Titel: Kitt für eiserne Wasserröhren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 41, Nr. LIII./Miszelle 7 (S. 234–235)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj041/mi041053_7

Kitt für eiserne Wasserröhren.

Hr. Gueymard war mit einer Wasserleitung für Grenoble beauftragt und verschaffte sich durch seine Correspondenten von Wien, Paris, Lyon und London Recepte für einen Kitt zur Verbindung der eisernen Röhren; sie wichen alle von einander ab, aber keines genügte ihm vollkommen. Er stellte daher eine Reihe von Versuchen an und fand, daß folgende Composition die Härte und Dichtheit von gutem Gußeisen erlangt.

Man vermengt acht und neunzig Theile Gußeisenfeile, welche durch ein grobes Sieb geschlagen wurde und nicht oxydirt ist, mit einem Theil Schwefelblumen. Nachdem sie innig gemengt sind, löst man einen Theil Salmiak in siedendem Wasser auf, gießt die Auflösung auf das Gemenge und rührt es gut unter einander. Man nimmt so viel Wasser, daß das Ganze die Consistenz von gewöhnlichem |235| Mörtel erhält. Dieses Cäment erhizt sich stark und entbindet viel Ammoniak; man sollte es sogleich nach der Bereitung verbrauchen. Es wird stark in die Fugen gepreßt und wenn man es im Sommer an freier Luft zwei oder drei Tage oder im Winter sieben bis acht Tage austroknen ließ, kann man die Röhren bedeken und darf sicher seyn, daß sie fest verbunden sind.

Er gebrauchte diesen Kitt bei allen Reservoirs in Grenoble, und die Fugen zeigten sich so dicht, als wenn Gußeisen geschmolzen und in sie gegossen oder die Cisternen aus Glas verfertigt worden wären. Er empfiehlt diesen Kitt beim Bau von Brüken, Wasserleitungen und Kanälen.

(Annales des Mines. Repertory of Patent-Inventions. April 1831, S. 235.)

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