Titel: Preisaufgaben der Société industrielle zu Mülhausen, worüber in der Generalsizung im Monat December 1831 entschieden wird.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 38, Nr. LXXXVII./Miszelle 3 (S. 327–329)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj038/mi038087_3

Preisaufgaben der Société industrielle zu Mülhausen, worüber in der Generalsizung im Monat December 1831 entschieden wird.

Von den in den Jahren 1828, 1829 und 1830 ausgeschriebenen Preisen werden folgende noch zum Concurs zugelassen.

1) Goldene Medaille im Werth von fünfhundert Franken auf ein schnelles und leicht anwendbares Verfahren, wodurch man den Werth zweier verschiedenen Krappsorten gegen einander bestimmen kann.

2) Goldene Medaille im Werth von fünfzehnhundert Franken für eine Methode, |328| den Färbestoff des Krapps auszuscheiden und dadurch die Menge desselben in einem gegebenen Gewicht Krapp zu bestimmen.

3) Bronzene Medaille für eine Abhandlung über die Ursachen der Selbstentzündung der fetten Baumwolle.

4) Bronzene Medaille für die beste Abhandlung über das Bleichen der Baumwollenzeuge.

5) Bronzene Medaille für die beste Abhandlung über die Fabrikation des Adrianopelroths.

6) Bronzene Medaille für das Bleichen mit Kalk, ohne ein anderes Alkali.

7) Bronzene Medaille für eine vollständige Analyse des Kuhmistes.

8) Bronzene Medaille für eine Abhandlung, worin durch genaue Versuche gezeigt wird, welche Rolle bei dem Blaufärben der Baumwolle mit Indigo die außer dem blauen Pigment in demselben enthaltenen Substanzen (z.B. der von Berzelius aufgefundene braune und rothe Stoff) spielen, und ob diese Substanzen dabei nüzsich oder schädlich sind, oder auch ob die eine oder andere von ihnen zur Erzeugung einer dauerhaften und glänzenden Farbe unumgänglich nöthig ist. (Man vergleiche über diese acht Preisfragen Polyt. Journ. Bd. XXV. S. 344. und Bd. XXX. S. 147.)

9) Silberne Medaille für die Entdekung eines geeigneten Mittels um die zum Oehlen der Baumwollenzeuge erforderliche Zeit abzukürzen und diese Operation ökonomischer zu machen.

10) Bronzene Medaille für die Entdekung oder Einführung eines nüzlichen Verfahrens in der Kattundrukerei. Den im Polyt. Journ. Bd. XXX. S. 148. und Bd. XXXIV. S. 63. angegebenen Beispielen werden jezt noch folgende beigefügt.

1) Ein ökonomisches Mittel um die Seife bei den Passagen zu ersezen.

2) Das Blau von essigsaurem und schwefelsaurem Indigo eben so solid als das Küpenblau zu machen.

3) Eine Indigoküpe anzusezen, welche nur wenig oder gar keinen Bodensaz hat.

4) Den Färbestoff aus dem Wau oder der Quercitronrinde auszuziehen und ihn in den Handel zu bringen.

5) Ein Verdikungsmittel aufzufinden, welches durch zinnsaures Kali (Auflösung von Zinnoxyd in Aezkali) und basisch essigsaures Blei sich nicht coagulirt.

6) Die Rükstände beim Färben mit Krapp, Wau u.s.w. zu benüzen.

7) Auf Baumwollenzeugen einen neuen Färbestoff anzubringen, welches seine Beschaffenheit auch seyn mag, wenn er nur den schwachen Säuren und den Alkalien widersteht.

8) In das Departement des Oberrheins die Cultur einer Pflanze oder eines Insectes einzuführen, welche in der Wollen-, Seiden- oder Baumwollenfärberei angewandt werden können und bisher aus dem Auslande bezogen wurden.

9) Eine von der Alaunerde verschiedene Substanz anzugeben, welche eben so gut wie diese in der Kattundrukerei als Mordant dienen kann und bisher im Großen noch nicht angewandt wurde.

