Titel: Allen, über Verbesserungen in der Appretur des Tuches.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 39, Nr. XX. (S. 53–54)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj039/ar039020

XX. Gewisse Verbesserungen in der Appretur des Tuches. Für Ebendenselben.

Ebendaselbst.

Die Lagen des Tuches werden nach dieser Verbesserung zwischen Metallplatten gelegt, und in diesem Zustande in Dampf oder in heißes Wasser gesenkt, und mittelst einer Schraube oder auf eine andere Weise gewaltig gepreßt. Nachdem sie eine kurze Zeit über in dieser Lage blieben, läßt man sie entweder allmählich kalt werden, oder wirft sie plötzlich in kaltes Wasser. Hierauf wird das Tuch wieder so in Lagen gefaltet, daß diejenigen Theile, welche vorher nicht gepreßt wurden, nun gleichfalls gepreßt werden, was eben so geschieht, wie vorher. Um keine Spuren der Kanten der |54| Metallplatten im Tuche zurückzulassen, kann es nach der ganzen Breite in Lagen gefaltet und es können dünne Preßspäne dazwischen gelegt werden, die kürzer sind als die Platten, über deren Kanten das Tuch sich ausdehnt.

Nach dieser Zurichtungsart wird das Gewebe eines jeden Tuches dichter, und folglich wird das Tuch dadurch wärmer am Leibe, und hält den Regen kräftiger ab, obschon es dem Ansehen nach dünner und leichter scheint; es bekommt auch dadurch mehr Glanz und Glätte.

Der Vortheil dieses Verfahrens vor dem gewöhnlichen trokenen Pressen, entweder kalt oder mit heißen Metallplatten, besteht darin: Wolle ist ihrer Natur und ihren Eigenschaften nach dem Horne ähnlich. Wenn man nun irgend eine bleibende Veränderung oder einen bleibenden Eindruk auf das Gewebe machen will, muß man die Wollenfasern dadurch biegsam machen, daß man sie in Dampf oder heißes Wasser taucht. In diesem weichen Zustande lassen sie sich leicht in jede beliebige Form pressen, und läßt man sie erkalten, ehe man den Druk wegnimmt, so behalten sie diese Form bleibend; während, wenn man sie troken preßt, sie immer ihre Elasticität behalten, und, in Folge dieser, sich wieder in die vorige Lage herstellen, sobald der Druk nachläßt.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: