Titel: Preisaufgabe über das Rösten des Hanfes und Flachses von der Société d'Encouragement zu Paris.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 39, Nr. LXXXVI./Miszelle 3 (S. 325–326)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj039/mi039086_3

Preisaufgabe über das Rösten des Hanfes und Flachses von der Société d'Encouragement zu Paris.

Da die Société d'Encouragement das Rösten des Hanfes und Flachses durch Methoden, welche der Gesundheit ganz und gar nicht nachtheilig sind, zu verbreiten wünscht, so sezt sie einen Preis von sechs tausend Franken für denjenigen aus, welcher auf eine solche Weise 500 Kilogrammen Hanf geröstet und dabei folgende Bedingungen erfüllt hat:

1) Die angewandten mechanischen oder chemischen Mittel müssen für Hanf und Flachs gleich brauchbar seyn.

2) Sie müssen einfach, leicht ausführbar und wenig kostspielig seyn, um allgemein angenommen werden zu können.

3) Der Abfall darf nicht beträchtlicher seyn als beim gewöhnlichen Rösten.

4) Wenn durch die neue Methode die gummigen und harzigen Bestandtheile nicht so vollständig abgeschieden würden, wie beim gewöhnlichen Rösten, so darf dieß durch eine nachfolgende Operation geschehen, vorausgesezt daß das Product dadurch nicht viel kostspieliger wird und mit der nach irgend einer anderen Methode zubereiteten Waare auf den (französischen) Märkten die Concurrenz halten kann.

5) Die Preisbewerber müssen mit dem nach ihrer neuen Methode zubereiteten Hanf eine hinreichende Menge Seilwerk von ungefähr 27 Millimeter Umfang verfertigen, damit man damit Versuche anstellen kann. Zwei Meter dieses, Seilwerks werden an einem Ende an einer Schnellwage befestigt und durch irgend ein Mittel so lange gestrekt werden, bis sie brechen.

Man wird dieselbe Operation mit zwei Meter Seilwerk anstellen, welches denselben Umfang hat und aus Hanf erster Qualität, der nach dem gewöhnlichen |326| Verfahren zubereitet wurde, verfertigt ist; der Widerstand, welchen die Schnellwage anzeigt, wird die verhältnißmäßige Stärke dieser beiden Sorten von Seilwerk ergeben. Man wird auch mit Genauigkeit die Verlängerung jedes Seilwerks vor dem Brechen bestimmen, um den Unterschied ihrer Elasticität beurtheilen zu können.

6) Die angewandten Verfahrungsweisen und Maschinen müssen in den Abhandlungen genau und umständlich beschrieben seyn und vor dem 1 Juli 1832 an den Secretär der Gesellschaft eingeschikt seyn. Man wird denselben sechs Kilogrammen von dem nach den neuen Verfahrungsweisen zubereiteten Flachs und Hanf beifügen, damit die Commissäre der Gesellschaft mit denselben die Versuche anstellen können, welche sie für nöthig erachten dürften. Die Preisbewerber müssen ihren Abhandlungen auch Zeugnisse von den gelehrten Gesellschaften und Behörden ihres Ortes beilegen. (Bulletin des sciences technologiques. August 1830. S. 317.)

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