Titel: Preisaufgabe der Academie royale de Rouen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 39, Nr. LIV./Miszelle 3 (S. 151–152)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj039/mi039054_3
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Preisaufgabe der Academie royale de Rouen.

Die Gesellschaft wird in ihrer öffentlichen Sizung von 1831 über folgende Preisaufgabe entscheiden:

„Man soll ausmitteln, welcher Unterschied hinsichtlich der Zusammensezung bei den käuflichen Eisenvitriolen (Kupferwassern) Statt findet, besonders zwischen denjenigen, welche man aus Schwefelkies und schwefelkieshaltiger Erde auszieht, und denjenigen, welche man geradezu durch Vereinigung des Eisens mit Schwefelsäure und Wasser erhält. Man muß aber nicht nur den Unterschied angeben, welcher hinsichtlich des Gehalts an Schwefelsäure, Eisenoxydul und Wasser Statt findet, woraus dieses Salz besteht, sondern auch untersuchen, ob es nicht bisweilen mit fremdartigen Substanzen vermenge und verbunden ist, die von den zu seiner Bereitung angewandten Materialien herrühren, und wenn diese Thatsache außer Zweifel gesezt ist, so muß man auch den Einfluß bestimmen, welchen diese Substanzen auf die verschiedenen Operationen haben, wobei schwefelsaures Eisen angewandt wird, wie beim Ansezen der Indigküpen, bei der Bereitung der Beizen, bei den verschiedenen Farbebädern; endlich muß man auch entschieden beweisen, ob der Vorzug, welchen man dem schwefelsauren Eisen gewisser Fabriken gibt, gegründet ist, und seinen viel höheren Preis hinreichend rechtfertigt, oder ob er bloß auf einem Vorurtheil beruht, wie dieß bei dem römischen Alaun hinsichtlich der französischen Alaunsorten Statt findet.

Wenn wirklich in dem schwefelsauren Eisen fremdartige Körper enthalten sind, so verlangt die Gesellschaft, daß man ein leicht ausführbares und ökonomisches Verfahren ausmittle, wodurch man sie entweder abscheiden oder ihre nachtheiligen Wirkungen neutralisirt kann, so zwar, daß die geringsten Sorten von schwefelsaurem Eisen nach dieser Behandlung eben so vortheilhafte Resultate geben, als die anderen, ohne daß dadurch ihr Preis sehr erhöht wird.

Die Preisbewerber müssen ihrer Abhandlung die Muster von schwefelsaurem Eisen beifügen, womit sie ihre Versuche anstellten und dessen Bezugsquelle und Preis angeben. Diese Muster sollen mit Zahlen versehen seyn, worauf sich die in der Abhandlung auseinandergesezten Analysen beziehen.

Der Preis ist eine goldene Medaille im Werth von 300 Franken.

Die Einsendung geschieht unter den bei Preisaufgaben gewöhnlichen Formen an M. Lévy, chef d'institution, Sécrétaire perpétuel de l'Académie pour la classe des sciences vor dem ersten Juli 1831, welches der lezte Termin ist.

Aus dem Journal de Pharmacie. November. 1830. S. 686.

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