Titel: Gläserne Räder, Triebstöke etc. für Schlaguhren, Zeitmesser etc.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1831, Band 41, Nr. XCVIII./Miszelle 4 (S. 466–467)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj041/mi041098_4

Gläserne Räder, Triebstöke etc. für Schlaguhren, Zeitmesser etc.

Hr. John P. Bakewell zu Pittsburgh, Alleghany county, Pennsylvania, ließ sich am 1. October. 1830 ein Patent auf Verbesserungen an der Verfertigung von Rädern, Triebstöken und anderen Bewegungsmitteln für Schlaguhren, Zeitmesser oder andere Maschinerien ertheilen. Diese Verbesserungen bestehen nun, nach der Erklärung dieses Patentes, die im Register of Arts 1831 Julius S. 117 enthalten ist, darin, daß der Erfinder die genannten Theile aus Glas, statt aus den bisher dazu verwendeten Materialien verfertiget. Sein Verfahren hierbei besteht darin, daß er eine gehörige Quantität geschmolzenen Glases stark in Mödel oder Stämpel preßt, welche die Form der Theile haben, die man erhalten will. Er verfertigt auf diese Weise Räder, Triebstöke und andere Bewegungsmittel von jeder erforderlichen Größe und jeder beliebigen Zahl von Zähnen, Kämmen etc., welche, wenn sie aus dem Model kommen, wenig oder gar keine weitere Zurichtung brauchen. Die Oeffnungen mittelst welchen die Achsen oder Spindeln, die verschiedenen Federn, Stifte etc. mit den erwähnten Rädern, Triebstöken oder anderen Bewegungsmitteln verbunden werden sollen, können entweder durch verschiedene Vorsprünge oder Stacheln von der nöthigen Form und Größe, die in den Modeln oder Stämpeln angebracht werden, oder auch dadurch erzeugt werden, daß man sie nach dem Abkühlen des Glases durch die Räder, Triebstöke etc. bohrt. In einigen Fällen mag es auch vortheilhaft seyn, das Rad und den Triebstok aus einem Stüke zu machen, und in der Mitte, durch eine zwekmäßige Einrichtung des Models, eine Oeffnung für die Welle oder Achse zu lassen. Der Erfinder bemerkt ferner, daß diese Triebstöke, Räder etc. sowohl unter sich, als mit Rädern, Triebstöken etc. aus irgend einem anderen Materiale in Verbindung gesezt werden können. Die Model und Stämpel beschreibt der Erfinder nicht, da er sie nicht als sein Patentrecht in Anspruch nimmt; er bemerkt bloß, daß sie jeder Arbeiter verfertigen kann, der in der Verfertigung von Modeln und Stämpeln zur Erzeugung von Glasplatten etc. mittelst Druk nur einige Uebung hat. Als seine Erfindung nimmt Hr. Bakewell in Anspruch: die Verfertigung von Rädern, Triebstöken und anderen Bewegungsmitteln aus Glas, sie mögen was immer für eine Größe, was immer für eine Zahl von Zähnen, Kämmen etc. haben, sie mögen zu Schlaguhren, Zeitmessern oder irgend einer anderen Maschinerie, und zwar für sich allein, oder in Verbindung mit anderen derlei Gegenstanden aus irgend einem anderen Materiale, verwendet werden. – Sollte |467| diese neue nüzliche Verwendung des Glases allgemein werden, so dürfte sie in den Glasfabriken wohl einen nicht unbedeutenden Zweig der Fabrikation bilden. Es wäre sehr der Mühe werth, daß eine unserer Fabriken jezt schon einen Versuch hierin machte.

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