Titel: Carpenter, über Kochsalz.
Autor: Carpenter, G. W.
Fundstelle: 1831, Band 39, Nr. LXVII. (S. 199–212)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj039/ar039067

LXVII. Ueber Kochsalz, nebst einem Berichte über die Salzquellen in den Vereinigten Staaten. Von G. W. Carpenter zu Philadelphia.

Aus Silliman's American Journal. Bd. XV. S. 1.

(Im Auszuge.)

Salz kommt in ungeheueren Lagern theils an der Oberfläche, theils in mächtiger Tiefe unter der Erde vor. Man fand es in Gegenden, die bedeutend hoch über der Meeresflache gelegen sind, und in einigen Fällen bildet es selbst Gebirge von bedeutender Höhe. Das größte Salzlager des gesammten Erdballes ist aber der Ocean selbst: beinahe der dritte Theil seiner ganzen Wasserschwere ist Kochsalz, nebst salzsaurer Kalk- und Bittererde und schwefelsaurem Natron. Nach La Place ist die mittlere Tiefe des Weltmeeres zehn englische Meilen. Wenn alles Meerwasser verdünstete, so würde dasselbe ein Salzlager von 700 Fuß Dike bilden: eine Salzmasse, die hinreichen würde um alles Land, das bis auf den heutigen Tag über dem Erdballe troken gelegt wurde, zwei tausend Fuß hoch mit Kochsalz zu bedeken. Da nun der Ocean einst den ganzen Erdball bedekte, so läßt sich die Menge Steinsalzes leicht erklären, die man hier und da auf demselben gegenwärtig findet. Die Menge Salzes, die im Meerwasser vorkommt, ist, einige Ausnahmen abgerechnet, unter allen Breitegraden beinahe dieselbe. Das baltische Meer oder die Ostsee ist weniger salzig, als das Weltmeer, und hält, wenn Ostwind weht, nur 1/168 salziger Stoffe, während, nach Gay-Lussac, das Wasser des todten Meeres in Palästina in 100 Theilen Wasser 15,3 salzsaure Bittererde, 6,9 salzsaures Natron, und 4,0 salzsauren Kalk enthält. Nach Romé de l'Isle's Crystallographie S. 375. hält das Salzwasser der Ostsee 1/64 seines Gewichtes Salz; das Meerwasser im Canale zwischen England und den Niederlanden 1/32, an den Küsten voll Spanien zwei Loth im Pfunde, zwischen den Wendekreisen aber 3 und selbst 4 Loth, oder ein Achtel des ganzen Gewichtes des Wassers. Hieraus erhellt der große Vortheil des Frieren-Lassens des Seewassers in nördlichen Gegenden um Salz aus demselben sieden zu können.84)

|200|

Steinsalz findet sich in Amerika in den Cordilleren so wie in Savoyen so hoch über dem Meere, daß es beinahe an der Schneegränze zu liegen kommt.85)

Salzquellen finden sich in beinahe allen Ländern von Europa; in Frankreich in Lothringen, Elsaß, in der Franche-Comté und in der Gascogne; in Deutschland in der Rheinpfalz, in Hessen, im Lüneburgischen, zu Halle;86) in Schweden in Ostrogothland und Westmanland etc. Die Salzquellen zu Droitwich (Worcestershire) in England liefern jährlich allein 16,000 Tonnen Salz (die Tonne zu 20 Ztr.) und Northwitch in Cheshire gibt jährlich 156,000 Tonnen Steinsalz. Frankreich hat kein Steinsalz,87) so wie Schweden und Norwegen, während dieses Salz sich in Asien, Afrika und Amerika häufig findet.

Die berühmtesten Salzbergwerke Europens sind jene zu Cardona in Spanien und zu Wieliczka (hier falsch Weleiska geschrieben) in Galicien. Ersteres ist eine ungeheuere Salzmasse, die wahrscheinlich einst den Boden eines See's bildete. In dieser Salzmasse bildete das Wasser ein Thal, und ließ mehrere einzelne Salzberge stehen, die wahrscheinlich härter waren, als die übrigen Theile. Zu beiden Seiten der Karpathen befindet sich in einer Streke von 600 englischen Meilen ein ungeheueres Salzlager, das sich von Wieliczka88) bis in die Moldau erstrekt. Steinsalz und Salzquellen finden sich meistens am Fuße ausgedehnter Bergrüken, so daß sich vermuthen läßt, daß diese Gebirge einst Dämme von Salzseen gewesen sind. In Afrika finden sich einige Salzseen die auf Lagern von Steinsalz ruhen, und diese Lager wurden wahrscheinlich durch Verdampfung des darüber befindlichen Wassers gebildet. Um Algier troknen die Salzseen im Sommer aus, und lassen ungeheuere Massen Steinsalzes auf dem Boden liegen.

