Titel: Selbstentzündung einer Mischung aus Leinöhl und getheertem Hanfseilwerke (Oakum).
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 38, Nr. XLIX./Miszelle 18 (S. 154–155)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj038/mi038049_18
|155|

Selbstentzündung einer Mischung aus Leinöhl und getheertem Hanfseilwerke (Oakum).

Das Mech. Magaz. No. 368, 28. August 1830, theilt aus dem Newfoundlander folgendes merkwürdige Factum mit. Hr. Holdsworth Brooking roch, als er Abends 11 Uhr im Comptoire bei seinen Magazinen schrieb, brennendes Leinöhl. Er ließ sogleich im Magazine nachsehen. Man bemerkte Rauch, und bei Eröffnung der Thüre schlug eine Flamme 6 Fuß hoch in die Höhe und verlosch. Nach angestellter Untersuchung hierüber ergab sich, daß der Binder Tags vorher, bei einer Temperatur von ungefähr 80° F. im Magazine (+ 17° R.), ungefähr ein Quart gesottenes Leinöhl ausschüttete, den Boden, der mit Holz ausgetafelt war, mit 2 oder 3 Pfund schwarzem Oakum (aufgedrehte alte getheerte Schiffsfeile, deren man sich zum Kalfatern bedient) aufwischte, und dieses in einen Winkel hinter Branntweinfässer warf. Der Gouverneur dachte sogleich auf Selbstentzündung, und veranlaßte Hrn. Brooking einen Versuch unter ähnlichen Umständen anzustellen. Hr. Brooking that dieß in demselben Magazine, mit denselben Quantitäten von Leinöhl und Oakum, und nach Verlauf derselben Zeit (die Temperatur war dieselbe) war wieder Feuer im Magazine. Es ist also gewiß, daß getheertes Hanfwerg, vielleicht auch bloßes Hanfwerg mit gekochtem Leinöhle genezt unter einer Temperatur von + 17° R. sich von selbst entzündet, wo es ruhig über einander liegt.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: