Titel: Lederne Büchsen an Wagen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 38, Nr. CXXI./Miszelle 6 (S. 457–458)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj038/mi038121_6

Lederne Büchsen an Wagen.

Im Pamietnik Warszawski 1829. Oct. 98. Bullet. d. Sc. technol. |458| Juill. 273. wird als eine Verbesserung im Wagenbaue angeführt, daß ein Hr. Wysiekierski die Büchsen an den Achsen aus Leder, statt aus Eisen, verfertigt. Er nimmt Sohlenleder, rollt es um die Achse und näht es fest. Er läßt von dem auf diese Weise gebildeten ledernen Cylinder so viel vor der Nabe vor stehen, daß, wenn das Rad auf die Achse über diese Büchse aufgezogen wird, der Rand der lezteren umgeschlagen, und mittelst eiserner Scheiben auf der Nabe befestigt werden kann. Diese Büchsen werden mit einer Schmiere aus 4 Theilen Schweinfett und 1 Theil Bleiglätte geschmiert, und sollen sehr lang dauern. (Es ist offenbar, daß solche Büchsen nur in einem Lande taugen, wo Eisen so kostbar ist, daß man daselbst (wie wir mit eigenen Ohren hörten) den Bauern predigt: „Lebt christlich, damit ihr in den Himmel kommt; dort ist alles von Eisen, Thüre, Sessel, Tisch etc. etc.; dort könnt ihr dann Eisen stehlen so viel ihr wollt.“ Als Gegenstük zu diesen ledernen Büchsen sahen wir in Polen statt der eisernen Reife Strike zur Befestigung der Felgen verwendet; das Resultat hiervon war, daß der Felgenkreis bei jeder Drehung von einem Puncte zum anderen eine Ellipse wurde, deren längerer Durchmesser immer parallel mit der Deichsel war.)

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