Der See Yelta jenseits der Wolga versieht ganz Rußland mit Salz.89)

Kochsalz kommt gewöhnlich in der Nähe von Thonlagern vor, |201| die häufig mit Salzlagern abwechseln. Sand, Sandstein und dichter und bituminöser Kalkstein begleiten gewöhnlich die Salzlager. Die innigste Gesellschaft hat aber zwischen Kochsalz und Gyps Statt, auf welchem die Salzlager gewöhnlich ruhen, und mit welchem sie zuweilen selbst abwechseln. Das regelmäßige Vorkommen der Schwefelsäure neben der Salzsäure ist eine interessante Thatsache, welche, wenn die Chemie und Geologie weiter fortgeschritten seyn wird, die Bildung des Kochsalzes und des Gypses vielleicht wird erklären helfen.90)

In den Vereinigten Staaten Nordamerika's kommen Salzquellen sehr häufig vor. Sie strömen zuweilen von selbst aus, werden aber gewöhnlich durch Abteufung von Brunnen in Gegenden, wo man weiß, daß Salz vorkommt, wie in gewissen Sümpfen und Salzleken, zu Gut gebracht.

Das Land am Arkansas-Strome liefert einiges Salz; dieses weicht indessen in seinem Vorkommen dadurch von dem Salze anderer Gegenden Nordamerika's ab, daß es in Sümpfen vorkommt, und Wiesengründe und Ebenen mit Salzrinde überzieht. Im Arkansas-Lande erhält man kein Salz durch Bohren auf Salzquellen, wodurch man gewöhnlich in anderen Gegenden Nordamerika's Salz erhält.

Im Lande Missouri sind viele Salzquellen, deren Benüzung aber theils verschoben, theils gänzlich aufgegeben wurde, weil der Preis des Salzes jezt zu niedrig steht. Die Hauptquelle, die jezt im Umtriebe steht, ist jene zu Boon's Lick.

Im Wabash-Lande gibt es gegenwärtig keine Salzwerke, die im Gange wären. Zu Tohota, einem Flusse, der in den Wabash fällt, ist ein Salzwerk im Umtriebe. Zu Sciota sind Salzwerke gegenwärtig im Gange, erzeugen aber, verhältnißmäßig, nur wenig. Am Tennessee sind verhältnißmäßig keine Salzwerke, aber am Holston, der sich in den Tennessee ergießt, kommen reichlich Salzquellen vor, die sich in der Nähe von Abingdon, Virginia, befinden, und unter dem Namen King's und Preston's Salzwerke bekannt sind. Diese Quellen liefern eine bedeutende Menge Salzes, die, an den Salzwerken selbst, um Einen Thaler das Bushel (0,5734 Wienermezen)91) verkauft wird. Die King's Quellen haben, im fünfjährigen Pachte, eine Jahresrente von 60,000 Dollars gegeben. Preston's Salzwerk, |202| das sehr ergiebig war, ist durch eine eingedrungene Süßwasserquelle, weit weniger einträglich geworden.

Kentucky besizt eine Menge Salzwerke. An den Flüssen Big und Little Sandy sind Salzwerke im Gange, die nur eine schwache Sohle besizen und im Abnehmen sind, weil der Salzpreis bis auf 50 Cents (1/2 Dollar) für das Bushel sank. Am Green-River sind viele Salzwerke, die sehr einträglich sind, und bei ihrem blühenden Zustande noch immer höheren Aufschwung versprechen. Sie sind die ausgedehntesten in diesem Staate, und liefern das Bushel Salz zu 50 Cents oder einen halben Thaler. Am Goose-Creek, gleichfalls einem Nebenzweige des Kentucky-River, sind sehr große Salzwerke, die, zugleich mit den Quellen am Green-River, unerschöpfliche Mengen von Salz liefern könnten. Das Salz kostet an denselben 50 Cents das Bushel.

Am Ohio sind viele Salzwerke, aber im Verfalle, wegen der niedrigen Salzpreise. Die vorzüglichsten, die gegenwärtig im Gange sind, sind am Sciota, Muskingum und Yellow-Creek. Der Salzpreis an diesen Salinen ist 50 Cents das Bushel.

Am Saline-River bei Shawneetown, im Illinois, sind große Salzwerke, die ehevor den Vereinigten Staaten, jezt aber diesem Staate selbst, angehören. Der Salzpreis an diesen Salinen ist 50 Cents das Bushel.

In Virginien sind sehr ausgedehnte Salinen am Great-Kanawha. Die Menge Salzes, die daselbst jährlich erzeugt wird, beträgt beinahe Eine Million Bushels und kann auf jede beliebige Menge erhöht werden. Hr. Professor Cleaveland sagt in der lezten Ausgabe seiner Mineralogie, daß die gesammte jährliche Salzerzeugung der Vereinigten Staaten Eine Million Bushels beträgt. Daß diese Angabe viel zu gering ist, erhellt aus dem Umstande allein schon, daß die Kanawha-Salzwerke für sich jährlich diese Summe liefern. Die Sohle dieser Salzwerke ist, nach Drs. Putney sorgfältiger Analyse, sehr stark: 65 bis 70 Gallons92) gehen Ein Bushel Salz. Der Preis des Salzes an dieser Saline ist zwischen 20 und 25 Cents, je nachdem man mehr oder weniger Salz nimmt. Man erhält hier Salzquellen durch Bohren, und bohrt 3–500 Fuß tief. Es entwikeln sich bei dieser Gelegenheit zuweilen große Mengen brennbaren Gases unter furchtbarem Lärmen und mit gewaltiger Heftigkeit, so daß die Arbeiten mehrere Tage lang ausgesezt werden müssen. Dieses Salzwerk und jenes am Holston bei Abingdon sind die zwei einzigen stark betriebenen Salinen in Virginien, und versehen, zugleich |203| mit den Salzwerken am Kiskiminicus, einem Flusse der sich in den Alleghany ergießt, die westlichen Staaten Nordamerika's.93)

Die Salzwerke am Kiskiminicus bei Pittsburg sind die größten im Staate Pennsylvanien. Der Salzpreis an denselben ist zwischen 20 und 25 Cents das Bushel. Es gibt mehrere Salinen in der Nähe von Pittsburg, die aber alle, verhältnißmäßig, klein sind. Die Sohle der Salzwerke am Kanawha und zu Pittsburg wird mit Steinkohlen versotten; alle übrigen Salzwerke der Vereinigten Staaten brennen aber Holz, wodurch die Auslagen jährlich größer und der Ertrag folglich geringer wird. Mehrere Salzwerke mußten aus diesem Grunde bereits aufgegeben werden, und Kanawha und Pittsburg erblühen jährlich mehr, obschon sie das Bushel Salz um 20–25 (1/4 Krone) geben, während andere Salinen, die dasselbe um 50 Cts. (eine halbe Krone, 1/2 Dollar) liefern, schnell zu Grunde gehen.

Der Staat von New-York hat viele Salzquellen, von welchen einige sehr ergiebig sind. Die besten befinden sich in der Nähe des Canales, der den Hudson mit dem Erie verbindet. Man erzeugt dort das Salz durch bloße freie Verdünstung der Sohle in der Sonne, und wärmt die Sohle in hölzernen Gefäßen mittelst Dampfes, den man in Röhren durch dieselben durchziehen läßt.

Auch in Alabama hat man neuerlich Salz entdekt. Die Salzwerke sind erst im Entstehen, werden sich aber in kurzer Zeit erweitern und vergrößern.

In North-Carolina bereitet man Salz aus dem Seewasser, das man an der Sonne verdünsten läßt. Dieses Seesalzwerk befindet sich in der Nähe einer großen Fischerei, der es sehr wohl zu Statten kommt, und wird auf die bei Seesalzwerken gewöhnliche Weise betrieben.

Beinahe alles Salz in den Vereinigten Staaten wird aus Salzquellen, die man durch Bohren erhält, gewonnen, und die Sohle wird durch Hize verdampft. Die Mutterlauge (bittern), die eine gesättigte Auflösung von salzsaurem Kalke und salzsaurer Bittererde ist, läßt man weglaufen, obschon man Bittersalz und Bittererde daraus bereiten könnte.94) Man versichert, daß diese Mutterlauge |204| sehr nachtheilig auf die Thiere wirkt, und daß Kühe und Pferde durch kleine Quantitäten derselben öfters getödtet werden,95) wenn sie sie ausgewittert leken.

Wir verbinden mit diesem Aufsaze die

Notiz über die Salzquellen und Salzsiedereien zu Salina, Syracuse etc., im Staate New-York, von Hrn. Steph. Smith, Inspector zu Salina,

in derselben Zeitschrift S. 6.

In dem Städtchen Salina im Staate New-York, beinahe in gleicher Entfernung von Albany am Hudson's-Flusse und von Buffalo am Nordost-Ende des Erie-See's, befinden sich die größten Salzwerke der Vereinigten Staaten. Die ersten Europäer, die sich daselbst niederließen, lernten diese Quellen von den Ureinwohnern kennen, welche dieselben wahrscheinlich schon Jahrhunderte vor der Entdekung Amerikas benüzten.

Einer der ältesten Colonisten im Onondago-Lande erzählte Hrn. Smith, daß, wenn er vor 40 Jahren seine Familie mit Salz versehen wollte, ein Indianer ihn auf einem kleinen Bothe ein Flüßchen hinab in den Onondago-See führte, an dessen Ufer sie einige Zeit hinfuhren, und dann an einem Bache einige Klafter weit hinaufgingen (am heutigen Mudcreek), wo die Salzquelle fünf Fuß tief unter der Oberfläche des Wassers entsprang. Hier tauchten sie ein eisernes Gefäß unter, und, nachdem dieses sich in der Tiefe mit der schwereren Flüssigkeit gefüllt hatte, zogen sie es rasch herauf, und sotten die auf diese Weise geschöpfte Sohle an Ort und Stelle ein, ohne auf die beigemengten Unreinigkeiten zu achten. Seit dieser Zeit wurden an verschiedenen anderen und beinahe entgegengesezten Punkten der Ufer dieses See's mehrere andere Quellen entdekt, und Brunnen für die Salzwerke in den Dörfern Liverpool, Salina, Syracus und Geddesburgh abgeteuft. Diese Brunnen waren nicht 16 Fuß tief, aber die Sohle, die sie lieferten, war in Hinsicht auf Stärke nach der verschiedenen Jahreszeit sehr verschieden, und gab Unterschiede von 15, 20 und zuweilen 30 p. C.

Bis zum Jahre 1822 wurde die Sohle durch Menschenhand gepumpt. Nun erst errichtete man eine hydraulische Maschine, die in Einer Stunde 15–20,000 Gallons auf 70 Fuß Höhe zu heben |205| vermochte. Dadurch erhielt man nicht bloß stärkeren Zufluß der Sohle, sondern auch eine um 20 bis 25 p. C. stärkere Sohle; eine Sohle, die 13° an Beaumé's Aräometer zeigte, an welchem 22° der Sättigungspunkt ist. Auf diesem Grade steht sie, mit geringen Abweichungen, bis auf den heutigen Tag.

Im Verlaufe der lezten acht Jahre hat ein Salzsieder, unter besonders begünstigenden Verordnungen von Seite des Staates, vergebens auf Steinsalz gebohrt; glüklicher fielen in den lezten 18 Monaten die Bohrversuche auf Salzquellen aus: man fand reichlichere und stärkere Sohle. An einer Stelle zu Syracus bohrte man 250 Fuß tief96) (80 Fuß tiefer, als die höchste Tiefe im Onondago-See) fast immer durch erhärteten Thon; allein, zulezt stieß man auf so hartes Gestein, daß man alle weitere Versuche aufgab. An einer anderen Stelle erhielt man Anfangs eine schwache Sohle, mußte aber, nachdem man 50 Fuß tief gekommen war, die Arbeit liegen lassen, indem man die Röhre durch das Lager von Gerölle, auf welches man gekommen war, nicht durchzuführen vermochte.

Ungefähr eine (engl.) Meile vom südlichen Ende des See's, am Ufer des Onondago-Creek (des oben erwähnten kleinen Baches) teufte man durch ein ähnliches Steingerölle, wie jenes, von welchem oben die Rede war, einen Brunnen von 30 Fuß Tiefe ab, und gab denselben drei Jahre lang über gänzlich auf. Im vorigen Sommer senkte man eine Röhre durch den Boden desselben bis auf eine Tiefe von 50 Fuß, und kam in ein Lager rein gewaschenen groben Sandes, dessen Mächtigkeit man bis zur Stunde noch nicht kennen gelernt hat. Der Salzgehalt nahm mit zunehmender Tiefe zu, und jezt hält die Sohle in einer Tiefe von 80 Fuß zwei und zwanzig Unzen Salzes in 10 Gallons Wasser. Die Quelle gibt, wenn das Wasser in dem Brunnen vorläufig um 8 Fuß ausgepumpt wurde, in welcher Tiefe der obere Theil der eingesenkten Röhre offen steht, 100 Gallons in einer Minute, und, wenn man nicht pumpt, steigt es allmählich bis an die Oberfläche der Erde, und fließt an derselben in einem kleinen Strahle ab.

Zu Geddesburgh und Green Point am gegenüberstehenden Ufer des See's bohrte man in bedeutende Tiefen, jedoch nicht über 80 Fuß, und kam auf andere Sohlenadern, die an diesen Oertern und zu Liverpool reichlich benüzt werden.

Drei große metallne Pumpen, die von dem Ueberwasser des Erie-Canales getrieben werden, und eine, die von einer kleinen Dampfmaschine |206| in Thätigkeit gesezt wird, heben die Sohle aus den Brunnen in die Behälter, aus welchen sie durch hölzerne Röhren zu jedem Salzwerke geleitet wird.

Man hat eine Menge von Planen und Versuchen, sogenannten Verbesserungen (Improvements), bei diesen Salzwerken unternommen und sezt dieselben noch fort: indessen zerfallen alle bisherigen Salzwerke, die jezt im blühenderen Gange sind, in sogenannte Blokwerke (Blocks), Sonnenwerke (Solar-Works), und Dampfwerke (Steam-Works).

Die Blokwerke, die am häufigsten gebraucht werden, sind mit Potaschekesseln eingerichtet, deren jeder zwischen 80 und 120 Gallons faßt. Diese Kessel sind in zwei parallelen Reihen, acht bis zwanzig in Einer Reihe, eingemauert, so daß Ein Blokwerk (a Block) 16 bis 40 Kessel hält. Unter jedem dieser Kessel sind besondere Canäle zum Durchzuge der Hize: an einem Ende befindet sich der Herd, und an dem anderen Ende tritt das Ende des Zuges einer jeden Reihe in einen gemeinschaftlichen Schornstein. Das Brennmaterial ist Holz von der in den Wäldern dieser Gegend gewöhnlich vorkommenden Art, wie Buche, Ahorn, Ulme, canadische Fichte, Linde etc. Die Klafter (Cord) von diesen Holzarten kostete, in den lezten sechs Jahren, zwischen 75 Cents bis auf Einen Dollar 25 Cents vor den Kessel geliefert.

Während des Abdampfens des Wassers bis zum Sättigungspunkte der Kochsalzauflösung sezt sich ein Theil der der schwefel- und kohlensaure von Eisen gefärbte Kalk, in Löffeln nieder, und wird herausgenommen, und die Verdampfung der Sohle wird fortgesezt, bis nur wenig voll derselben mehr übrig bleibt. Man nimmt nun das Salz, welches schön weiß und feinkörnig ist, in Körbchen heraus, läßt die Sohle ablaufen, und bringt es bei Seite. Die Kessel werden neuerdings mit Sohle gefüllt, und die Arbeit wird wieder von vorne begonnen. Die Kessel beschlagen sich an ihrer inneren Seite sehr fest mit einer Rinde aus erdigen Bestandtheilen und Salz, die fleißig abgenommen werden muß, damit der Kessel nicht anbrennt und Risse bekommt.

