Titel: Vorschlag zu einer neuen Feuerlöschanstalt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 38, Nr. CIV./Miszelle 6 (S. 411–412)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj038/mi038104_6

Vorschlag zu einer neuen Feuerlöschanstalt.

Das Mechan. Magaz. N. 376., 23. Oct. 1830 theilt S. 142. einen zwar nicht ganz neuen Vorschlag zu einer Feuerlöschanstalt mit, (ein etwas ähnlicher Vorschlag, von Dr. Johns zu Manchester, der zu New-York wirklich ausgeführt worden seyn soll, findet sich im Mechan. Mag. X. Bd. S. 394.), der jedoch immer Beachtung zu verdienen scheint. Es gibt, sagt Hr. J. H–n, in oder um viele Städte Pläze, welche höher gelegen sind, als das höchste Hausdach der Stadt, und wenn die Natur keinen solchen schiklichen Ort zu einem Wasserbehälter schuf, so kann die Kunst einen solchen Behälter bauen. Von diesem Hauptbehälter soll nun eine Hauptröhre über alle Hausdächer hinlaufen, was, da der Behälter höher liegt, als die Hausdächer, sehr leicht ist: je stärker der Fall, desto besser. Auf jedem Hausdache ist eine Seitenröhre mit einem Hahne angebracht, und aus dieser Seitenröhre kann dann mittelst des Hahnes das Wasser durch Nebenröhren auf jeden Theil des Hausdaches und selbst in jedes Stokwerk gelassen, und nicht bloß überall durch bloßes Oeffnen des Hahnes oder der Hähne das Feuer gelöscht, sondern auch Wasser zu jedem beliebigen Zweke erhalten werden. Hr. H–n schlägt einer Compagnie vor, diese Idee auszuführen. (Wir finden gegen diese Idee, so bizarr sie zu seyn scheint, keine andere Einwendung, als die Kälte unserer Winter, in deren Folge das Wasser in diesen luftigen Wasserleitungen, so wie im hochgelegenen Wasserbehälter selbst, sehr bald einfrieren wird. Es scheint uns aber, daß dieser Nachtheil sich dadurch beseitigen ließe, daß man, wo der Behälter erst erbaut werden müßte, denselben nöthigen Falls in der Stadt selbst, und so tief unter der Erde anbringt, daß das Wasser nicht frieren kann, und dann durch ein Pumpwerk in die verlangte Hohe treibt. Es wäre wohl auch nicht schlecht, wenn man in jedem Hause, das mit einem guten Brunnen versehen ist, ein Pumpwerk anbrächte, durch welches das Wasser bis in die Röhre, die über den Dachgiebel hinläuft, hinaufgetrieben und nöthigen Falles in jeden Schornstein durch Nebenröhren hineingeleitet werden könnte. Bei Aerarial-Gebäuden, |412| Palästen, Fabrikgebäuden wäre diese Vorsicht gewiß nicht überflüssig. Sie würde kräftiger schüzen, als Feuersprizen, und nicht viel kosten. Diese Röhren konnten dann auch zugleich als Blizableiter dienen.)

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