Titel: Transportable hölzerne Häuser des Hrn. Blom.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 41, Nr. XVI./Miszelle 8 (S. 75)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj041/mi041016_8

Transportable hölzerne Häuser des Hrn. Blom.

Hr. Blom, schwedischer Oberst beim Geniewesen, legte der Akademie zu Paris, bei Gelegenheit der Expedition nach Algier, seine Abhandlung über eine neue Art von hölzernen transportablen Häusern vor, über welche Hr. Navier in der Sizung vom 11. October 1830 einen günstigen Bericht erstattete. In verschiedenen Ländern, besonders in Schweden und Rußland, in der Umgegend von St. Petersburg, wurden bereits viele solche Häuser erbaut. Einige Tage reichen hin um sie anzustellen und abzubrechen. Hr. Blom erwähnt einer Wohnung, welche seit 8 Jahren an verschiedene Orte, die 150 Meilen von einander entfernt sind, versezt wurde, ohne daß sie in Hinsicht auf Festigkeit und Eleganz irgend etwas verloren hätte. Der Bau des Hrn. Blom unterscheidet sich sehr von den hölzernen Häusern, welche seit langer Zeit in Schweden und Rußland verkauft werden, und welche aus großen gezimmerten Balken bestehen, deren Transport sehr kostspielig ist, und die, nachdem sie aufgestellt wurden, noch lange Arbeit erfordern, ehe sie ein bewohnbares Haus geben. Die Häuser des Hrn. Blom sind eher eine Tischler- als eine Zimmermanns-Arbeit. Die außeren Wände bestehen aus senkrecht gestellten, in einander gefalzten Dielen; die innere Wand ist auf ähnliche Weise zugerichtet. Zwischen den beiden Wänden, befindet sich eine Art von Pappendekel, der allen Luftdurchzug verhindert. Balken sind zu den Wänden keine nothwendig. Die Eken sind durch Schrauben vereinigt, deren Köpfe verstekt werden können. Das Dach und der Fußboden werden auf ähnliche Weise gemacht. Das Holz wird durch Anstreichen mit einer Oehlfarbe oder durch eine andere Uebertünchung gegen Verderbniß geschüzt. Hr. Blom fügte seiner Abhandlung die Zeichnung eines Hauses von 50 Fuß Länge bei, welches im Parke von Stokholm von einer englischen Familie bewohnt wurde. Da das Holz ein sehr schlechter Wärmeleiter ist, so lassen sich diese Häuser auch in dem rauhen Klima von Schweden und Rußland leicht durch Gluthpfannen mit beweglichen Röhren heizen. Die Akademie lud Hrn. Blom ein, ihr die Details der Construction seiner Häuser mitzutheilen. – [Wir müssen bei dieser Gelegenheit neuerdings auf die tragbaren hölzernen Häuser des seligen Hrn. Hofrathes Dr. Schultes (Polyt. Journ. Bd. XXXIII. S. 90.) zurükweisen, die Hr. v. Hößlin in Augsburg (Polyt. Journ. Bd. XXXIV. S. 121.) so schön zur Ausführung brachte. Die Häuser des Hrn. Hofr. Schultes scheinen uns wegen, geringerer Kosten des Materiales, größerer Leichtigkeit und Schnelligkeit des Aufbauens und des Transportes, und vorzüglich deßhalb Vieles vor den Blom'schen Häusern voraus zu haben, weil sie keine Tischlerarbeit erfordern, sondern von jedem auch noch so unverständigen Zimmermanne mit Leichtigkeit erbaut werden können.]

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