Der Größe oder vielmehr der Menge der Erzeugung nach kommen nun die Sonnenwerke am Erie-See. Man hat hier hölzerne Gefäße, die auf einer Menge kleiner in die Erde eingetriebener Pfosten horizontal ruhen. Diese Pfosten sind, nach den Unebenheiten des Bodens, bald lang, bald kurz: zuweilen 10 Fuß hoch, zuweilen kaum über den Boden emporragend; die bequemste Höhe ist 18 bis 36 Zoll von der Erde. Die Weite dieser Gefäße ist 18 1/2, Fuß; ihre Tiefe 6 bis 15 Zoll, ihre Länge 80 bis 640 Fuß. Ueber denselben |207| sind leichte Dächer angebracht, deren jedes 16 Fuß lang ist: diese Dächer laufen auf Walzen in hölzernen ebenen Falzen, so daß sie leicht von einem Arbeiter hin und her geschoben werden können. Die Sohle kommt nun aus den Behältern zuerst in die tiefsten Gefäße, in welchen viel Eisenoxyd oder Farbestoff abgesezt wird, welches in Form eines dünnen Häutchens zum Vorscheine kommt, sobald die Temperatur, die bei den Brunnen 50° F. ist (+ 8° R.), durch die Einwirkung der Sonne oder durch die Wärme der Atmosphäre etwas erhöht wird. Aus diesen Gefäßen gelangt sie durch Röhren in seichtere Gefäße, die nicht über 6 Zoll tief sind, sinkt in denselben noch tiefer und bleibt darin so lang, bis sie durch weitere Verdünstung und Concentration, und durch Niederschlagung des schwefelsauren und kohlensauren Kalkes, zur weiteren Krystallisation des Salzes, welches sich bereits an der Oberfläche zu krystallisiren beginnt, tauglich und hinlänglich rein geworden ist. Nun kommt die Sohle, welche die Unreinigkeiten abgesezt hat und zurükläßt, in noch niedrigere und seichtere Gefäße, die sehr rein gehalten werden, und in diesen krystallisirt dann das Salz mehr oder minder schnell, je nachdem die Sonne hoch steht, die Luft rein und troken ist, und der Wind mehr oder weniger stark weht. Da nun die Sohle durch die Krystallisation immer abnimmt, und doch nothwendig immer in gehöriger Tiefe, gewöhnlich nicht über 5 Zoll, erhalten werden und das am Boden befindliche Salz bedeken muß, wird gelegentlich und so oft es nothwendig ist, Sohle aus der zweiten Gradiergefäß-Reihe nachgelassen.

Das Salz wird aus den Gefäßen, in welchen es sich krystallisirte, nach der Bequemlichkeit der Arbeiter herausgenommen. Zuweilen läßt man es drei bis vier Zoll hoch am Boden sich anhäufen, zuweilen nimmt man es weg, wenn es den Boden kaum erst mit einer dünnen Rinde bedekt hat. Es wird in Fässer geschaufelt, die ungefähr Einen Zentner fassen, und in diesen läßt man es einige Minuten lang ablaufen, worauf es, ohne alles weitere Troknen, auf Karren in das Magazin gefahren wird.

Ein gut gemessenes Bushel wiegt zuweilen 74 und 85 Pfund. Je langsamer die Verdampfung geschieht, desto schwerer wird das Salz. Wenn das Wetter hell, und die Luft windstill ist, so daß die Sohle vollkommen ruhig steht, erreicht sie an ihrer Oberfläche öfters eine Temperatur von 106° F. (+ 33° R.), und am Boden des Gefäßes oder in der Nähe desselben eine Temperatur von 122° F. (+ 40° R.). Das Hydrometer (oder Aräometer) zeigt, daß die oberen Schichten der Sohle schwerer sind, als die unteren.

Die Mutterlauge, die nach der Krystallisation des Salzes übrig bleibt, ist eine Auflösung von salzsaurer Kalk- und Bittererde, und |208| hat einen stechenden Geschmak, der ganz anders ist, als an dem Seewasser; wahrscheinlich ist nur wenig Bittererde in derselben enthalten. Ich fand kaum eine Spur derselben in dieser Mutterlauge (vergl. Hrn. Chilton's Resultate im VII. Bd. S. 344. des Americ. Journal).

Man schäzt den Flächeninhalt des Bodens, den dieses Sonnenwerk zu Syracus braucht, auf 110 Tagwerke (Acres). Die Länge aller Gefäße zusammengenommen beträgt 13 (engl.) Meilen, und die Oberfläche derselben, die der Verdünstung bloß gestellt ist, eine Million, zwei Mal hundert fünfzig tausend Quadratfuß. Auf dieser Fläche werden, ohne daß man einen Span Holz verbrennt, jährlich ungefähr 3500 Tonnen (70,000 Ztr.) Salz erzeugt.97)

Die Dampfwerke sind beinahe so, wie die Blokwerke gebaut, nur daß die Kessel gedekt sind, um den Dampf zu gewinnen, der während des Einsiedens der Sohle auf den Sättigungspunkt entwikelt wird. Dieser Dampf verdichtet sich auf seinem Durchgange durch die metallnen Röhren, welche in der in hölzernen Gefäßen befindlichen Sohle eingesenkt sind, und hizt hier dieselbe zum zweiten Male zur Krystallisation.

