Titel: Neue Art, Holz zu eingelegter Arbeit in Blätter von unbestimmter Länge zu schneiden.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 38, Nr. LXVIII./Miszelle 10 (S. 245)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj038/mi038068_10

Neue Art, Holz zu eingelegter Arbeit in Blätter von unbestimmter Länge zu schneiden.

Oberst Lancry, durch mehrere sinnreiche Erfindungen an Flinten bereits rühmlich bekannt, brachte aus Rußland eine Maschine nach Frankreich, deren ein Claviermacher zu Petersburg, Hr. Faveryer, sich bedient, um das Holz nicht nach oder durch die Mitte, sondern nach dem Umfange hin zu schneiden, wodurch er Spänerollen von unbestimmter Länge erhält, die sehr schön geadert sind. Diese Schneidemaschine ist sehr einfach, arbeitet sehr schnell und ohne Verlust an dem kostbaren Holze. Die Späne, von unbestimmter Länge, fallen so fein aus, daß man Kupferstiche und lithographische Zeichnungen auf dieselben abdruken, und sie auch als Dekel an Büchern verwenden konnte. In drei Minuten ist ein hundert Fuß langer Span geschnitten.

Das Stük Holz, aus welchem man diese feinen Späne von dem Umfange desselben abschneidet, wird zuvörderst auf einer vierekigen Achse aufgezogen, und mit dem Dreheisen der Drechsler abgedreht. Ein Messer oder ein scharfes Hobeleisen aus Gußstahl, das gut gehärtet und etwas länger als der Cylinder ist, ist an dem Ende eines 6 bis 7 Schuh langen Rahmens befestigt, so daß es immer einen gleichförmigen Druk auf den Cylinder äußert, und überall von dem Umfange desselben ein Blatt von gleicher Dike abnimmt. Der Rahmen, an welchem das Messer angebracht ist, ist an seinem hinteren Ende beweglich und mit einem Gewichte versehen, damit er sich immer in dem Maße senkt, als das Stük dünner wird. Damit diese Senkung regelmäßig fortschreitet, ist ein Regulator an der Maschine angebracht, der aus einer platten kupfernen Stange besteht, die in einer schiefen Lage erhalten wird, und längs welcher der Rahmen niedersteigt, so wie der Regulator vorwärts zieht. (Bullet d. l. Soc. d'Enc. Mars. 1830. S. 93. Bullet. d. Sc. technol. Juin. 1830. S. 177.) [Auf eine ähnliche Weise schneiden die Chinesen das sogenannte Reißpapier (Siehe polyt. Journ. B. XXXIII. S. 331. XXXIV. S. 311.) Wahrscheinlich lernten die Russen von den Orientalen diese Art Holz zu späneln. Unsere Drechsler werden es wohl auch kennen.] A. d. Ue.

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