Titel: Ueber Verbesserung in der Seilerei.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 38, Nr. CXXI./Miszelle 23 (S. 461–462)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj038/mi038121_23

Ueber Verbesserung in der Seilerei.

Wir haben neulich bemerkt, daß Capitän Harris Seile aus Phormium tenax verfertigt. Nach dem Auszuge, welchen das London Journal of Arts, November 1830. S. 83. liefert, ließe sich dieß kaum erwarten. Es heißt hier bloß:

Der Patent-Träger nimmt zu seinen wasserdichten Seilen und Segeltüchern Seidengras (silk grass), welches, nachdem es troken geworden ist, auf der Breche und Hechel wie gewöhnlich bearbeitet wird. Zwischen die Fasern kommt während der Zubereitung derselben Erdharz und Gummi, mit welchem dieselben sich sättigen sollen, damit keine Nässe mehr auf dieselben einwirkt.

Den Gummi bereitet er aus der Milch von Ficus indica, Asphalt oder Judenpech und Kokos-Nußöhl. Auf 25 Gallons Milch rechnet er Ein Gallon |462| Oehl und Ein Gallon bis zwanzig Gallons Erdharz, je nachdem die Umstände es erfordern.

Diese Ingredienzien werden über einem kleinen Feuer gemengt, und bilden dann eine gummiartige Masse, in welche die Fasern dieses Grases während des Hechelns eingetaucht werden, und welche während des Spinnens des Seiles aufgetragen wird. Der Seiler taucht während des Spinnens seine Hände in diese Masse, und arbeitet sie zwischen die Fasern und zwischen das Gewebe des Seiles ein.

Wenn die Masse troken ist, widersteht sie dem Wasser und allen nachtheiligen Einflüssen der Feuchtigkeit. (Wenn man nicht anderswoher wüßte, daß Hr. Harris Phormium tenax nahm, so würde man es aus dieser Angabe nicht errathen.)

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