Titel: Lerebours's gleichmäßig gefärbte optische Gläser.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 41, Nr. XXXVII./Miszelle 6 (S. 152)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj041/mi041037_6

Lerebours's gleichmäßig gefärbte optische Gläser.

Leute, deren Sehorgan sehr zart und leicht verwundbar ist, oder die eine Staaroperation erlitten, bedienen sich gewöhnlich gefärbter und zwar bläulicher Augenglaser. Diese Gläser haben jedoch bei den stärkeren Nummern einen sehr wesentlichen und fühlbaren Nachtheil, denn sind sie sehr convex, so ist die Färbung des Glases in der Mitte bedeutend stärker, als an den Rändern, und sind sie sehr concav, so ist die Mitte sehr wenig gefärbt, während die Ränder beinahe undurchsichtig sind. In beiden Fällen, besonders aber in lezterem, ist der Nachtheil für die Sehkraft und für die Art des Sehens sehr bedeutend. Hr. Lerebours suchte daher auszumitteln, auf welche Weise man den optischen Gläsern von jeder beliebigen Krümmung auf ihrer ganzen Oberfläche eine gleichförmige Färbung geben könne, und war so glüklich, ein hiezu taugliches Verfahren aufzufinden. Er bedekt nämlich eine Platte von gefärbtem Glase mit einer ungefärbten Glasschichte, und ändert deren Dike nach der Natur des Gesichtes und nach dem Radius der Kugel, auf welches sie angebracht wird. Er läßt zu diesem Behufe in der Glasfabrik zu Choisy eigens Gläser mit zwei Schichten bereiten, von welchen die eine blau, die andere ungefärbt ist. Die Ausführung dieser Operation fordert eine große Uebung von Seite des Arbeiters, wenn man eine Glasmasse erhalten will, die aus zwei, vollkommen gleich diken, Schichten besteht, und die groß genug ist, um daraus einen Glascylinder zu machen, aus welchem man nach der, für das Fensterglas üblichen Methode, eine Glasplatte bilden kann. Dessen ungeachtet gelang diese Operation sehr gut, so daß man dem Glase nur auf die gewöhnliche Weise eine gekrümmte Oberfläche zu geben braucht. Man wählt hiezu die reinsten Stüke, und polirt und schleift dieselben auf der blauen Oberfläche nach einer Fläche, die genau mit der Linie, die die beiden Schichten von einander trennt, parallel läuft, so daß die blaue Schichte überall gleich dik werde. Hierauf gibt man der entgegengesezten Fläche die gehörige Krümmung, welche so seyn muß, daß ihr Radius die Hälfte der Brennweite ausmacht, die man erhalten will. Bei den periskopischen Gläsern muß die leichteste Krümmung jene der blauen Glasschichte seyn. Wie groß auch immer die Krümmung des Glases seyn mag, so wird auf diese Weise die Farbe desselben doch immer an allen Stellen gleich seyn. Hr. Francoeur erstattete der Société d'encouragement einen sehr günstigen Bericht über diese neue Erfindung des Hrn. Lerebours im Felde der Optik. Diesen Bericht, welchen wir hier im Auszuge gaben, findet man im Bulletin de la Société d'encouragement 1830 März, S. 145.

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