Titel: Englische Zeche und englische Justiz.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 39, Nr. LXXVI./Miszelle 23 (S. 234)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj039/mi039076_23

Englische Zeche und englische Justiz.

Ein englischer Landmann kam mit seiner Frau nach London, und stieg im Gloucester Coffeehouse, Piccadilly, ab. Da er ganz fremd und unbekannt zu London war, so entschloß er sich über Nacht daselbst zu bleiben, nahm ein sehr mäßiges Nachtessen und Frühstük, trank bloß ein kleines Gläschen Brantwein, und ließ seiner Frau ein Glas Porter Bier geben. Die Zeche lautete am folgenden Tage, wie folgt:

„1830 Sept. 25.
1 Bett, nebst Trinkgeld für Aufwärter, Kammermädchen
und Portier

6 Shill.111)
2 Portionen Abendessen 5 –
Bier (ein Glas Porter) 1 –
Brantwein und Wasser (ein kleines Glächen 2 – 4 Pence112)
Für das Zimmer 7 – 6 –
Wachslichter (der Gast protestirte dagegen und verlangte
nur Talg

2 – 6 –
2 Portionen Frühstük 4 –
Schinken 2 –
–––––––––––––––––––––––
1 Pfd. 10 Shill. 4 Pence,“

d.h. 18 fl. 12 kr. Der Gast beklagte sich bei dem Wirthe; man behielt sein Gepäke als Unterpfand. Der Gast klagte bei Gericht; dieses gestand zwar, daß die Zeche ungeheuer wäre, daß es aber nichts dagegen vermöge; er soll bezahlen, und bedenken, daß er eine Erfahrung mehr gemacht habe. (Herald. Galign. 4856.)

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Ein Shilling ist 36 kr.

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Ein Pence ist 3 kr.

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