Im J. 1797, vor welchem Jahre diese Salzwerke, die zeither sehr vergrößert wurden, anfingen zu arbeiten, sanctionirte der Staat von New-York einige der frühesten Geseze über das Salzwesen. Im vorigen Jahre wurden in dem Städtchen Salina ungefähr 30,000 Tonnen (600,000 Ztr.) erzeugt, oder 1',200,000 Bushels. Der Preis des Salzes am Salzwerke war, ohne die kleine Taxe, 12 1/2 Cents pr. Bushels à 56 Pfd.98) Man pakt es gewöhnlich in Fässer, die 5 Bushel halten, welche gewogen und gebrannt werden, ehe sie verkauft werden dürfen.

Eine „Nachricht über die Salzquellen zu Salina von L. G. Beck, M. D.,“ im New-York Medical and Physical Journal, Bd. XIII., enthält Analysen der Sohle, des Salzes und der Unreinigkeiten nebst geologischen Notizen.

In Hinsicht auf die Salzigkeit des Wassers am Grunde des Onondago-See's (gewöhnlich Salz-See, Salt Lake genannt) scheint Hr. Dr. Beck falsch berichtet worden zu seyn: nach einem Versuche mit einer Flasche, die man auf dieselbe Weise, deren er erwähnt, auf |209| den Grund des See's 150 Fuß tief hinabließ, zog man bloß frisches Wasser herauf. Nach seiner Analyse, in welcher jedoch das Eisen weggelassen ist, das offenbar in jeder in der Nähe dieser Salzquellen entspringenden Sohle vorhanden ist, enthält die Sohle zu Salina:

1,79 kohlensauren Kalk,

4,20 schwefelsauren Kalk,

3,48 salzsauren Kalk,

2,57 salzsaure Bittererde,

143,50 salzsaures Natron.

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155,54. Verlust 0,46.

Man hat sehr oft aus verschiedenen dieser Salzquellen Sohle geschöpft, ehe sie mit den eisernen Pumpen in Berührung kam, und gefunden, daß, wenn man mit einem Stük Glase Galläpfel in die Sohle schabte, diese bald darauf aus ihrem wasserhellen Zustande in ein Purpurroth überging, das bald darauf grün, endlich rothbraun wurde, und, nachdem es zwei oder drei Wochen lang gestanden ist, einen braunen Niederschlag bildete, der den Boden der Gläser bedekte, in welchen man den Versuch anstellte.

Blasen von kohlensaurem Gase entweichen ununterbrochen und in großer Menge aus diesen Salzquellen.

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Hr. Silliman bemerkt, daß, da man häufig eine Pflanze um Salina wachsen sieht, welche in den Sümpfen am Meere vorkommt (Salicornia), er wünschte, daß Hr. Smith Versuche auf Jodine anstellen möchte, wovon man weder durch Schwefelsäure noch durch Stärkmehl in der Mutterlauge auch nicht eine Spur fand.99) Hr. Smith antwortete hierauf:

„Ich habe die von Ihnen verlangten Versuche wiederholt mit der Salicornia angestellt, und zwar mit einem halben Peck (1/8 Bushel) Asche von derselben. Ich erhielt bloß salzsaures Natron aus derselben, ohne alle Jodine.“ 100)

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Aus obigem Berichte über die vorzüglichsten nordamerikanischen Salzwerke erhellt:

1) daß man an keiner Saline in N. Amerika so einfältig ist, wie in Europa, Salz in einem ehernen Meere zu sieden, unter einer Pfanne, |210| die ein halbes Tagwerk Wald braucht um warm zu werden. Man siedet dort in kleinen Pfannen, die gemeinschaftlich geheizt werden; man benüzt den Dampf zur Heizung der krystallisirbaren Sohle; man erzeugt endlich in dem feuchten und neblichten N. Amerika mit Sonnenstrahl und Luftströmung schöneres, reineres, gesünderes und wohlfeileres Salz, als bei uns. Das Beispiel der Amerikaner wird indessen eben so wenig unsere Salzschreiber belehren und bekehren, als die Lehren des ehemaligen Salinendirectors in Ober-Oesterreich, Lenoble v. Edlersberg, unsterblichen Andenkens; die Schriften des Dr. Schultes, und die lauten Klagen so vieler würdiger Sudmeister oder Pfannhausverwalter, deren Erfahrungen und Rathschläge von unwissenden Schreibern auf den Ministerialbänken mit Undank zurükgewiesen werden. Der Himmel war vor einigen Jahren so gütig, an einer großen deutschen Saline ein Pfannhaus zum Wohle des Landes niederbrennen zu lassen; das ganze Land erwartete, daß nun eine den Fortschritten der Chemie und der Pyrotechnik unserer Zeit gemäße Salzkrystallisationsanstalt an die Stelle des alten ehernen Meeres treten würde: vergebens; das neue Pfannhaus ward eben so einfältig und ungeschikt von dem Oberschreiber, der dieser Saline vorstand, wieder aufgebaut, als es vor 3 Jahrhunderten zum ersten Male erbaut wurde. Dieß sind die Fortschritte in der Salzsiederei mitten in Europa.

