Titel: Towgood, verbessertes Verfahren das Papier zu leimen.
Autor: Towgood, Matthew
Smith, Leapidge
Fundstelle: 1831, Band 41, Nr. VIII. (S. 37–46)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj041/ar041008

VIII. Verbessertes Verfahren das Papier zu leimen, worauf Matthew Towgood, Papierfabrikant zu Dartford in der Grafschaft Kent und Leapidge Smith, Kaufmann in London am 18. Febr. 1821 ein Patent erhielten.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions. Mai 1830, S. 249.

Mit Abbildungen auf Tab. I.

Unser verbessertes Verfahren das Papier zu leimen, besteht darin, daß wir Leimauflösung stark auf die Oberfläche des Papieres drüken, indem wir einen dünnen Faden flüssigen Leims auf gewissen sich umdrehenden Drukwalzen von cylindrischer Gestalt ausbreiten, durch welche wir dann das Papier hindurchlaufen lassen. Die Zapfen an den Enden dieser Preßwalzen sind wie gewöhnlich in einem passenden Gestell angebracht und ihre Achsen mit einander parallel; leztere kann man durch Schrauben, Gewichte oder auf irgend eine andere Weise einander nähern, um das Papier zwischen zwei solchen Walzen beim Umdrehen derselben zusammenzupressen.

Auf die Oberfläche einer oder zweier solcher Drukwalzen muß eine dünne und gleichförmige Schichte flüssigen Leims aufgetragen werden; um dieses zu bewerkstelligen, kann man entweder den flüssigen Leim in dünnen Strömen auf einen Theil des Umfanges der Drukwalze ausgießen und dieselbe sodann in Bewegung sezen, wodurch sie ihn auch der nächsten Walze mittheilt – oder man kann auch die Leimauflösung auf besondere Walzen oder Rollen tropfen lassen, um sie durch diese den Drukwalzen mitzutheilen; anstatt den Leim auf eine solche Rolle tropfen zu lassen, kann man sie auch mit Filz überziehen und ihren unteren Theil in einen Trog tauchen, welcher Leimauflösung enthält.14) Der Filz wird wegen seines elastischen und schwammigen Gefüges, dort wo er nicht gepreßt ist, die Flüssigkeit verschluken und leztere wird leicht wieder ausgepreßt werden, wenn der Filz |38| (beim Umdrehen der Walzen) in Berührung mit der Drukwalze kommt, auf welche der Leim ausgebreitet werden soll, die ihn dann auf das Papier aufdrükt. Wir leimen das Papier nach dem angegebenen Princip in feuchtem Zustande, und zwar nach Belieben nur auf einer oder auf beiden Seiten. Die Drukwalzen, durch welche wir den Leim auf das Papier auftragen, kann man auch an der gewöhnlichen Maschinerie zur Verfertigung von Papier anbringen (man nennt sie bekanntlich Fourdrinier's Maschine; und sie wirkt durch ein endloses gewobenes Drahttuch, welches sich horizontal bewegt und über einem System von sich drehenden Walzen circulirt) und dann das auf jener Maschine gefertigte Papier sogleich auf einer oder beiden Seiten leimen.

Gewöhnlich bringt man jezt an den Maschinen, worauf Papier gefertigt wird, einen Trokenapparat an, bestehend aus einer Reihe hohler sich umwälzender Cylinder, in welche man Dampf leitet, um sie heiß zu erhalten und läßt das Papier über dieselben streichen, so daß es troken von der Maschine kommt; einen solchen Trokenapparat kann man auch in Verbindung mit unseren Preßwalzen zum Leimen an der Papiermaschine anbringen: man leitet nämlich das aus den sogenannten Trokenpreßwalzen kommende Papier über Dampfcylinder, ehe es zwischen unsere Preßwalzen kommt und regulirt den Zufluß des Dampfes in die Trokencylinder so, daß sie das Papier nur zum Theil troknen, weil es sich in feuchtem Zustande am besten leimt. Das aus den Preßwalzen kommende geleimte Papier kann nun auf einen Haspel aufgewunden und beim Abwinden von demselben in Bogen geschnitten werden, die man sodann austroknet, indem man sie in der Luft aufhängt; Papier, welches nach dem Leim schnell getroknet werden kann, leitet man, so wie es geleimt aus den Preßwalzen kommt, sogleich über so viele Trokencylinder, daß es vollständig getroknet wird, ehe man es auf den Haspel windet, von welchem aus es in Bögen geschnitten wird.

