Titel: Eisenvitriol-Fabrik zu Vermont in den Vereinigten Staaten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 38, Nr. LXVIII./Miszelle 21 (S. 248–249)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj038/mi038068_21

Eisenvitriol-Fabrik zu Vermont in den Vereinigten Staaten.

Am Ufer des Flusses Mill im Shrewsbury-Districte ist eine reiche Grube von Schwefelkies, aus welchem man Eisenvitriol von der besten Qualität bereitet. Hr. Robinson entdekte dieselbe, und verkaufte sie an die mineralogische Gesellschaft in Vermont für die Summe von 5000 Dollars. Die Gesellschaft, die sich größten Theils zu Boston befindet, hat den Bau derselben auf 25 Jahre übernommen. Sie siedet zu Strafford. Im J. 1828 fing sie mit geringen Quantitäten an, erzeugt nun täglich anderthalb Tonnen, und richtet sich gegenwärtig auf ein tägliches Erzeugniß von 3 Tonnen (60 Zentner) ein. Die Fabrik ist 140 Fuß |249| lang, und 72 Fuß breit. Der Schwefelkies bricht hier unter einer rothen mit Steinen gemengten Erde von 1 bis 3 Fuß Tiefe; er ist sehr dicht, von den verschiedensten Farben, und bricht in großen Massen, die man mit dem Hammer zerschlägt, und in Haufen von mehreren Fuß Höhe aufschichtet. Indem der Schwefelkies so der Luft ausgesezt wird, erhizt er sich, und der ganze Haufe geht aus dem Zustande des Schwefelkieses in den des schwefelsauren Eisens binnen wenigen Wochen über. Nachdem dieß geschehen ist, legt man ihn in Rinnsaale aus Thon, leitet Wasser auf denselben, und führt die Auflösung in große bleierne Kessel, die 150 barils wiegen. Man kocht und verdampft in denselben die Auflösung bis zur gehörigen Sättigung, und bringt sie dann in Krystallisirgefäße, wo der Eisenvitriol sich an den Wänden der Kufen und der Stäbe krystallisirt. Wahrscheinlich wird diese Fabrik bald den gesammten Bedarf der Vereinigten Staaten an Eisenvitriol deken, den man auf ungefähr 120 Tonnen schäzt. (Vermont Aurora. Nile's Register 22. Aug. 1829. Bulletin d. Scienc. techn. S. 131.)

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