Titel: Neuer Weinmesser (Oenomètre), oder Instrument um den Alkoholgehalt des Weines oder jeder anderen geistigen Flüssigkeit zu bestimmen; von Hrn. Emil Tabarié.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 39, Nr. CXIV./Miszelle 24 (S. 468–469)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj039/mi039114_24
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Neuer Weinmesser (Oenomètre), oder Instrument um den Alkoholgehalt des Weines oder jeder anderen geistigen Flüssigkeit zu bestimmen; von Hrn. Emil Tabarié.

Hr. Tabarié hat einen Weinmesser erfunden, welcher außerordentlich einfach ist und daher ohne Zweifel allgemein in Gebrauch kommen wird. Anstatt den Weingeist aufzusammeln, wozu ein Destillirapparat nöthig ist, läßt Hr. Tabaré den Wein in einem offenen Kessel kochen bis aller Alkohol ausgetrieben ist. Die Menge desselben bestimmt er durch den Unterschied zwischen dem specifischen Gewichte des Weines und demjenigen des Destillationsrükstandes, nachdem er das Volum der verdunsteten Flüssigkeit genau durch Wasser ersezt hat. Diese sehr scharfsinnige Idee führte ihn auf einen sehr einfachen Apparat, womit Jedermann Versuche anstellen kann und wodurch man das Resultat schneller und mit weniger Aufmerksamkeit, dabei aber doch eben so genau als durch das gewöhnliche Destillationsverfahren erhält. Derselbe besteht aus einem kleinen Kessel, welchen man mit der Weingeistlampe erhizt; ein horizontales Querstük nahe am Boden des Kessels zeigt in dem Augenblike, wo es nicht mehr von der Flüssigkeit berührt wird an, daß das Kochen lange genug fortgesezt wurde, um allen Weingeist zu verjagen. Das specifische Gewicht der Flüssigkeit vor und nach der Operation bestimmt man vermittelst eines Aräometers mit doppelter Skale. Ein Thermometer, um die Correction nach der Temperatur vorzunehmen, ist ebenfalls mit einer doppelten Skale versehen; die eine ist die gewöhnliche hunderttheilige, die andere hat eine besondere Eintheilung, um die Operation zu vereinfachen. Auch hat Hr. Tabarié alle zu diesen Versuchen nöthigen Tabellen ausgearbeitet, welche dem Apparate beigegeben werden. Er ist zwar besonders für die Destillateurs im mittägigen Frankreich eingerichtet, ist aber auch sonst überall anwendbar. Wir verweisen hinsichtlich der Details auf die Gebrauchsanweisung selbst, welche dem Apparat beigegeben wird.

Der vollständige Weinmesser kostet 40 Franken. Man erhält ihn bei Hrn. Morin, opticien, Grande Rue, N. 19. in Montpellier; und bei Hrn. Collardeau, rue du Faubourg-Saint-Martin, N. 56. in Paris. (Aus den Annales de Chimie et de Physique, Octbr. 1830, S. 222.)

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