Man kann unsere verbesserten Preßcylinder zum Auftragen des Leims als eine besondere Maschinerie anwenden und Papierbögen in feuchtem Zustande nach einander durch dieselben laufen lassen; die metallnen Preßcylinder kann man auch hohl machen und Dampf hineinleiten, um den Leim warm auf das Papier aufzutragen; wir überziehen auch einige derselben mit Filz, so daß der eine mit dem Papier in Berührung kommende Cylinder ihm Leim abgibt, während der andere der entgegengesezten Seite des Papiers eine harte und glatte metallne Fläche darbietet; anstatt die Preßwalzen mit Filz zu bekleiden, kann man sie auch mit einem endlosen Gewebe von Filz umgeben, welches über ein System von Stüzwalzen so ausgedehnt ist, |39| daß es frei über ihnen circulirt und indem dieses Gewebe zwischen zwei anliegenden Flächen der Drukwalzen hindurchgeht, wird der Filz zwischen die Metallfläche der Walzen und das Papier zu stehen kommen, wobei er dem beim Hindurchgehen durch die Walzen hervorgebrachten Druk ausgesezt ist. Solche endlose Filze können um jede der zwei Drukwalzen, welche auf die entgegengesezten Seiten des Papieres wirken, angebracht werden, so daß das Papier zwischen zwei Filzen gepreßt wird und der flüssige Leim demselben von den Preßwalzen durch diese endlosen Filze mitgetheilt wird; zu diesem Ende müssen die zwei Preßwalzen, zwischen welchen die Filze mit dem zwischen ihnen eingeschlossenen Papier laufen, beständig mit einer Schichte Leimflüssigkeit bedekt seyn, was man dadurch bewirkt, daß man entweder eine der Walzen an ihrem unteren Theile beständig in einen Leimflüssigkeit enthaltenden Trog taucht, oder indem man Leimflüssigkeit auf den oberen Theil der Drukwalzen gießt, zwischen welche die endlosen Filze mit dem zwischen ihnen eingeschlossenen Papier hindurchgehen. Leztere Anordnung von zwei endlosen Filzen, durch welche der Leim gepreßt wird, ist sehr paffend, wenn man das Leimen des Papiers auf unsere verbesserte Art mit einer besonderen Maschine vornimmt. Um die Papierbögen leicht zwischen die zwei endlosen Filze bringen zu können, kann man außer den zwei Systemen von Stüzwalzen, über welchen die zwei endlosen Filze circuliren, noch zwei Walzen so nahe an einander anbringen, daß sie die zwei endlosen einander entgegengesezten Filze in einige Entfernung von der Stelle bringen, wo dieselben beiden Filze zwischen den anliegenden Flächen der Preßwalzen zusammengedrükt sind, und nachdem das Papier zwischen die zwei endlosen Filze am Anfange des Theiles, wo sie einander gegenüber zu stehen kommen, eingeführt ist, wird es zwischen die anliegenden Flächen der zwei Filze eingeschlossen werden und so eingeschlossen bleiben, während diese Filze sich etwas vorwärts bewegen und das Papier mit sich zwischen die Preßwalzen führen, um Leim von ihnen aufzunehmen, wobei durch den Druk der Walzen der Leim aus den Filzen, womit sie überzogen sind, ausgepreßt und dem Papiermitgetheilt wird.

