Titel: Vertheilung von Medaillen durch die Société d'encouragement zu Paris.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 41, Nr. LXXXVIII./Miszelle 17 (S. 399–400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj041/mi041088_17

Vertheilung von Medaillen durch die Société d'encouragement zu Paris.

Die Société d'encouragement hörte in ihrer Sizung vom 4. Mai 1831 den Bericht des Hrn. Grafen Chaptal über das Resultat der Arbeiten der Commission des medailles et de révision, und genehmigte darauf die Vertheilung folgender Medaillen:

1) Eine goldene Medaille erster Classe dem Hrn. Cavaliere Aldini für seine Versuche über die Mittel die Sprizenleute gegen die Wirkungen der Flammen zu schüzen. (Nach Hrn. Gaultier de Claubry's Bericht im Bulletin 1831. Mai S. 259 war dieser Beweis der Anerkennung der Verdienste des Hrn. Cavaliere Aldini von Seiten der Société d'encouragement bloß deßwegen so lang verschoben, weil sich keine Gelegenheit darbot, dessen Mittel praktisch zu erproben.)

2) Eine goldene Medaille zweiter Classe dem Hrn. Morteléque für die Entdekung eines Verfahrens auf Lava auf dieselbe Weise zu mahlen, wie mit Oehlfarben gemahlt wird.

3) Eine gleiche Medaille dem Hrn. Leblanc, Professor der Zeichenkunst am Conservatoire des arts et métiers, für sein Werk über die Maschinenzeichenkunst, und für seine sämmtlichen Arbeiten.

4) Eine silberne Medaille dem Hrn. Lassaigne, Professor der Chemie, für seine Arbeiten über die Fayencefabrikation.

5) Eine gleiche Medaille dem Hrn. Legey, Ingenieur mathematischer Instrumente, für das Modell einer Maschine zum Poliren optischer Gläser. (Hr. Legey verfertigte dieses Modell, dem Berichte des Hrn. Francoeur a. a. O. S. 264 zu Folge, bei Gelegenheit des Preises von 2500 Fr., den die Société im Jahre 1826 für eine Maschine zum Schleifen optischer Gläser ausschrieb, den sie aber später, als sie hörte, daß bereits eine solche Maschine in den Werkstätten Reichenbach's und Frauenhofer's mit vortrefflichem Erfolge arbeite, zurükzog, indem sie die Hoffnung nährte, daß sie sich eine Zeichnung dieser Maschine von ihren Erfindern verschaffen könne, was aber nicht der Fall war. Hr. Legey sprach daher den Preis für seine Maschine an, welche im polyt. Journale Bd. XXVII. S. 253 aus dem Bulletin de la Société d'encouragement beschrieben und abgebildet ist, indem er behauptet, daß es ihm nur an Zeit und Mitteln gebrach, um sein Werk zu vollenden. Das Comité, das mit der Untersuchung von Hrn. Legey's Modell beauftragt war, glaubte den Nachweisungen zu Folge, die es erhielt, daß Hr. Legey dieselbe Maschine erfand, die in München so gute Dienste leistet. Zur Entschädigung des Hrn. Legey wurde, da man ihm doch den Preis nicht zuerkennen konnte, vorgeschlagen: ihm eine silberne Medaille zu ertheilen, und ihm die 300 Fr. zu übermachen, die für die Kosten der Zeichnung von Reichenbach's Maschine bestimmt waren. Dieser Vorschlag wurde angenommen, und das Modell in den Sälen der Gesellschaft zur Einsicht der dabei Interessirten niedergestellt.)

6) Eine ähnliche Medaille dem Hrn. Romagnesi für die Fabrikation in Papp-Stein (carton-pierre).

7) Eine gleiche Medaille den HHrn. Wallet und Huber für ihre Leistungen in demselben Industriezweige.

8) Eine gleiche Medaille dem Hrn. Fugère für seine Fabrikate von ausgeschlagenem Kupfer, die den zweiten in getriebenem Bronze ähnlich sind.

9) Eine gleiche Medaille dem Hrn. Berger de Lointe, Leinwandfabrikanten zu Fresnay (Sarthe) für die Güte seiner Fabrikate.

10) Eine Medaille von Bronze dem Hrn. Zilges, Stallmeister zu Paris, für einen Zaum, mittelst welchem man die wildesten Pferde aufhalten kann. (Polytechn. Journ. XLI. S. 201.)

11) Eine vergleichen Medaille dem Hrn. Felgère, Wirth zu Chaudes-Aigues, für seine Anstalt zur künstlichen Ausbrütung der Eier.

12) Eine gleiche Medaille dem Hrn. Baudouin, Leinwandfabrikanten zu Sillè-le-Guillaume (Sarthe), für die Güte seiner Fabrikate.

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13) Eine gleiche Medaille dem Hrn. Gervaiseau, Leinwandfabrikanten zu Mans (Sarthe), aus demselben Grunde.

Ehrenvolle Erwähnung geschah des Hrn. Saint-Etienne wegen der Erfindung seiner Reibe und seines mechanischen Siebes zur Fabrikation des Erdäpfelstärkmehles (Polyt. Journal Bd. XLI. S. 118), und des Hrn. Barth wegen seiner durch Drehung wirkenden Kutschenfedern. (Polyt. Journ. Bd. XL. S. 332.)

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