Titel: Ueber die zwekmäßigste Form der Zähne an Räderwerken
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 38, Nr. XXII./Miszelle 7 (S. 73)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj038/mi038022_7

Ueber die zwekmäßigste Form der Zähne an Räderwerken

hat sich schon seit längerer Zeit wieder Streit unter den englischen Mechanikern erhoben, die sich, einige Zeit über, mit der Epicykloide, als der besten Form, begnügten. Es ist sehr zu bedauern, daß die besten Schriftsteller in der Mechanik diesen wichtigen Gegenstand zu sehr vernachlässigten, und daß man so zu sagen nur polemische Fragmente hierüber im Mech. Mag. besizt, aus welchen nichts Ganzes hervorgeht. Ein Hr. S. Y. schlug im Mech. Mag. (in laufendem Bande S. 283.) die Involute vor, und ihm stimmt jezt ein Hr. R. C. ebendaselbst, N. 367. S. 431. aus dem Grunde bei, weil 1) ein Rad mit epicykloidalen Zähnen nur Triebstöke von einer und derselben Form und Größe gleichförmig treiben kann; 2) die Gleichförmigkeit bei epicykloidalen Zähnen aufhört, wenn der Abstand der Mittelpunkte nur im Mindesten verändert wird: Beides hat bei Zähnen in der Form einer Involute nicht Statt; 3) endlich, weil Involuten leichter zu zeichnen sind, als Epicykloiden. Es wäre doch der Mühe werth, daß irgend ein deutscher gründlicher Mathematiker diesen wichtigen Gegenstand so zu sagen ab ovo reassumirte, und durch Versuche und Theorie seinen lieben Landsleuten die beste Form der Zähne an einem Räderwerke mittheilte. Vorgearbeitet hierzu ist in neueren Zeiten von den Engländern (vergl. Polyt. Journal) vieles geworden, und jeder Band des Mech. Mag. enthält einige, leider nur immer fragmentarische und polemische Beiträge zu einer gründlicheren Entwikelung dieses hochwichtigen Gegenstandes, als wir bisher noch nicht besizen.

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