Titel: Ueber das Verfahren des Hrn. Perkins, den Stahl weich zu machen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 41, Nr. LIII./Miszelle 6 (S. 234)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj041/mi041053_6

Ueber das Verfahren des Hrn. Perkins, den Stahl weich zu machen.

Das Verfahren, wie Hr. Perkins seinen Stahl behufs des Gravirens weich macht, wurde uns folgender Maßen beschrieben. Er legt den Stahl auf ein Bett von reiner Eisenfeile, bedekt ihn mit einer anderen Schichte von demselben Material und schließt das Ganze in eine luftdichte Büchse aus Gußeisen ein. Diese Büchse wird in ein starkes Feuer gebracht und vier Stunden lang fast in der Weißglühhize erhalten. Man läßt sodann das Feuer ausgehen, so daß die Büchse mit ihrem Inhalt allmählich abkühlt, worauf man den Stahl ganz weich finden wird, ohne Zweifel, weil er entkohlenstofft wurde; die Stahlplatte kann nun eben so leicht wie eine Kupferplatte gravirt werden. Anfangs glaubte man, daß der Stahl nach dem Stich wieder gehärtet werden müsse, wenn man außerordentlich viele Abzüge von dem Stahlstich machen will; zu diesem Zwek soll Hr. Perkins folgendes Verfahren angewandt haben. Er brachte die Platte in eine Büchse wie oben und überdekte sie ganz mit einer zolldiken Schichte gepulverter thierischer Kohle; die Büchse wurde dann in das Feuer gebracht und drei bis fünf Stunden lang je nach der Dike des Stahles rothglühend erhalten, woraus man ihn unmittelbar härtete. Der verstorbene Graveur Hr. Warren, welchem die Kunst auf Stahl zu graviren, vielleicht noch mehr verdankt, als Hrn. Perkins, versicherte jedoch, daß eine entkohlenstoffte Stahlplatte ohne gehärtet worden zu seyn, so viele Abdrüke liefert, als man in den meisten Fällen wünschen dürfte. Hr. Lahee, welcher eine große Erfahrung im Druken mit Stahlplatten hat und mit Recht unter den Künstlern wegen der Schönheit seiner Abdrüke berühmt ist, benachrichtigt uns, daß in einem Falle eine ungehärtete entkohlenstoffte Stahlplatte so gut arbeitete, daß er erst nach zwanzig tausend Abdrüken einen Probeabzug machte. Hr. Warren befolgte beim Weichmachen des Stahles dasselbe Verfahren wie Hr. Perkins, nur mit dem Unterschiede, daß er zur Deke anstatt der Eisenfeile allein, ein Gemenge von Eisenfeile und gepulverten Austerschalen nahm.

(Mechanics' Magazine. N. 411.)

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