Um unsere Erfindung einleuchtender zu machen, haben wir in Fig. 16 und 17. eine Papiermaschine nach Fourdrinier's Einrichtung so weit vorgestellt, als es nöthig ist um zu zeigen, wie wir unseren verbesserten Leimapparat daran anbringen; Fig. 18. zeigt die Preßwalzen und den übrigen Apparat, um einzelne Papierbögen zu leimen. Die Einrichtung von Fourdrinier's Papiermaschine ist den Mechanikern und Papierfabrikanten so wohl bekannt, daß wir es für unnöthig halten, mehr darüber mitzutheilen, als die am Schlusse |40| dieser Abhandlung beigefügte Beschreibung derselben enthält. Wir bringen unseren Leimapparat an ihr an, ohne daß wir irgend einen Theil derselben verändern, lassen von diesem Apparate aus das Papier durch die Trokenpreßwalzen laufen, zwischen welchen es zum zweiten Mal in Berührung mit den endlosen Filzen gepreßt wird, worauf man es gewöhnlich auf einem Haspel sammelt oder bei neueren Maschinen auf den ersten sich umdrehenden Dampfcylinder einer Reihe von Trokencylindern leitet; bringt man aber an der Maschine noch Drukwalzen zum Auftragen des Leims nach unserer verbesserten Methode an, so kann man den Haspel von diesem Theil der Maschine beseitigen, oder auch den ersten von den Trokencylindern wegnehmen, um für die Preßwalzen bei 1, 2, 3 Raum genug zu erhalten; auch kann man einen Trokencylinder A über den Trokenpreßwalzen anbringen, indem man das Papier von diesen Cylindern über eine Leitwalze a führt, die es über den Trokencylinder A leitet; das Papier läuft um diesen Cylinder, bis es auf die Leitwalze b kommt, von welcher es zu den Preßwalzen 1, 2, 3 gelangt. B ist eine metallne Walze, welche an dem höchsten Theile des Trokencylinders A mit ihrem Gewicht auf das Papier drükt, sie ist mit Filz überzogen und drükt auf das Papier, indem sie mit derjenigen Seite desselben in Berührung kommt, welche der Seite, die in Berührung mit dem Filz beim Hindurchgehen durch die Trokenpreßwalzen gepreßt wurde, entgegengesezt ist. Das Gewicht der Walze B sollte geringer seyn, als zur Erzeugung des schwächsten für die zartesten Papiersorten erforderlichen Drukes nöthig ist; auch sollte man an den Zapfen an jedem Ende der Walze B Haken anbringen, um für die anderen Papiersorten mittelst belasteter Hebel das Gewicht noch verstärken und dadurch diese Walze B niederdrüken zu können. Der Trokencylinder A wird durch einen endlosen Riemen cc umgedreht, welcher auf einem Lauf d am Ende der Achse der niedrigsten Trokenpreßwalze angebracht ist, so wie auch auf einem größeren Lauf e auf der Achse des Dampfcylinders A; die Durchmesser der zwei Läufe d und e müssen zu den Durchmessern der unteren Trokenpreßwalze und des Dampfcylinders A in solchem Verhältniß stehen, daß die Oberfläche dieses lezteren sich ziemlich eben so schnell wie die Oberfläche der Trokenpreßwalzen bewegt, so daß also dieser Trokencylinder A das Papier genau so schnell aufnimmt, als es ihm die Trokenpreßwalzen abgeben und nicht schneller. Das Papier wird, indem es um den Cylinder A streicht, zum Theil getroknet und man regulirt den Zufluß des Dampfes in diesen Cylinder so, daß das Papier nicht stärker getroknet wird, als es die Operation des Leimens erheischt. Wir bringen die Preßwalzen 1, 2 und 3 neben einander an der Maschine |41| an, so daß sie sich beinahe berühren, das Papier läuft dann zwischen der ersten und zweiten Preßwalze hinab und zwischen der zweiten und dritten wieder hinauf, so daß es zwei Mal nach einander gepreßt wird. Der Leim wird auf derjenigen Seite des Papiers, welche auf dem endlosen Drahtgewebe zu oberst war, angebracht, wenn es zwischen der ersten und zweiten Drukwalze hindurchgeht und auf der entgegengesezten Seite beim Hindurchgehen desselben durch die Preßwalze 2 und 3. Die mittlere Walze 2, kann durch einen endlosen gekreuzten Riemen 4 4 umgedreht werden, welcher um einen großen Lauf 5 am Ende der Achse des Trokencylinders A, so wie um einen kleinen Lauf 6 am Ende der Achse der mittleren Walze 2 geht; die Durchmesser der Läufe 5 und 6 müssen in dem gehörigen Verhältniß zu den Durchmessern des Cylinders A und der Walze 2 stehen, damit die Preßwalzen 1 und 2 das Papier so schnell aufnehmen können, als es der Cylinder A abgibt. Anstatt den Riemen 4 4 auf dem großen Laufe 5 5 des Trokencylinders A anzubringen, kann man auch die mittlere Preßwalze 2 dadurch bewegen, daß man den endlosen Riemen 4 4 auf einem Lauf von gehöriger Größe, der sich auf der Achse der unteren Trokenpreßwalze zur Seite des Laufes d befindet, anbringt. Die anderen zwei Preßwalzen 1 und 3 können durch die mittlere Walze 2 umgedreht werden und damit die drei Walzen 1, 2 und 3 sicher mit einander umgehen, kann man ein Zahnrad am Ende der Achse jeder Walze anbringen, so daß die Zähne dieser Räder ineinander greifen. Die Zapfen an den entgegengesezten Enden der Preßwalzen 1, 2 und 3 befinden sich in Einem