Titel: Hale und Bell, neue Drehpumpe zum Heben des Wassers
Autor: Hale, Ebenezer R.
Bell, Charles Lazareme
Fundstelle: 1831, Band 42, Nr. XLII. (S. 161–163)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj042/ar042042

XLII. Neue Drehpumpe zum Heben und Treiben von Wasser und anderen Flüssigkeiten, auf welche sich Ebenezer R. Hale und Charles Lazareme Bell zu Hyde Park, Dutcheß County, New-York, am 14. Julius 1830 ein Patent ertheilen ließen.

Aus dem Register of Arts. August 1831, S. 151.

Mit einer Abbildung auf Tab. III.

Man erbaut zwei Räder, von welchen das eine an seinem Umfange, in mehr oder weniger gleich weiter Entfernung, 3 beinahe zahnförmige Ansäze (floats) oder Schwingen (wings) trägt, während das andere an seinem Umfange im Verhältnisse zu seiner Größe eine oder mehrere Aushöhlungen hat, in welche die Ansäze oder Schwingen des ersten Rades treten, indem beide Räder so gestellt sind, daß sie sich mitsammen umdrehen. Wenn diese beiden Räder so gestellt sind, so müssen die beiden Peripherien derselben in genaue Berührung mit einander kommen, und eine wasserdichte Verbindung bilden.

Die Ansäze oder Schwingen sind 1 1/2 Zoll lang, 3 Zoll breit, oder (mehr oder weniger) nach der Dike des Rades, an welchem sie sich befinden. Diese Dike, so wie die Länge der Ansäze, muß mit dem Durchmesser des Rades, an welchem sich diese befinden, so wie mit der Menge des Wassers etc., welche gehoben oder getrieben werden soll, im Verhältnisse stehen.

Beide Räder werden in ein Gehäuse von einer, der Größe derselben entsprechenden Größe eingeschlossen, welches genau an die Seiten des Rades, an den Umfang des Rades mit der Aushöhlung oder mit den Aushöhlungen, so wie an die äußeren Enden der Ansäze oder Schwingen paßt, so zwar, daß es mit allen derselben wasserdicht schließt. Zu diesem Behufe kann es an allen Theilen, an welchen man es nöthig findet, mit Leder oder einem anderen zwekmäßigen Materiale gefüttert werden. Durch die Enden oder Köpfe dieses Gehäuses gehen die Achsen, welche die beiden beschriebenen Räder führen, und an und mit welchen dieselben sich umdrehen.

Die Büchsen, in welchen die Achsen sich drehen (gudgeon boxes), sind so gemacht, daß sie eine Fütterung zulassen, welche Fütterung meistens aus Kork besteht. An den eben genannten Achsen, und an |162| den Enden, welche aus dem Ende oder Kopfe des Gehäuses hervorstehen, sind Zahnräder von solcher Größe angebracht, daß dadurch die Räder in dem Gehäuse auf eine solche Art und Weise umgedreht werden, daß die Ansäze oder Schwingen des einen Rades mit den Aushöhlungen des anderen in Berührung kommen. Dabei sind die vorderen Seiten der Ansäze so angepaßt oder so gefüttert, daß sie sowohl bei der Umdrehung, als in den Aushöhlungen des einen Rades wasserdicht schließen. An dem Gehäuse, in welchem sich das Rad befindet, und an dem Umfange desselben, sind zwei Ausgänge oder Oeffnungen angebracht, an denen eine Röhre für den Zufluß, und eine für die Entleerung des Wassers etc. befestigt werden kann. Diese Oeffnungen in dem Gehäuse befinden sich so nahe an einander, als es für das, in dem Gehäuse enthaltene Rad mit einer oder mehreren Aushöhlungen, welches an jeder seiner beiden Seiten eine dieser Oeffnungen liegen hat, zuträglich ist. Die Stelle der Oeffnung für die Entleerung kann auch verändert werden, nur darf sie nicht weiter von der Zuführungsröhre entfernt seyn, als ein Ansaz von den anderen entfernt ist. Die Pumpe kann mit der Hand, oder durch eine andere Kraft in Bewegung gesezt werden; das Wasser wird durch Aufsaugung eingezogen, welche hervorgebracht wird, während die Ansäze sich von dem Rade mit den Aushöhlungen entfernen; es wird entleert, so wie dieselben sich dem Entleerungsausgange nähern. Es lassen sich übrigens einige Veränderungen an dieser Pumpe anbringen; sie kann 2 Zufluß- und 2 Entleerungs- Oeffnungen haben; man braucht in diesem Falle nur ein zweites, dem beschriebenen vollkommen ähnliches, mit einer oder mehreren Aushöhlungen versehenes, Rad an der entgegengesezten Seite des größeren Rades anzubringen, welche beide Räder in ihrem Baue und in ihrer Bewegung so berechnet sind, daß die Ansäze oder Schwingen des einen in die Aushöhlungen des anderen treten. Die oben beschriebenen Ansäze oder Schwingen kann man an dem Rade befestigen, indem man in dem Umfange des Rades, in einer Linie gegen den Mittelpunkt desselben, Einschnitte von der Dike des Ansazes, und von einem Zolle (mehr oder weniger) Tiefe macht, und ein Ende des Ansazes so in diesen Einschnitt bringt, daß das andere Ende gehörig weit aus dem Umfange des Rades hervorragt. An dem Grunde des Einschnittes wird auch eine Schraube und Nuß, oder ein Keil, oder eine Feder befestigt, damit man, wenn es zur Herstellung eines wasserdichten Anpassens derselben an das Gehäuse nöthig ist, dieselben weiter aus dem Rade hervortreten machen kann.

Als unsere Erfindung, sagen die Patent-Träger, nehmen wir in Anspruch die Ansäze, welche aus dem Rade hervorstehen, und welche stationär wie Schöpfeimer wirken; ferner die Anwendung des sich drehenden |163| Blokes oder Rades mit den Aushöhlungen auf die Drehpumpe, und endlich die Stellung und Umdrehung dieser Räder mit einander, so wie sie oben beschrieben wurden, und zu den angegebenen Zweken.

Erklärung der Zeichnung.

Fig. 18. A ist das Rad, an dessen Umfang sich die Ansäze oder Schwingen befinden.

B ist das kleine Rad, an welchem eine oder mehrere Aushöhlungen zur Aufnahme der Ansäze angebracht sind.

CCC sind die Ansäze, Schwingen oder Schaufeln.

DDD ist das Gehäuse, in welchem die Räder eingeschlossen sind.

E, E sind die Wellen oder Achsen.

Die Zufluß- und Entleerungs-Oeffnungen für das Wasser sind durch die gebogenen Pfeile bezeichnet.

Die Achsen von A und B sind durch Zahnräder an der äußeren Seite der Büchse oder des Gehäuses mit einander verbunden, damit der Eintritt der Ansäze in die Aushöhlung bei C sicher Statt hat.

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