Titel: Aufbewahrung des Runkelrüben- und Erdäpfelmarkes, der Träbern etc.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 41, Nr. XXXVII./Miszelle 19 (S. 158–159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj041/mi041037_19
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Aufbewahrung des Runkelrüben- und Erdäpfelmarkes, der Träbern etc.

Die Oekonomen im nördlichen Frankreich bewahren die Trabern, welche sie in den Brauereien kaufen, mehrere Monate auf, indem sie dieselben in Silos, die in einem thonigen und compacten Boden gegraben wurden, fest einschlagen, und dann mit Erde bedeken. Sie erleiden dadurch zwar eine leichte geistige und saure Gährung, allein diese verändert die in den Trabern enthaltenen Nahrungsstoffe nur unbedeutend, oder auch gar nicht. Die Erfahrung zeigte sogar, daß sie in diesem Zustande von den Thieren noch lieber gefressen werden. Hr. Mathieu de Dombasle wendete dasselbe Verfahren auch auf den Runkelrübenbrei mit gutem Erfolge an, wie aus seinem Werke über die Runkelrübenzukerfabrikation hervorgeht. Obschon Hr. Leclerc zu Peronne und einige andere Fabrikanten diese Aufbewahrungsmethode immer anwenden, und auf diese Weise das Mark, welches in ihren Fabriken abfällt, bis zum Junius und Julius aufbewahren, so scheint dasselbe doch in neuerer Zeit ziemlich in Vergessenheit gerathen zu seyn. Das Runkelrübenmark erleidet zwar bei dieser Aufbewahrung, so wie die Trabern, eine leichte Gährung, allein das Vieh frißt sie dießhalb nur um so lieber. Die Gruben sind jenen ähnlich, welche zur Aufbewahrung der Wurzeln gegraben werden; man wählt vorzüglich einen trokenen Boden, macht sie 2 1/2–3 Fuß breit und eben so tief, und 10–12 Fuß lang. Das Mark wird fest mit den Füßen eingetreten, und dann mit Erde bedekt, die gleichfalls sehr fest geschlagen wird, damit durch Zutritt der Luft nicht Gährung und Fäulniß entstehen könne. Das Mark der Starkmehlfabriken kann auf gleiche Weise eben so lang aufbewahrt werden. (L'Agriculteur-Manufacturier. 1830. Mai. S. 73.)

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