Gestelle und man justirt die Pfannen für die Zapfen der zwei äußeren Walzen 1 und 3 durch Stellschrauben 7 7, welche die drei Walzen gegen einander rüken. Die zwei äußeren Walzen 1 und 3 sind mit Filz überzogen, aber die mittlere (metallne) Walze hat eine glatte Oberfläche. Das Papier geht zuerst über ungefähr ein Viertel des Umfanges der Walze 1 am oberen Theile derselben und der Leim wird auf einer Seite in dem Augenblike auf das Papier aufgetragen, wo es beim Herablaufen zwischen den Walzen 1 und 2 gepreßt wird; das Papier umfängt dann die untere Hälfte der mittleren Walze 2 und steigt zwischen den Walzen 2 und 3 hinauf; auf der anderen Seite desselben wird Leim in dem Augenblike aufgetragen, wo es zwischen den Walzen 2 und 3 gepreßt wird. Nach diesem zweiten Pressen streicht das geleimte Papier über ungefähr ein Viertel des Umfanges der Walze 3 und wird dann entweder auf die Dampfcylinder der Trokenmaschine geleitet – wenn nämlich die Qualität desselben ein schnelles Austroknen nach dem Leimen gestattet – im entgegengesezten Falle sammelt man das geleimte Papier wie gewöhnlich in feuchtem Zustande auf einem Haspel, sobald es von der |42| Walze 3 kommt. Soll das geleimte Papier in der Maschine durch Dampfcylinder getroknet werden, wie man sie in Fig. 16. bei F, G, H sieht, so ist es räthlich den ersten dieser Dampfcylinder F mit Filz zu überziehen, damit das frisch geleimte Papier nicht so plözlich erhizt wird. Wenn die umdrehende Bewegung der Trokencylinder F, G, H von einem dem anderen durch Zahnräder mit Zwischenrädern mitgetheilt wird, so muß man den Durchmesser des ersten Metallcylinders um die Dike seines Filzüberzuges verringern; wird hingegen die Bewegung des ersten Dampfcylinders F dem nächsten Cylinder G durch einen endlosen Riemen mitgetheilt, so muß man hiernach die Durchmesser der Läufe abändern, auf welchen der endlose Riemen angebracht wird. Gewöhnlich wird die Reihe der Dampftrokencylinder F, G und H durch einen endlosen Riemen umgedreht, welcher sich von einem kleinen Lauf auf der Achse der niedrigsten Trokenpreßwalze über einen großen Lauf auf der Achse eines der Trokencylinder hinzieht; die Durchmesser der Läufe, aufweichen der endlose Riemen angebracht wird, müssen in solchem Verhältniß zu einander stehen, daß der erste Dampfcylinder F das Papier gerade so schnell wegnimmt, als es die dritte zugesezte Preßwalze 3 abgibt. Die Leimauflösung wird durch eine Röhre von einem erhöhten Leimkasten 9 herbeigeführt, und in lezterem der Leim durch Dampf, welcher in seinen hohlen Boden streicht, warm gehalten. Der Leim tritt an dem unteren Ende der Röhre G in einem dünnen Strome aus; welchen man durch einen Drehhahn am oberen Ende der Röhre 8 reguliren kann und läuft in einen langen, engen Trog 10, der sich horizontal über die ganze Länge der Walzen ausdehnt, nahe über dem Raum zwischen den zwei Walzen 1 und 2. Der Trog 10 ist an einer eisernen Stange befestigt, welche durch das Gestell geht und sein Boden mit kleinen Löchern versehen, deren Reihen gleich weit von einander entfernt sind; durch diese Löcher läuft der Leim in dünnen Strömen aus, welche gegen die mittlere Walze 2 gerichtet sind; aller überflüssige Leim sammelt sich in dem leeren Raume zwischen den zwei Walzen, gerade über der Stelle, wo sie einander pressen; und indem sich das Papier über die Walze 1 windet, wird Leim auf die Oberfläche desselben aufgetragen, worauf es augenbliklich durch die beiden Walzen 1 und 2 eine unmerklich kurze Zeit über gepreßt wird; denn da die Walzen beständig in Bewegung sind und das Papier niederwärts leiten, so kommt es in Berührung mit dem Leim, womit die Oberfläche der Walze 2 bedekt ist, in dem Augenblike, ehe es zwischen den anliegenden Flächen der Walzen 1 und 2 niedersteigt; und da es durch dieselben stark comprimirt wird, so dringt der Leim in seine Substanz ein, kann sich aber darauf nicht so anhäufen, daß etwas davon auf |43| seiner Oberfläche zurükbliebe, nachdem es zwischen den Walzen durchgegangen ist. Läßt man durch die Röhre 8 mehr Leim auslaufen, als das Papier verschlukt oder mit sich führt, so läuft er durch den leeren Raum zwischen den Walzen 1 und 2 ab und sammelt sich in einem Behälter 11, welcher unter den Preßwalzen 1, 2 und 3 angebracht und mit einer Abflußröhre versehen ist, durch die er in den unteren Leimkasten 19 gelangt. Der Leim, welcher sich hierin sammelt, muß von Zeit zu Zeit wieder in den oberen Kasten 9 gebracht, erwärmt und neuerdings gebraucht werden. 12 ist eine andere Röhre am oberen Leimkasten 9, mit einem Hahn an ihrem oberen und einer Rinne an ihrem unteren Ende versehen, welche die Leimauflösung in einen Trog 13 führt, in welchen der unters Theil einer Walze 14 taucht; der obere Theil dieser lezteren ist in enger Berührung mit dem unteren Theil der dritten Preßwalze 3 und dadurch wird jene Walze 14 umgedreht.

