Titel: Neue Preisaufgaben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 38, Nr. LXXXVII./Miszelle 4 (S. 329–330)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj038/mi038087_4

Neue Preisaufgaben.

31) Silberne Medaille für ein Verfahren, um mit Krapp, der bereits gebraucht und nachher mit Schwefelsäure behandelt wurde, solide Farben hervorzubringen.

Wenn man ein Krappbad selbst bei der Siedehize und so weit erschöpft hat, daß es nichts mehr abgibt, so kann man, wenn man den Rükstand mit Schwefelsäure behandelt, ihn auswäscht und mit ein wenig Kreide sättigt, durch eine zweite Färbeoperation fast noch halb so viel Färbetheile als das erste Mal ausziehen, nach der Farbe zu urtheilen, welche die gebeizten Stüke annehmen, wenn man sie damit behandelt; die dadurch erzeugten Farben sind jedoch ganz und gar nicht solid und widerstehen weder der Seife noch dem Lichte. Welche Wirkung hat also die Schwefelsäure auf den erschöpften Krapp, daß sie ihn nochmals zum Färben geeignet macht, und wodurch könnte man die bei dieser zweiten Operation erhaltene Farbe solid machen? Die Lösung dieses wichtigen Problems könnte den Färbern und Kattunfabrikanten sehr beträchtliche Summen ersparen.

32) Bronzene Medaille für ein schnelles und einfaches Verfahren den Grad der Feinheit troken oder mit Wasser (zur teigigen Consistenz) geriebener Substanzen zu messen und in Zahlen anzugeben.

Bis auf einen gewissen Grad von Zertheilung dient das Sieb sehr gut den Grad der Feinheit anzugeben; es handelt sich aber hier um einen viel größeren |330| Grad von Zertheilung, wobei das Auge, die Stükchen kaum zu unterscheiden vermag. Sehr oft wäre es den Fabrikanten nüzlich den Grad von Feinheit des zertheilten Körpers in diesem Falle zu kennen.

33) Bronzene Medaille für ein Verfahren das Indigblau (sogenannte Fayence-Blau) durch bloß zwei Eintauchungen hervorzubringen.

Es versteht sich, daß dieses Verfahren weniger umständlich und kostspielig seyn muß als das bekannte von sechs oder acht Eintauchungen.

34) Bronzene Medaille für einen Bericht über die Vortheile mehrerer jezt im Handel vorkommender Extracte von Farbestoffen.

Ohne Zweifel müssen diese Extracte, wenn man sie auf eine ökonomische Weise erhält, mehr oder weniger Ersparniß durch die Leichtigkeit des Transports darbieten; auch hat man zahlreiche Versuche über diesen Gegenstand angestellt; sey es aber, daß man bei Bereitung dieser Extracte sehr unregelmäßig verfuhr, oder nicht die geeigneten Mittel anwandte, sich ihrer auf vortheilhafte Weise zu bedienen, oder aus beiden Ursachen zugleich, sie kamen bis jezt noch nicht in allen Färbereien in Aufnahme) es wäre daher gut, wenn sich Jemand diesem Gegenstande besonders widmete und den Gehalt an Pigment und die beste Anwendungsweise der jezt im Handel vorkommenden Extracte bestimmet würde.

35) Silberne Medaille für die Bestimmung der Verhalt, pisse, welche man den Dimensionen der Laufbänder (ledernen Riemen) zur Fortpflanzung der Bewegung im Verhältniß zur Stärke der fortgepflanzten Kraft geben muß.

36) Bronzene Medaille für die Bestimmung der Kraft, welche erforderlich ist, um die ganze Reihe von Maschinen in einer Baumwollenspinnerei in Bewegung zu sezen, so wie auch für jede dieser Maschinen insbesondere, diese Bestimmung muß durch den Schnurkraftmesser (Dynamomètre funiculaire) geschehen.

37) Bronzene Medaille für die Erfindung eines dauerhafteren und wohlfeileren Schiffchens für die mechanischen Webstühle.

38) Silberne Medaille für denjenigen, welcher in unser Departement die Fabrikation von hohlen gehämmerten kupfernen Walzen zum Kattundruk, ähnlich den in England verfertigten, einführt.

39) Bronzene Medaille für den Anbau des weißen Maulbeerbaums und die Zucht von Seidenraupen in dem Departement des Oberrheins.

Abhandlungen, Zeichnungen, Zeugnisse, Muster müssen unter den bei Preisfragen gewöhnlichen Förmlichkeiten vor dem 20. October 1831 an den Präsident der Société industrielle eingesandt werden.

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