10) Ein Verfahren anzugeben, wodurch man mittelst Fernambuk, Campechenholz und Quercitronrinde Farben hervorbringen kann, welche dem Chlor, der Luft und den schwachen Säuren eben so gut widerstehen als die Krappfarben.

11) Silberne Medaille für die beste Abhandlung über das Spinnen der Baumwolle von N. 80 bis 180. metrisch.

12) Goldene Medaille im Werth von tausend Franken auf eine Maschine zum Oeffnen und Zupfen der Baumwolle und Wolle aller Art, ohne daß dieselbe dadurch leidet, und wodurch sowohl das Klopfen oder Schlagen, als auch das Zupfen mit der Hand und der sogenannte Klopfzupfer (batteur éplucheur) beseitigt werden kann.

13) Silberne Medaille für ein Verfahren, die Halsstüke der Feinspindeln an Mule-Jennies unbeschadet der Runde zu härten.

14) Bronzene Medaille für Verfertigung gefurchter Cylinder für Spinnmühlen aus gehärtetem Bundeisen, welche Cylinder nicht über ein Drittel höher kommen dürfen, als die aus gewöhnlichem Eisen.

15) Bronzene Medaille für Verfertigung und Absaz neuer Baumwollenzeuge.

16) Silberne Medaille auf Erfindung einer blauen Farbe, welche der Luft, |329| dem Chlor, den Säuren und der Seife besser widersteht als das Indigküpenblau und die wenigstens eben so lebhaft ist.

17) Bronzene Medaille auf Erfindung einer gelben Farbe, welche der Luft, den Säuren und den Alkalien besser widersteht als die mit Wau, Quercitron und chromsaurem Blei hervorgebrachten, dabei aber eben so lebhaft ist.

18) Bronzene Medaille für eine genaue und ausführliche Analyse der schwarzen und weißen Galläpfel, des Bablahs, des sicilianischen Sumachs und des französischen Sumachs (Sumac de Donzères).

19) Bronzene Medaille auf Erfindung eines Instruments oder einfachen Verfahrens, wodurch man die Dike (Klebrigkeit) einer zum Walzendruk bestimmten Farbe oder Beize schnell und genau bestimmen kann.

20) Bronzene Medaille für die Beschreibung der vorzüglichsten bisher angewandten Maschinen, um die Zeuge zu walken.

21) Bronzene Medaille für eine vollständige chemische Zerlegung des abgeläuterten Oehles (Huile tournante) in seine näheren Bestandtheile.

22) Silberne Medaille für eine Abhandlung, worin gezeigt wird, bei welchem Verhältniß zwischen der Höhe und dem Durchmesser eines Schornsteins nicht nur der größte Zug Statt findet, sondern auch am meisten an Brennmaterial und Baukosten erspart wird.

23) Bronzene Medaille für die beste Abhandlung über die Ersparung an Brennmaterial bei den sogenannten rauchverzehrenden oder mit Speisungsapparaten (für Steinkohlen) versehenen Oefen, nach positiven Versuchen und Beobachtungen.

24) Goldene Medaille für denjenigen, welcher im Departement des Oberrheins die erste Niederlage von guten Maschinen zum Vorbereiten und Spinnen des Hanfes und Leinens errichten und diese Maschine in Aufnahme bringen wird.

25) Bronzene Medaille für eine wichtige Verbesserung in irgend einem Industrie- oder landwirthschaftlichen Zweige des Departements des Oberrheins.

26) Bronzene Medaille für die Einführung irgend eines neuen Industriezweiges in dieses Departement.

27) Bronzene Medaille für die besten Abhandlungen über die Industriezweige, welche in unserem Departement zu verbessern oder in dasselbe einzuführen waren.

28) Bronzene Medaille für eine neue Anwendung der Naturproducte des Departements.

29) Bronzene Medaille für eine geognostische und mineralogische Beschreibung eines Theils des Departements.

30) Bronzene Medaille für die Entdekung neuer nuzbarer Minen in diesem Departement. (Man vergleiche über die 11te bis 30ste Preisfrage Polytechn. Journ. Bd. XXX. S. 148 und Bd. XXXIV. S. 63.)

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