Die Walze 14 ist theilweise mit einem spiralförmigen um sie gewundenen Filzbande überzogen, und indem sie sich in dem Leim, welcher im Trog 13 enthalten ist, dreht, bringt sie Leim auf die Walze 3 hinauf, die mit Filz überzogen ist und theilt der Oberfläche dieser Walze so viel davon mit, daß sie diejenige Seite des Papieres, welche der zuerst zwischen den Walzen 1 und 2 geleimten entgegengesezt ist, leimen kann. Die Walze 3 trägt den Leim in dem Augenblike auf, wo das Papier zwischen den Walzen 2 und 3 gepreßt wird. Wenn überschüssiger Leim von der Röhre 12 in den Trog 13 gelangt, so läuft er davon in den Behälter 11 ab, von welchem er in den unteren Leimkasten 19 geleitet wird. Um den Leim warm zu halten, kann man in irgend eine der drei Preßwalzen 1, 2 und 3, welche man zu diesem Ende hohl macht, Dampf leiten; die Zapfen an jedem Ende der Walze macht man hohl, um an dem einen Ende der Walze den Dampf hinein- und an dem anderen das verdichtete Wasser ablaufen zu lassen. Die Röhre, welche den Dampf herbeileitet und diejenige, welche das verdichtete Wasser abführt, sind mit den Enden der hohlen Zapfen durch Stopfbüchsen verbunden, wie man es gewöhnlich bei Dampftrokencylindern zu thun pflegt; man sieht einen solchen hohlen Zapfen mit der Stopfbüchse im Durchschnitt in Fig. 17. abgebildet; ihre Einrichtung ist den Mechanikern und Papierfabrikanten so wohl bekannt, daß wir sie nicht weiter zu beschreiben brauchen. Die Röhre, welche den Dampf herbeiführt, muß mit einem Hahn versehen werden, um den Zufluß desselben in die hohle Preßwalze und folglich die Erhizung dieser lezteren beliebig reguliren zu können. Wir haben gefunden, daß man den Leim zum Leimen vieler Papiersorten heiß genug erhalten kann, ohne daß man Dampf in die hohle Preßwalze leitet |44| 15 ist ein stählerner Streicher, ein sogenannter Doctor; sein Rand drükt gegen die Walze 2 und beseitigt alle Papierknoten oder sonstige Unreinigkeiten, welche auf dieselbe kommen könnten.