2) daß in Amerika, so wie in England, die Salzsiederei gänzlich den Privaten überlassen ist, und daß dadurch eines der wichtigsten Bedürfnisse für Feld- und Gartenbau und für eine Menge von Gewerben um Preise zu haben ist, bei welchen der Gebrauch desselben allein möglich wird, was in Europa (auf dem festen Lande wenigstens, denn in England ist die Salzsteuer unter der Regierung des gegenwärtigen Königes aufgehoben worden) nicht der Fall ist. Wenn der Zentner Salz in dem bevölkertsten Staate von N. Amerika, in New-York, um 41 kr. (1/4 Dollar) zu haben ist, so ist dieß, da alles in N. Amerika drei Mal theurer ist, als in der Mitte Europens, eben so viel, als wenn er bei uns 20 kr. kosten würde, und um diesen Preis kann kein Staat in Europa den Ztr. Salz liefern, da ihm der Erzeugungspreis desselben selbst höher zu stehen kommt. Dieser höhere Erzeugungspreis rührt aber lediglich von der verkehrten Methode her, die man im Berge, beim Sude und bei dem Verschleiße befolgt. Es ist eine längst bekannte Thatsache, daß Alles, was der Staat selbst erzeugt und verwaltet, ihm wenigstens drei Mal höher zu stehen kommt, als dem Privatmann. Das Schreiberheer macht die Kasse leer sagte ein alter Hofnarr, und die Schreiber haben ihm seine Pension gestrichen, als der Fürst starb, dem er die Wahrheit sagte. Würde der Staat seine Mineurs, die im Frieden unbeschäftigt, umsonst das Brot essen, und dasjenige vergessen, was |211| sie im Kriege brauchen, ihre wichtige Kunst auch im Frieden in den Bergwerken üben lassen, so wäre das ganze Heer von armen Knappen, die ungeachtet ihrer harten Arbeit halb verhungern müssen, erspart. Würde man diesen armen Knappen, die jezt im Gebirge in ihren Freie stunden einen Feldbau treiben, dessen Ernte beinahe in jedem dritten oder vierten Jahre unter Schnee begraben wird, wüste unbebaute Gründe im Lande zur Urbarmachung schenken, und die Abhänge der Felsen, die sie jezt mehr zu ihrem Schaden als zu ihrem Vortheile mit Getreide bebauen, zu Forst verwenden, so würden die Salzwerke Holz, die armen Knappen Getreide, und das Land an Forst- und Landwirthschaft zugleich gewinnen. Wir meinen nicht, daß die Salzbergwerke und die Salzquellen Privaten überlassen werden sollen, oder daß es, wie in N. Amerika, jedem frei stehen soll, auf Salz und Salzquellen zu bohren; wir sind aber der Ueberzeugung, daß der Staat mehr gewinnen würde, wenn er sein Steinsalz oder seine Sohlen an Private verkaufen, und diese, unter Cautionsleistung, daß sie so viel Salz erzeugen, als gegenwärtig erzeugt wird, Salz sieden und verkaufen ließe, wie und so viel sie mögen. Oesterreich, das ehevor den Salzhandel als Regale betrachtete und in Staatsregie betrieb, hat sich überzeugt, daß es mehr gewinnt, wenn es diesen Handel frei gibt: Salzhandel steht jezt jedem Privaten frei in Oesterreich; das Salz ist dadurch wohlfeiler geworden, und die Einnahme der Staatskasse hat sich vermehrt. Die Zeit wird nicht mehr fern seyn, wo die Regierungen sich überzeugen werden, daß sie und ihre Unterthanen noch mehr gewinnen werden, wenn auch die Salzsiederei selbst frei gegeben wird; wenn die Legionen müßiger Salzschreiber, die die Regierung und das Volk zugleich drüken, beurlaubt werden können, und Privatindustrie einen neuen Aufschwung nehmen darf; wo die Regierungen einsehen werden, daß sie durch eine Steuer, die der Bettler in derselben Summe bezahlen muß, in der sie`der Millionär bezahlt, der nicht mehr Salz essen kann, als der Bettler, nicht nur nichts gewinnt, sondern verliert, indem sie am unrechten Orte zugreift: nach Kreuzern nämlich im Sake des armen Bettlers, während sie eben so viele Thaler in der Tasche des Reichen finden würde; daß eine Steuer, die dem Akerbaue, der Viehzucht, dem Gewerbswesen eines der ersten Bedürfnisse entzieht, eine wahre Lähmung, nicht eine Belebung der Kräfte des Staates ist. Von dieser Wahrheit hat sich die habsüchtigste, die geldgierigste aller Regierungen, die großbritannische selbst zuerst überzeugt, indem sie die Salzsteuer aufhob, und Salzsiederei frei gab. Ihr nächster Nachbar, die holländische Regierung, folgte ihrem Beispiele: der Landwirth, der Fabrikant bekommt seinen Bedarf an Salz, und wenn er noch so groß ist, um denselben Preis, um welchen es der Regierung selbst zu stehen kommt: und diese schäzt |212| sich glüklich viel abgeben zu können, weil sie dadurch Landwirthschaft und Industrie nur noch mehr unter ihrem Volke erblühen sieht.

|199|

Dr. Schultes hat dieß in seinen Briefen über das österreichische Salzkammergut, 2. Th. 8. Tübingen 1810 deutlich erwiesen, und man hat ihn hierüber ausgelacht. A. d. Ue.

|200|

Auch das Salzbergwerk zu Berchtesgaden ist kaum 3 Stunden von der sogenannten Eiscapelle, die kaum 100 Klafter höher liegt als dieses Bergwerk.

