Titel: Blank, neues Lederpapier.
Autor: F., Ephraim
Blank, Thomas
Fundstelle: 1831, Band 39, Nr. XXI. (S. 54–55)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj039/ar039021

XXI. Neues Lederpapier (Leather Paper). Patent für Ephraim F. und Thom. Blank.

Aus dem London Journal of Arts. October 1830. S. 25.

Das London Journal gibt weder Quelle, noch Tag des Patentes, noch Wohnort des Patent-Trägers an, und sagt bloß:

„Diese neue und schäzbare Erfindung oder Entdekung besteht in der Kunst, Papier aus den Abfallen, Schnizeln und Spänen des Leders zu verfertigen. Dieses Papier taugt vorzüglich und ganz vortrefflich zum Bekleiden der Schiffe, und besser als Leder und als Papier, welche beide man bisher einzeln zur Schiffsbekleidung verwendete. Wenn man die Bestandtheile in gehörigem Verhältnisse nimmt, so kann es auch zu den meisten Zweken verwendet werden, zu welchen man Leder braucht, wie zu den Patent-Lederkappen, Schreibtaschen und zu verschiedener Buchbinderarbeit.

Die Art, wie dieses Papier verfertigt wird, ist der Papierbereitung aus Lumpen ähnlich. Nachdem die Abschnizel zur gehörigen Consistenz zermahlen oder zerstampft wurden, kommen sie in einen tauglichen Model, und aus diesem in die Presse. Die Farbe |55| kann nach der Art der Abfälle verändert und durch verschiedene chemische Processe gegeben werden. Man kann dieses Papier zu einem solchen Grade von Feinheit und Weiße bringen, daß es dem feinsten Schreibpapiere gleich kommt.

Die Patent-Träger nehmen bloß den Gebrauch ihres Lederpapieres zur Verfertigung solcher Artikel, welche bisher aus Leder oder aus Papier verfertigt wurden, als ihr Patent-Recht in Anspruch.“ 20)

|55|

Es ist überflüssig zu bemerken, daß diese Patent-Erklärung so gut wie keine ist, und daß es sehr zu bedauern ist, daß Hr. Newton nicht den Wohnort der Patent-Träger angegeben hat, damit man sich an dieselben wenden könnte. Es scheint sich hier ein neuer und wichtiger Zweig von Industrie zu öffnen, der alle Aufmerksamkeit verdient und Versuche werth ist. Es scheint, daß hier außer der mechanischen Zerkleinung der Lederabfälle auch der Dampf mit Vortheil zur Erweichung derselben angewendet werden kann. Vielleicht ließen sich, unter Anwendung des Dampfes, auch die Abfälle von Horn, und selbst die Abfälle von Wolle, die sich im Dampfkessel zu einer Gallerte zerkochen lassen, benuzen, wenn man sie in gewissen Verhältnissen mit gewissen Arten von Zeug in der Papiermühle mengt. Man sollte diese nordamerikanische Idee in Europa nicht auf sich beruhen lassen, und Reihen von Versuchen hierüber anstellen. A. d. Ue.

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