Fig. 18. ist ein Durchschnitt einer besonderen Maschine zum Leimen von Papier in Bögen: 1 und 2 sind die Preßwalzen, in einem geeigneten Gestell über einander angebracht; die untere wird entweder durch eine am Ende eines ihrer Zapfen befestigte Kurbel mit der Hand oder durch irgend eine Triebkraft gedreht. Die obere Walze macht man hohl, damit sie nicht zu schwer wird und drükt sie durch Haken, welche an jedem ihrer Zapfen angebracht und wie gewöhnlich mit belasteten Hebeln verbunden werden, hinab, damit sie einen hinreichenden Druk ausübt. 20 20 ist ein endloses Gewebe von Filz, welches über ein System von Stüzwalzen circulirt; 21, 21, 22, 22, 23, 23 ist ein anderer endloser Filz, welcher ebenfalls über ein System von Stüzwalzen 24, 25 circulirt. Die beiden endlosen Filze 20 und 23 streichen zwischen den Preßwalzen 1 und 2 hindurch, und erhalten ihre Kreisbewegung um ihre respectiven Stüzwalzen von den Preßwalzen. Die Stüzwalze 24 ist so gestellt, daß sie den oberen endlosen Filz 23 in einiger Entfernung von der Stelle, wo der Druk zwischen den Preßwalzen 1 und 2 hervorgebracht wird, in Berührung mit dem unteren endlosen Filz 20 bringt. Die Papierbögen werden nach einander auf jenen Theil des unteren endlosen Filzes 20 gebracht, welcher sich fast in einer horizontalen Ebene ausdehnt und dieser untere Filz führt, indem er sich beständig vorwärts bewegt, die Papierbögen mit sich unter den oberen Filz 23, an dem Theile, wo dieser Filz sich unter den Walzen 24 dreht, so daß das Papier zwischen die beiden Filze gebracht und dem Druk der Preßwalzen 1 und 2 unterzogen wird, während es inmitten der zwei Filze bleibt. Die Leimauflösung wird auf jede der Preßwalzen 1 und 2 durch Tröge 27 und 28 aufgetragen, welche den Walzen 1 und 2 horizontal gegenüber angebracht und mit Löcherreihen in ihrem Boden zum Auslaufen des Leimwassers versehen sind; die Art wie sie die Oberfläche der Walzen mit Leimflüssigkeit versehen, wurde vorher beschrieben und in Fig. 16. abgebildet; auf gleiche Weise werden die Tröge 27 und 28 durch Röhren 29 und 30 mit Leim gespeist; diese Röhren gehen von einem erhöhten Leimkasten aus, der in Fig. 17. nicht abgebildet ist, worin aber der Leim mittelst Dampf oder auf andere Art warm gehalten wird. Die Hähne in den Röhren 29 und 30 sollten so gestellt werden, daß sie den Leim nicht schneller in die Tröge 27 und 28 ablaufen lassen, als die Papierbögen, welche nach einander zwischen den Walzen 1 und 2 durchgehen, denselben verschluken und wegführen. Der Leim, womit sich die Oberflächen der Walzen 1 und 2 überziehen, wird durch die endlosen Filze 20 und 23 gepreßt und durch |45| sie von den Walzen dem Papier in dem Augenblike abgegeben, wo dasselbe sammt den zwei Filzen, zwischen welchen es liegt, zwischen den Walzen 1 und 2 gepreßt wird. 31 und 32 sind Wischer, welche die zwei Preßwalzen 1 und 2 abstreichen. Die endlosen Filze 20 und 23 läßt man wie gewöhnlich bei Papiermaschinen zwischen Leiträdern laufen, um sie in ihrer vollen Breite ausgestrekt zu erhalten. Als Patent-Recht nehmen wir bloß unser verbessertes Verfahren, den Leim auf Papier aufzutragen, in Anspruch, welches darin besteht, das Papier zwischen zwei oder mehrere sich umdrehende Preßwalzen laufen zu lassen, die auf den Theilen, welche das Papier beim Hindurchgehen pressen, mit immer fließender Leimauflösung gespeist werden.15)

