Titel: Ueber eine Krankheit der säuerlich-süßen Weine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 41, Nr. XVI./Miszelle 13 (S. 77–78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj041/mi041016_13
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Ueber eine Krankheit der säuerlich-süßen Weine.

In den heißesten Gegenden des Douro bemerkt man, wenn d. r. Sommer sehr heiß war, und die Trauben sehr reif und sehr reich an Zukerstoff wurden, an dem Weine eine Krankheit, die sich durch folgende Erscheinungen kund gibt. Die Gährung tritt schnell ein; sie verläuft sehr schnell und heftig, unter Entwikelung einer großen Hize; allein bald darauf fällt dieselbe mit einem Male, und bringt man den Wein in Fässer, so gährt er nicht, sondern fängt bald an klar zu werden. Vierzehn Tage später wird der Wein oft trüb, verliert einen Theil seiner Farbe, und zeigt, wenn man ihn in der Sonne in einer silbernen Tasse betrachtet, glänzende Hefen, welche sich gegen den Boden zu sezen trachten, er hat zwar noch seinen weinigen Geschmak, allein den Geruch hat er beinahe verloren. Das Schönen desselben ist sehr schwer. Nach einem Monate fängt solcher Wein neuerdings zu gähren an; er verliert seinen Geruch ganz und gar, und bekommt einen säuerlich-süßen, Geschmak, seine Farbe verschwindet und geht in einen Stich in's Ziegelrothe scher; er bleibt immer trüb, und wird nie sauer. Bei der Destillation gibt er keinen Weingeist; trinkt man denselben, so bewirkt er Neigung zum Erbrechen. Ein Zusaz von Branntwein erhöht die Krankheit. – Die Heilmittel dieser Krankheit bestehen in Folgendem: Man mische anfangs, und wenn die Krankheit noch nicht deutlich ausgebildet ist, unreifen, herben und gewöhnlichen Wein unter den kranken,27) lasse ihn dann ab, und schöne ihn oft; nie läßt er sich jedoch ganz wieder auf seinen früheren Zustand zurükführen. Gyps gibt ihm wieder einige Farbe und etwas Geruch, so daß er wenigstens trinkbar wird. (L' Agriculteur-Manufacturier. 1839 November, S. 106.)

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Würde man ihn aber über unreife Früchte, z.B. über unreife Stachelbeeren, unreife Johannisbeeren oder unreife Trauben gießen, so würde er nach einigen Wochen wieder ganz gesund werden und wenn er von diesen unreifen Früchten auf reine Fässer wieder abgezogen würde, sich Jahre lang gut erhalten. A. d. R.

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