Titel: Kaffee aus Runkelrüben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 41, Nr. XVI./Miszelle 14 (S. 78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj041/mi041016_14

Kaffee aus Runkelrüben.

Die Cichorienkaffee-Fabrikanten in der Nähe von Valenciennes kauften voriges Jahr in den Runkelrübenzuker-Fabriken alle jene Rüben, welche für die Fabriken zu klein waren, so wie die Rükstände, die Schweife der Wurzeln etc. auf. Sie bezahlten für 1000 Pfunde 5 oder 6 Franken, und bereiteten daraus, auf dieselbe Weise wie aus den Cichorienwurzeln, Kaffee. Es ist dieß für uns Deutsche keine neue Verwendung dieser Wurzeln, denn schon seit vielen Jahren sahen wir Leute aus der ärmeren Masse in Bayern, Oesterreich, und in dem nach Kaffee durstenden Sachsen gelbe und rothe Rüben klein schmieden, troknen, mit echtem Kaffee mischen und mit diesem rösten. Leute, denen es nur darum zu thun ist, viel Kaffee zu sehen und zu trinken, finden auch solchen schmakhaft. Der Verfasser des Artikels über die Verwendung der Runkelrüben zu inländischem Kaffee im Agriculteur-Manufacturier 1830. Mai S. 74. sagt, daß er sich lang damit beschäftigte aus dem Breie der Runkelrüben Kaffee zu bereiten, jedoch immer ohne Erfolg. Wir bedauern, daß er seine Zeit nicht besser verwendete. Der Brei gab ihm nur eine geringe Menge eines sehr leichten und voluminösen Stoffes, der nicht zum Rösten geeignet war, und dessen wässeriges Extract nur wenig Geschmak besaß. Der Runkelrübenkaffee unterscheidet sich auch im Geschmak von dem Cichorienkaffee, mit welchem ihn die Fabrikanten mischen.

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