296. beschrieben haben. Erst kürzlich hat ein berühmter Uhrmacher in Stuttgart, Hr. Hildenbrandt, Uhren, die man ohne Schlüssel aufziehen kann, nach einer neuen von ihm erfundenen Vorrichtung verfertigt.

Da der Handwerker a. a. O. in einer gegen uns (als Reclamanten unseres Eigenthumes) gerichteten Note S. 192. sagt: „wir legen darauf keinen Werth, ob wir etwas zuerst übersezen, sondern nur darauf, daß wir gut wählen für unser Publikum und richtig übersezen;“ so haben wir die Uebersezung dieser Patent-Erklärung des Hrn. Brown im Handwerker N. 100. mit dem Originale verglichen, und überdieß noch durch einen Dritten unsere Uebersezung mit dem Originale und mit der Uebersezung im Handwerker vergleichen lassen, und die Abweichungen und Weglassungen in lezterem in Anmerkungen beigefügt, damit der Leser mit eigenen Augen sehen mag, wie richtig öfters selbst in jenen Blättern übersezt wird, die nur darauf Werth legen, daß sie richtig übersezen.

A. d. Ue.

|363|

Wir erlauben uns dieses altsächsische Wort wieder in die deutsche Sprache des 19ten Jahrhundertes, statt seiner Umschreibung und der zweideutigen Synonyme Fassung, aufzunehmen. Besikel sind niederdeutsch Brillen.

A. d. Ue.

|363|

Just free of the pillar plate.“ Im Handwerker und Künstler heißt es: die Säulenplatte beinahe berühren;“ was nicht richtig übersezt ist, und zu, Irrungen Veranlassung geben könnte.

A. d. R.

|363|

As most convenient.“ Ist im Handwerker bloß durch oder auch übersezt, d. i. so viel als förmlich weggelassen.

A. d. R.

|363|

To support the dial from the pillar plate.“ Im Handwerker heißt es: Stüzen, welche die Säulenplatte in gehöriger Entfernung vom Zifferblatte halten.“ Dieß ist nun durchaus nicht der Fall. Die Säulenplatte ist durch ihre Säulen befestigt und gestüzt; das Zifferblatt wird hier durch diese Zapfen gestüzt.

A. d. R.

|363|

ii ist weder im London Journal noch im Repertory angedeutet. Es wäre sehr zu wünschen gewesen, daß diese Zusammenfügung der beiden Gehäusedekel deutlicher abgebildet und beschrieben worden wäre. Es wären dadurch auch die Mißverständnisse im Handwerker erspart.

A. d. Ue.

|364|

I sometimes use three steel studs, as represented at ggg, Fig. 3., which are screwed to the plate, and project over the winder so, as to let the winder move easy.“ Dieß ist im Handwerker so übersezt: Ich bediene mich manchmal dreier stählerner Klöbchen, wie sie bei ggg dargestellt sind, um den Aufzieher niederzuhalten, indem sie sich über denselben her erstreken, doch so, daß sich derselbe leicht bewegen läßt.“ Es ist im Originale kein Wort davon: „um den Aufzieher niederzuhalten;“ wohl aber von freier und leichter (easy) Bewegung.

A. d. R.

|366|

But I prefer a stop work, such as is generally used to most stop watches, which may be introduced at any convenient part. Dieß ist im Handwerker übersezt: „indeß ziehe ich ein Hemmwerk vor, wie es an den meisten Uhren angebracht ist, deren Gang sich beliebig aufhalten läßt.“

A. d. R.

|368|

Dieser Saz fehlt gänzlich im Handwerker S. 181., wo es dafür heißt: „es versteht sich von selbst, daß der obere Gehäusring bei diesen beiden zulezt beschriebenen Aufziehewerken ebenfalls eine schwalbenschwanzförmige ausgekehlte Leiste hat, in der die Spizen von Schrauben liegen, bei welcher Einrichtung sich der Gehäusring, wie gesagt, drehen läßt, während er doch mit dem unteren Theile des Gehäuses gehörig verbunden ist.“

A. d. R.

|369|

Die beiden Säze: indem der Haken und auf diese Weise etc.“ sind im Handwerker weggelassen. Dafür heißt es daselbst aber: „Auf diese Weise kann ich, ohne die Uhr diker zu machen, die Schneke um die Stärke des fortwährend wirkenden Sperrrades erhöhen.“

A. d. R.

|370|

Dieser Saz ist im Handwerker weggelassen.

A. d. R.

|371|

An arm with a pin near the point, that takes under the lower arm of the clock, discharges h, and lifts it every time it comes round. Dieß ist im Handwerker so übersezt: ein Arm und in der Nähe der Spize des lezteren ein Stift angebracht, welcher den unteren Arm des Schlagwerkaushebers h greift, und diesen, so oft er herum kömmt, in die Höhe hebt.“

A. d. R.

|372|

Diese lezten beiden Säze: durch welche etc.“ sind im Handwerker weggeblieben.

A. d. R.

|373|

So that, when the alarum is not wanted, it may be pushed up close to the tail of the lever, and take the pressure of the curved point of the edge of the alarum snail, that it may be no hinderante to the going of the watch. Dieß ist im Handwerker so übersezt: „so daß, wenn der Weker nicht gebraucht wird, man den Schieber dicht an den Schwanz des Hebels drükt; daher der krumme Theil des Hebels von dem Rande der Wekerschneke abgerükt ist.

A. d. R.

|373|

That the bell, cc, may cover the works; heißt im Handwerker: „damit Plaz für die Gloke, cc, bleibt.“

A. d. R.

|373|

Dieser ganze Saz, von ich verfertige bis befestigt ist,“ ist im Handwerker gleichfalls weggelassen.

A. d. R.

|375|

So daß,“ etc. fehlt im Handwerker.

A. d. R.

|376|

Der Saz: Wenn aber bis fortgeht ist im Handwerker weggelassen.

A. d. R.

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