Erklärung der Zeichnung.

Fig. 16. Durchschnitt einer gewöhnlichen Maschine zur Verfertigung von Papier ohne Ende.

ff, Oberer Leimkasten.

gg, Hohler Boden, in welchen man Dampf leitet, um den Leim warm zu erhalten.

h, Dampfröhre.

i, Abzugröhre für den verdichteten Dampf.

k, Apparat zum Leimen des Papieres nach unserer verbesserten Methode.

l, Doctor (Streicher für die Walze).

mmm, Walzen, welche die Leimauflösung ausdrüken.

n, Trog, welcher den überflüssigen Leim aufnimmt.

o, Röhre zum Ableiten der überflüssigen Leimauflösung.

p, Unterer Leimkasten.

q, Preßwalze mit Filz überzogen.

rr, Laufband.

ss, Läufe für das Laufband.

t, Doctor (Streicher für die Walze).

u, Obere Trokenpreßwalze.

v, Untere Trokenpreßwalze.

www, Endloser Filz, welcher das Papier aufnimmt, wenn es den Draht verläßt.

x, Untere feucht pressende Walze.

y, Feucht pressende Walze, um das Papier zu pressen, ehe es den Draht verläßt.

z, Doctor.

J, Belasteter Hebel für die feucht pressende Walze.

|46|

K, Waschwalze.

L, Waschtrog.

MM, Hohle Drahtwalzen, welche schwach auf das kurz zuvor gebildete Papier pressen, während es auf dem Draht verbleibt, um etwas Wasser auszudrüken.

NNN, Frisch gebildetes Papier auf dem Draht.

OOOO, Draht.

P, Walze um den Draht zu streken.

Q, Obere Walze.

RR, Trog um das Wasser aufzunehmen, welches von dem Zeug durch den Draht geht.

S, Dekel.

T, Treiber des Dekels.

UU, Dekelriemen.

V, Schaukeltrog.

W, Feststehender Trog.

X, Regulator für den Zufluß des Stoffes.

Y, Rührer, um den Zeug in der Bütte umzurühren.

Z, Dampfcylinder zum Erwärmen.

Z*, Bütte, welche den Papierzeug enthält.

A*, Trokenmaschine.

BBB*, Dampftrokencylinder.

CC*, Zwischenräder.

DDDD*, Zahnräder.

EE*, Endloser Filz.

FFF*, Filzwalzen.

GG *, Papier.

H*, Getroknetes Papier.

Fig. 17. Durchschnitt eines Endes eines Dampftrokencylinders.

a, Dampfröhre.

b, Zapfen des Cylinders.

c, Stopfbüchse.

Fig. 18. Durchschnitt eines Apparates, um Papier nach unserer verbesserten Methode zu leimen.

aaa, Endloser Filz.

b, Walze zum Aufdrüken des Leims.

|37|

Diese Weise verdient den Vorzug. A. d. R.

|45|

Es wundert uns, daß man in England das Papier nicht schon im Zeuge leimt, ein Verfahren, das man bereits in Frankreich und auch in einigen Papierfabriken in Deutschland mit sehr großem Vortheile ausübt. A. d. R.

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