Titel: Einfaches Verfahren, um Jodsäure zu bereiten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 41, Nr. LIII./Miszelle 9 (S. 235–236)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj041/mi041053_9

Einfaches Verfahren, um Jodsäure zu bereiten.

Hr. Connell theilt im Edinburgh new Philosoph. Journal Jul. 1831, S. 72. folgendes Verfahren mit, um Jodsäure zu bereiten: Man bringt 50 Gran Jod mit einer Unze rauchender Salpetersäure in einen Kolben und erhizt die Flüssigkeit bis zum Sieden. Sobald sich etwas Jod sublimirt und an den Seiten des Gefäßes verdichtet, bringt man dasselbe durch Schütteln des Kolbens wieder in die Flüssigkeit zurük. Nach einiger Zeit schlagen sich weiße krystallinische Körner nieder, und man sezt das Sieden und Zurükwaschen des sublimirten Jods so lange fort, bis nur wenig freies Jod mehr vorhanden ist, worauf man das Ganze in einer Porcellanschale zur Trokniß verdampft, um das freie Jod zu verflüchtigen. Der Rükstand besteht aus weißen krystallinischen Körnern, welche Jodsäure sind; sie enthalten noch etwas Salpetersäure, von welcher man sie befreit, indem man sie noch ein Mal oder zwei Mal in Wasser auflöst und wieder abdampft; dadurch verlieren sie großen Theils ihr krystallinische Ansehen und verwandeln |236| sich in eine weiße krystallinische Masse, welche manchmal von zersezter Jodsäure etwas purpurroth ist.

Die so erhaltene Säure besizt alle Eigenschaften der auf anderem Wege dargestellten Jodsäure. Beim Erhizen zersezt sie sich, und es wird Jod sublimirt. Ihre Auflösung in Wasser gibt mit salpetersaurem Silber einen weißen in Ammoniak auflöslichen Niederschlag. Sättigt man sie mit Kali und dampft ab, so erhält man kubische Krystalle, welche auf glühenden Kohlen sich entzünden. Die Jodsäure greift das Gold nicht an, wie auch Hr. Serullas fand; ihre Auflösung scheint selbst mit Hülfe der Wärme nicht auf dieses Metall zu wirken. Eben so wenig wirkt sie auf Platin. Das Zink greift sie Anfangs mit Aufbrausen an, besonders wenn sie verdünnt ist; die Wirkung hört aber fast augenbliklich auf, wahrscheinlich weil sich ein schwerlösliches jodsaures Salz bildet. Eisenfeile brachte kein Aufbrausen hervor, die Auflösung der Jodsäure mochte concentrirt oder verdünnt seyn; als man die Flüssigkeit zum Sieden erhizte, schlug sich ein weißes Pulver nieder. Die Auflösung der Säure röthete Lackmuspermanent; da sie nach Davy die Pflanzenfarben nach und nach bleicht, so enthielt sie wahrscheinlich noch eine Spur Salpetersäure.

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