A. d. Ue.

|200|

Auch in Alt-Bayern, zu Reichenhall; in Oesterreich in Steyermark, Galicien, Ungarn.

A. d. Ue.

|200|

In Amerika ist also die Entdekung des großen Steinsalzlagers in Frankreich noch unbekannt.

A. d. Ue.

|200|

Ueber die Salinen zu Wieliczka, Bochnia und die Salzwerke in Galizien überhaupt hat Dr. Schultes in Gehlen's Journal für Chemie, Jahrgang 1807–8 die bisher vollständigsten Nachrichten geliefert. Hr. Carpenter scheint die Salzlager, die sich in der europäischen Alpenkette von Bex über Hall, Berchtesgaden, Hallein, Hallstadt, Ischl, Aussee, Admond bis M. Zell hin erstreken, nicht zu kennen.

A. d. Ue.

|200|

Rußland kaufte noch im J. 1807 Salz von Oesterreich, und Oesterreich wurde bei diesem Handel von seinen Salzschreibern auf die himmelschreiendste Weise betrogen.

A. d. Ue.

|201|

Dr. Schultes hat hierauf schon vor 20 Jahren aufmerksam gemacht, und in seinen Nachrichten über die oberösterreichischen und galicischen Salzwerke gezeigt, daß nicht bloß Gyps, sondern auch Schwefel und Steinkohlen immer in der Nähe von Salzlagern vorkommen, und selbst Steinöhl; lezteres zuweilen, wie in dem östlichen Theile von Galicien und in der Moldau, noch mehr in Asien aber in großer Menge. A. d. Ue.

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Der Wienermezen hält 614,9279 Deciliter nach Vega; und Ein Deciliter ist, nach eben demselben, = 5,470847 Kubikzoll. A. d. Ue.

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Ein Gallon = 10 Pfd. destillirten Wassers. A. d. Ue.

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Vergl. die in den Miszellen des Polytechn. Journ. Bd. XXXVII. S. 109. mitgetheilte Notiz über die Salzquellen in China, wo dasselbe Phänomen Statt hat. A. d. Ue.

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Dieß geschieht auch auf unseren europäischen Salinen, die großen Theils unter der Leitung unwissender Salzschreiber stehen. Man kann weit brauchbarere Dinge aus dieser Mutterlauge verfertigen, als Bittersalz und Bittererde: das Schreibervölklein wird aber nie zugeben, daß dieses geschieht, weil Rescriptmäßig Niemand etwas vom Salzsieden verstehen darf, als sie. A. d. Ue.

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Der sogenannte Pfannenstein, den man auf europäischen Salinen gewöhnlich als Viehleke verkauft, enthält öfters nicht unbedeutende Quantitäten salzsauren Kalk und salzsaure Bittererde, die an demselben immer efflorescirt. Mehrere Landwirthe in Europa haben gleichfalls nachtheilige Wirkungen von diesem Pfannensteine beobachtet, und den Gebrauch desselben gänzlich aufgegeben.

A. d. Ue.

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Wir werden wenige Stellen in Europa aufzuweisen haben, wo man so tief bohrte. A. d. Ue.

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Dr. Schultes hat in seinen obenerwähnten Briefen über das Salzkammergut diese Sonnenkrystallisation zuerst vorgeschlagen, vorzüglich mit Sohle, die durch Frost vorher concentrirt wurde. Die Salzschreiber in Europa haben ihn ausgelacht; die Amerikaner haben seine Idee ausgeführt, und lachen nun unsere europäischen Salzschreiber aus. Das Klima zu Syracus ist, was wohl zu bemerken ist, weit ungünstiger für Verdampfung, als zu Berchtesgaden oder in Oberösterreich. A. d. Ue.

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Ein Cent ist 1,62 kr. 56 Pfd. Salz kosten also in N. A. 20,250 kr., oder der Ztr. 40 1/2 kr. A. d. Ue.

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Vielleicht hätte sie sich gezeigt, wenn man die Mutterlauge mit Stärkmehl vermischt und sodann etwas Chlorwasser zugesezt hätte. A. d. R.

|209|

Die Salicornia und mehrere andere Seestrandsgewächse wachsen auch in der Nähe der Salinen mitten in dem festen Lande Europens. Die Jodine, die man in den Mutterlaugen mehrerer Salzwerke in dem festen Lande Europens und auf der großen westlichen Insel (England) findet, scheint ganz anderen Ursprunges, und vielleicht von Tang- und Polypenarten abzuhängen: man entdekte sie ja zuerst im Tange und im Badeschwamme. A. d. Ue.

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