Titel: Einfluß verschiedener Substanzen auf Gewächse, und Einfluß des Düngers auf die Bestandtheile des Getreides.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 41, Nr. XXXVII./Miszelle 21 (S. 159–160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj041/mi041037_21

Einfluß verschiedener Substanzen auf Gewächse, und Einfluß des Düngers auf die Bestandtheile des Getreides.

Hr. Dubrunfaut gibt im Agriculteur-Manufacturier 1830 Août S. 232. einen Aufsaz über den Einfluß verschiedener Reagentien und Substanzen auf die Gewächse und Beobachtungen über den Dünger in Hinsicht auf Erzeugung der unmittelbaren Bestandtheile der Getreidearten. Wir können nicht umhin unsere Leser auf diesen Aufsaz aufmerksam zu machen, und ihnen das im Auszuge mitzutheilen, was Hrn. Dubrunfaut angehört. Er sagt nämlich, nachdem er der Versuche der HHrn. Turner und Christison, Ker, Cantu, Phillips, Becker, Macaire-Prinsep, Marcet, Mulder, Carradori, Hermbstädt, Leuchs, Göppert etc. erwähnt hat, daß er Tessier's Versuche, nach welchen die Menge des Klebers im Weizen bei verschiedenem Dünger verschieden ist, mit Genauigkeit wiederholt habe, und daß er beim Weizen folgende Resultate erhielt:

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Arten des Düngers: 100 Gran Weizen von diesem Boden gaben:
Stärkmehl. Kleber.
Menschenurin 39,30 35,10
Ochsenblut 41,30 34,24
Menschenkoth 41,44 33,14
Schafmist 42,80 32,90
Ziegenmist 42,43 32,88
Roßmist 61,64 13,68
Taubenmist 63,18 12,20
Kuhmist 62,34 11,95
Abgeschwemmte Erde 65,94 9,60
Ungedüngte Erde 66,69 9,20

Hieraus ergibt sich, daß jener Dünger, der sehr reich an Stikstoff ist, den Weizen sehr reich an Kleber macht, und daß Dünger mit wenig Stikstoff die größte Menge Starkmehl hervorbringt) daß der Oekonom seinen Aker verschieden düngen könnte und sollte, je nachdem das Erzeugniß desselben zur Brod- oder Bierbereitung bestimmt ist; und daß die Pflanzen ihren Stikstoff aus dem Dünger und nicht aus der Luft ziehen. Die Analyse des Rokens, der auf verschieden gedüngtem Boden gebaut wurde, zeigte, daß die Bestandtheile des Rokens dieselben sind, wie jene des Weizens, und daß die quantitativen Verhältnisse derselben nach der Art des Düngers eben so verschieden sind, wie beim Weizen. Das Stärkmehl des Rokens zieht mehr ins Gelbe als jenes des Weizens; der Kleber ist weniger klebrig; der Zuker ist nicht so geneigt zu gerinnen; der gummige Schleim hat mehr Aehnlichkeit mit der vegetabilischen Gallerte als mit dem Gummi. Bei der Gerste ist gleichfalls der Gehalt an Kleber, Eiweißstoff und phosphorsaurem Kalke größer, wenn mit stikstoffhaltigen Substanzen gedüngt wurde; allein die Gerste sowohl, als der Roken, enthalten immer weniger Kleber, als der Weizen, und scheinen daher weniger zur Assimilation des Stikstoffes von verschiedenen Düngerarten geeignet. Im Hafer ist der Kleber in noch weit geringerer Menge enthalten. Sein schleimig-zukeriger Bestandtheil ist der vegetabilischen Gallerte ähnlicher als dem Gummi; sein Starkmehl hat einen süßlichen Geschmak und eine Porosität, welche das Starkmehl anderer Getreidearten nicht hat.

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