Titel: Ueber Anwendung kupferner und bleierner Kessel in der Salzsiederei.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 39, Nr. XXVII./Miszelle 13 (S. 77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj039/mi039027_13

Ueber Anwendung kupferner und bleierner Kessel in der Salzsiederei.

Eine Ordonnance verbietet die Anwendung kupferner und bleierner Kessel und ihrer Compositionen in der Salzsiederei. Ein Hr. Vincent macht dagegen im Journal du Commerce, 12. Jul. 1830. (Bullet. d. Scienc. techn. Jul. 1830. S. 243) einige Einwendungen. Er bemerkt, daß Salz, in eisernen Gefäßen gekocht, grau wird, während es in Kupfer gesotten weiß bleibt, und nur dann schädlich wird, wenn es als Soole lang in kupfernen Gefäßen verweilte.

Man könnte, meint er, der kupfernen Gefäße sich immerfort bei dem Salze und bei allen Arten von Sauren bedienen, wenn man die Davy'sche Armatur an derselben brauchen wollte, die zwar an Schiffen nichts taugt, hier aber zwekmäßig ist. „Wenn man, sagt er, auf der äußeren Oberfläche eines kupfernen Kessels eine kleine Platte aus Zinn oder Zink auflöthet, und auf diese Platte einen Kupferdraht, der den Kessel inwendig berührt, und an der Seite desselben in ein kleines mit Wasser gefülltes Gefäß taucht, so hat man hier eine galvanische Säule gebaut, deren Leiter der Kupferdraht ist. Diese Säule zersezt das Wasser in dem kleinen Gefäße: der Sauerstoff des Wassers verbindet sich mit dem Zinne oder Zink, und oxydirt dieses, und das Kupfer bleibt frei von aller Oxydation. Man kann Säuren aller Art in kupfernen Kesseln kochen, die auf diese Weise armirt sind.“

Da kupferne Kessel, außer dem, daß sie das Salz weiß erhalten, auch viel länger dauern als eiserne (25 bis 30 Jahre, während diese lezteren nur 4–5 Jahre lang brauchbar sind); da altes Kupfer immer noch den halben Werth des neuen hat, so meint Hr. Vincent, die Regierung hätte nur befehlen sollen, die kupfernen Kessel zu armiren. – Es scheint uns jedoch, daß die Ordonnancen, welche Kupfer und Blei aus den Salinen verbannen, weit zwekmäßiger sind, als diese Armaturen.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: